Kulturkreis auf Tour in ’s-Hertogenbosch
Spannende Zeitreise ins 15. Jahrhundert

Everswinkel -

Einzutauchen in die Welt der Menschen vor mehr als 500 Jahren und zugleich eine niederländische Provinzhauptstadt mit hoher Attraktivität zu entdecken – das war nach einhelliger Meinung der Teilnehmer der Erfolgsgarant für die Tagesfahrt des Kulturkreises Everswinkel nach ´s-Hertogenbosch. Gleich nach der Ankunft wurde die Gruppe im traditionsreichen Haus „Ome Bernhard“ mit einer „Bossche Bol“ begrüßt.

Mittwoch, 06.11.2019, 11:16 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 11:20 Uhr
’s-Hertogenbosch, Hauptstadt der niederländischen Provinz Noord-Brabant, war das Ziel einer Kultur-Exkursion des Kulturkreises Everswinkel. Im Mittelpunkt stand dabei die Welt des Jheronimus (Hieronymus) Bosch.
’s-Hertogenbosch, Hauptstadt der niederländischen Provinz Noord-Brabant, war das Ziel einer Kultur-Exkursion des Kulturkreises Everswinkel. Im Mittelpunkt stand dabei die Welt des Jheronimus (Hieronymus) Bosch.

„Diese von Schokolade umhüllte Cremekugel garantierte den Energiebedarf des gesamten Tages und kam der Völlerei recht nahe“, heißt es im Pressebericht des Kulturkreises zu der Tour. Sie und die anderen sechs Todsünden prangerte der berühmteste Sohn der Stadt, Jheronimus (deutsch: Hieronymus ) Bosch, häufig in seinen Darstellungen an. „Dabei schonte er keinen gesellschaftlichen Stand.“ Der Maler des ausgehenden Mittelalters stand im Mittelpunkt dieser Tagestour.

Zunächst führte der Weg jedoch zur Kathedrale Sint-Jan. Die imposanten Dimensionen beeindruckten die Teilnehmer, viel Aufmerksamkeit fand auch eine ungewöhnliche Skulptur auf dem Kirchendach: der „Engel mit dem Telefon“, der über eine öffentliche Rufnummer für eine direkte Leitung nach oben sorgen soll.

Der junge Jheronimus van Aken – erst später benannte er sich nach seiner Heimatstadt Bosch – wuchs Ende des 15. Jahrhunderts in einer Malerfamilie auf. Talent und eine vermögende Gattin ermöglichten ihm den Aufstieg zu einem der bedeutendsten Maler seiner Zeit. Er arbeitete für Adel und Kirche und verstand es, mit seinen detailreichen Bildern die Vorstellungswelt seiner Zeitgenossen anschaulich zu versinnbildlichen. Seine Darstellungsform ähnelt vielfach den heutigen „Wimmelbildern“ – in beiden gibt es bei genauem Hinschauen unendlich viel zu entdecken.

Attraktive Pause zur Stärkung zwischendurch. Im traditionsreichen „Ome Bernhard“ gab‘s die kalorienreiche „Bosche Bol“.

Attraktive Pause zur Stärkung zwischendurch. Im traditionsreichen „Ome Bernhard“ gab‘s die kalorienreiche „Bosche Bol“.

„Die Verwendung von Symbolen und Fabelwesen bedarf allerdings einer fachlichen Erläuterung, und man muss zudem mit den Gemälden gewissermaßen auf Tuchfühlung gehen – eine Begegnung mit Kunstwerken, die in Museen äußerst selten möglich ist. Gerade das war indessen im Jheronimus Bosch Art Center in idealer Weise gegeben, denn die ausgestellten Werke sind perfekte Reproduktionen und erlauben somit eine Annäherung ,bis auf Nasenlänge‘“. Die deutschsprachige Führung sorgte überdies für hilfreiche Orientierung und Erklärungen.

Die Bilderwelt des Hieronymus Bosch konnten die Teilnehmer anschließend bei einer „Hemel-en-Hellevaart“ nacherleben, einer Bootsfahrt durch das dichte Kanalnetz der Stadt. Himmel und Hölle sind ein häufiges Thema in den Bildern des Malers. Die Unterwelt ist bevölkert von folternden Teufeln, und durch den Himmel schweben engelsgleiche Fantasiewesen. Vielen dieser Gestalten begegnete man bei dieser Rundfahrt als Skulptur am Ufer oder als Videoanimation in dunklen Tunnelgewölben.

Im Jheronimus Bosch Art Center mit den perfekten Reproduktionen war eine Annäherung an die Werke bis auf Nasenlänge möglich.

Im Jheronimus Bosch Art Center mit den perfekten Reproduktionen war eine Annäherung an die Werke bis auf Nasenlänge möglich.

Die Stadt ist von einem Netz kleiner Kanäle durchzogen, die in früheren Jahrhunderten dem Warenverkehr dienten, jedoch auch als Abwasserkanal genutzt wurden. „Mit viel Aufwand und privatem Einsatz ist es gelungen, einen großen Teil dieser Struktur zu erhalten.“ So konnten die Reiseteilnehmer die Stadt und ihre zahlreichen historischen Gebäude aus ungewohnter Perspektive bestaunen. Vielfach wurden sogar Gebäude, unter anderem auch eine Kirche, untertunnelt.

„Das gepflegte Stadtbild von ´s-Hertogenbosch in seinen mittelalterlichen Mauern wirkt aber keineswegs wie ein Museum. Neben den touristischen Glanzpunkten tragen auch eine vielfältige Geschäftswelt und eine lebendige Gastronomieszene zur hohen Attraktivität dieser Stadt bei, die bei deutschen Touristen jedoch – noch – nicht zu den ganz bekannten und beliebten Zielen in den Niederlanden zählt.

Nach einem erlebnisreichen Tag bot die Heimfahrt den Mitreisenden Gelegenheit zu Rückschau und Gedankenaustausch, bevor die beiden Organisatoren vom Arbeitskreis Bildende Kunst, Marjolein van Dijk und Herbert Schulze, allen Gästen einen guten Heimweg wünschten.

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