Konzert „Take me to church“ mit Sandra Batkowski und Thomas Kraß
Sheeran und Rammstein von der Orgelbühne

Everswinkel -

Wenn Sängerin Sandra Batkowski und Organist Thomas Kraß in der näheren Umgebung konzertieren, dann lockt das stets viele Menschen an. So auch am Freitag in der Johannes-Kirche in Everswinkel. Die beiden Vollblutmusiker sind bekannt für unkonventionelle Interpretationen, vor allem von populärer Musik und eigenen Kompositionen dieses Genres.

Montag, 11.11.2019, 07:23 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 16:30 Uhr
„Take me to church“ – genauer gesagt zur Johannes-Kirche. Sandra Batkowski und Thomas Kraß fesselten ihr Publikum mit vielen Hits, allein mit Orgel und Stimme.
„Take me to church“ – genauer gesagt zur Johannes-Kirche. Sandra Batkowski und Thomas Kraß fesselten ihr Publikum mit vielen Hits, allein mit Orgel und Stimme. Foto: Ulrich Coppel

Nachdem sie mit ihrem aktuellen Rock/Pop/Filmmusik-Cover-Programm „Take me to church“ Ende Oktober bereits Kirchenräume in Veckerhagen und Herbern restlos gefüllt hatten, war dies auch am Freitagabend in Everswinkel nicht anders. Zahlreiche Stühle mussten sogar noch hinzu gestellt werden, damit alle Zuschauer Platz fanden. Kein Wunder: Denn wo gibt´s auch sonst Ed-Sheeran- oder Rammstein-Hits in der Besetzung Gesang und Kirchenorgel live zu hören?

Schon ist es 40 Jahre her, dass die Könige der Rock-Orgel, Keith Emerson und John Lord, mit dem Progressiv-Rock-Trio Emerson Lake und Palmer oder der Hardrock-Band Deep Purple in ihren pulsierenden, minutenlangen Soli Rockgeschichte schrieben. In infernalen Feuerstürmen auf der Hammondorgel rasten sie durch klassische, spätromantische, und sogar barocke Werke oder hatten solche zumindest als Grundlage. Regelmäßig warf Emerson auf der Bühne während seiner Solo-Ausbrüche eine monumentale Keyboard-Burg um oder spielte am Ende gar darunter liegend. Ganz anders gingen Batkowski und Kraß zu Werke.

Sanfte Arpeggi plätscherten in Metallicas Welthit „Nothing else Matters“ oder Silbermonds „Das Beste“ aus der Orgel. Songtitel und besinnliche Texte erschienen dazu für die Zuschauer auf einer Leinwand in Front des Kirchenraumes projiziert. Von der Orgelbühne herab erzeugten Kraß und Batkowski musikalischen Drive mit trockenem Soundsystem und gestützter Stimme, setzten dezente dynamische Wellen, klingelnde Schellen oder dezente Percussion ein. Stets intonationssicher und kraftvoll sang Batkowski Hit auf Hit von Stars und Sternchen der Unterhaltungsmusik. Liegende Akkorde gestaltete Kraß mittels improvisierter Mini-Motive, ganz im Stile seines studierten Fachs, der Kirchenmusik. So klang dann auch manches der ausnahmslos ausnotierten Arrangements eher nach Sacro- denn nach Hardrock. Genau das aber war die Konzeption der beiden Protagonisten. Und das gefiel dem Publikum bestens.

Ed Sheerans großen Hit „Perfect“ gab es im vergangenen Jahr einmal auf der niederländischen Insel Schiermonnikoog in einer Version mit der größten Drehorgel der Welt zu bestaunen. Da auf jeden Fall viel lieber Batkowski und Krass, denn im Gegensatz zu dem mechanischen Monstrum und Sheeran machen die beiden Musik. Auf jeden Fall! Aber ein bisschen mehr von der Emerson‘schen Kreativität hätte man sich schon gewünscht. Es muss ja nicht gleich die Kirchenorgel in die Tiefe stürzen.

Als Zugaben gab es „Sound of Silence“, „My heart will go on“ - und natürlich stehende Ovationen!

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