Fortsetzung des Missbrauchsprozesses
Haftstrafen für zwei Angeklagte gefordert

Everswinkel/Münster -

Eine Haftstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer am Mittwoch im Prozess gegen einen 38-jährigen Mann aus Münster, der wegen schwerem sexuellen Missbrauch vor der Großen Strafkammer angeklagt ist. Neben diesem Hauptangeklagten sind zwei weitere Männer – einer aus Everswinkel, der andere aus Münster – angeklagt. Auch sie rückten in den Blick der Staatsanwaltschaft.

Donnerstag, 21.11.2019, 07:51 Uhr aktualisiert: 26.11.2019, 14:40 Uhr
Das Verfahren gegen drei Männer wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern kommt auf die Zielgerade. Am Mittwoch hielt die Staatsanwaltschaft die Plädoyers.
Das Verfahren gegen drei Männer wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern kommt auf die Zielgerade. Am Mittwoch hielt die Staatsanwaltschaft die Plädoyers. Foto: Stadt Münster

Zudem sei beantragt worden, den Haftbefehl aufrecht zu erhalten, berichtet der Sprecher des Landgerichts, Dr. Gregor Saremba , auf Anfrage unserer Zeitung aus dem zum Schutz der Opfer nicht öffentlichen Prozess. Die Verteidigung habe auf eine niedrigere Strafe plädiert, ohne sich auf ein Strafmaß festzulegen.

Gegen den ebenfalls mitangeklagten 52-Jährigen aus Everswinkel habe die Staatsanwaltschaft eine Strafe in Höhe von zwei Jahren und vier Monaten beantragt, so der Landgerichts-Sprecher weiter. Außerdem solle der Haftbefehl aufgehoben werden. Die Verteidigung habe eine niedrigere Strafe beantragt, die dann zur Bewährung ausgesetzt werden könne. „Dafür muss das Strafmaß unterhalb von zwei Jahren bleiben“, erklärt Saremba. Für den dritten Angeklagten, einen 50-jährigen Münsteraner, plädierte die Anklage auf Freispruch, dem schloss sich die Verteidigung an.

Dem Hauptangeklagten war mehrfacher Missbrauch von Kindern im Alter von elf bis 13 Jahren in acht Fällen vorgeworfen worden. Der Mann hatte ein Geständnis abgelegt und mit seinen letzten Worten die Taten bedauert. Auch der Everswinkeler, dem eine Tat des schweren Missbrauchs zur Last gelegt wurde, habe Reue gezeigt.

Während des Prozesses mussten auch Kinder in den Zeugenstand. Der 38-jährige soll die Kinder bei Freizeitaktivitäten kennengelernt haben. Es soll sich um zufällige Bekanntschaften gehandelt haben. Dem Everswinkeler soll der Haupttäter ein Treffen mit einem Kind ermöglicht haben. Der Prozess wird am Montag (25. November) fortgesetzt. Dann wird die Strafkammer voraussichtlich ihr Urteil fällen.

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