30 Jahre nach dem Mauerfall: Zeitzeugen-Vortrag von Reiner Eppelmann
Einblicke in ein totalitäres Regime

Everswinkel -

„Es ist schon etwas Besonderes, einen der wichtigen Akteure im Vorfeld des Mauerfalls bei uns begrüßen zu können“, freut sich Bürgermeister Sebastian Seidel auf die Vortragsveranstaltung. Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls wird auf Einladung der Volkshochschule in Kooperation mit der Gemeinde Everswinkel Rainer Eppelmann am 6. November um 20 Uhr im Rathaus zu dem Thema „Eingesperrt – Leben hinter der Mauer“ sprechen.

Mittwoch, 30.10.2019, 08:13 Uhr aktualisiert: 30.10.2019, 16:50 Uhr
VHS-Leiter Rolf Zurbrüggen (l.) und Bürgermeister Sebastian Seidel werben für den Besuch des Vortrages von Reiner Eppelmann am 6. November. Der hatte Einblicke in engste Zirkel der DDR.
VHS-Leiter Rolf Zurbrüggen (l.) und Bürgermeister Sebastian Seidel werben für den Besuch des Vortrages von Reiner Eppelmann am 6. November. Der hatte Einblicke in engste Zirkel der DDR. Foto: Günther Wehmeyer

Eppelmann war früherer Bürgerrechtler in der DDR und Minister im Kabinett Modrow. „ Reiner Eppelmann ist einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen, die Einblicke in engste Zirkel hatten“, umreißt Seidel die Bedeutung der Veranstaltung. „Für die Everswinkeler Bürger ist es eine gute Möglichkeit, sich mit den Verhältnissen in der ehemaligen DDR zu befassen und auseinanderzusetzen.“ Schon im Jahr 2000 hatte Eppelmann im Everswinkeler Rathaus zum Thema „Einheit in Freiheit“ gesprochen. „Das war eine sehr eindrucksvolle Veranstaltung“, erinnert sich Rolf Zurbrüggen, Direktor der VHS Warendorf, noch an jenen Abend.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe an, im Rahmen der politischen Bildung solche Veranstaltungen anzubieten“, betont Zurbrüggen. Es solle mit solchen Vorträgen an die Schreckenszeiten der SED-Diktatur, aber auch an das Nazi-Regime erinnert werden. „Wachsames Erinnern ist der Schutz der Freiheit“ sei dabei das Motto, „und wir möchten damit Denkanstöße geben, dass solche Dinge sich hier nicht wieder ereignen.“

Wir möchten damit Denkanstöße geben, dass solche Dinge sich hier nicht wieder ereignen.

VHS-Leiter Rolf Zurbrüggen

Eppelmann werde in seinem Vortag ein realistisches Abbild der Vorwendezeit aufzeigen und darüber berichten, welchen Repressalien Regimekritiker ausgesetzt waren. „Die Kenntnisse über den totalitären SED-Staat sind vor allem bei jüngeren Menschen wenig verbreitet, und die VHS möchte dem mit dieser Veranstaltung entgegenwirken.“

Rainer Eppelmann war Mitbegründer und Vorsitzender des Demokratischen Aufbruchs und nach der Wende von 1990 bis 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war Vorsitzender der Enquetekommission zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und ist noch heute ehrenamtlicher Vorsitzender der gleichnamigen Bundesstiftung. Der Eintritt zum Vortrag von Rainer Eppelmann ist frei.

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