Bäckerei Diepenbrock international
Back-Expedition in den Orient

Everswinkel -

Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) ist im Auftrag der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) auf die Bäckerei Diepenbrock in Everswinkel zugegangen, um einen Kurzzeit-Experten im Bereich Bäckerei/Konditorei zu finden, der für drei Wochen ein Projekt in Amman (Jordanien) unterstützt.

Samstag, 23.11.2019, 07:51 Uhr aktualisiert: 23.11.2019, 08:01 Uhr
Der Everswinkeler Bäckermeister Marc Mundri mit begeisterten jordanischen Frauen nach dem Bäcker-Projekt.
Der Everswinkeler Bäckermeister Marc Mundri mit begeisterten jordanischen Frauen nach dem Bäcker-Projekt. Foto: privat

Dabei stieß die Kreishandwerkerschaft auf einen jungen Bäckermeister, der sich schon vielen Abenteuern gestellt hat. „Theoretisch wussten wir sehr gut, was auf uns zukommt, praktisch war es eine Katze im Sack“, beschreibt Marc Mundri die Vorbereitung auf das Projekt. „Im Vorfeld hatte ich noch keine Erfahrungen im arabischen Raum gesammelt, deswegen habe ich im ersten Moment gestutzt, als ich Jordanien gehört habe. Ich wusste, dass es in dieser Region auf der Welt sehr unruhig ist“, berichtet der Weltenbummler in Sachen Backkunst. Nach kurzer Bedenkzeit war Mundri aber dann überzeugt: „Ich will mir einen eigenen Eindruck verschaffen, wie es in diesem Teil der Welt zugeht.“

Geholfen hat ihm, dass Jordanien als „Stabilitätsanker im Nahen Osten“ gilt, und nicht vergleichbar ist mit Anrainer-Staaten, wie Syrien, Irak oder Libanon. Das war der Start für ein kurzes aber nachhaltiges Abenteuer. Der Everswinkeler Bäckermeister hat sich den Zeitraum mit seinem Mitarbeiter Hans Wegener geteilt. Mundri war für den ersten Teil, Wegener für den zweiten Teil des Projekts vor Ort.

„Ich sah im Vorfeld die größte Herausforderung in der Kommunikation auf Englisch, im Nachhinein war es die kleinste. Vor Ort ging es vielmehr um Flexibilität und Koordination der zu Verfügung gestellten Mittel“, wusste Wegener zu berichten. Genau diese Mittel waren aber sehr überschaubar.

„Überraschend wissbegierige und motivierte junge Frauen, die trotz misslichster Lage, positiv in die Zukunft schauen“ – so bilanziert Marc Mundri die Teilnahme der Jordanierinnen an dem Projekt.

„Überraschend wissbegierige und motivierte junge Frauen, die trotz misslichster Lage, positiv in die Zukunft schauen“ – so bilanziert Marc Mundri die Teilnahme der Jordanierinnen an dem Projekt.

Das „Princess Taghrid Institute for Development & Training“ ist eine Hilfsorganisation bzw. Bildungsstätte in Amman, die seit 2010 benachteiligte und geflüchtete Frauen aus Jordanien, Syrien und dem Irak im Alter zwischen 19 und 24 Jahren begleitet. In der hauseigenen „Backstube“ stehen eine kleine Knetmaschine und ein kleiner Umluftofen. Dies waren die Voraussetzungen für traditionelle deutsche Backwaren, wie Brezel, Sauerteig Brot oder Hefezöpfe. Ein klassisches „back to the roots“ und für die Profis nicht mit dem Alltag zu vergleichen.

„Unser Ziel war es, die jungen Frauen für handwerkliche Arbeit zu begeistern. Mit selbst gebackenen, duftenden und leckeren Backwaren nach deutschem Vorbild am Tagesende war dies für uns nicht so schwer“, freut sich Mundri über die strahlenden Gesichter der Frauen. So folgen in den kommenden Monaten weitere Trainings in Jordanien von Kurzzeit-Experten die von der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf gefunden wurden, in verschieden Bereichen der handwerklichen Ausbildung.

„Wir freuen uns riesig über die positive Resonanz und planen bereits weitere Einsätze“, resümiert Wegener. „Überraschend wissbegierige und motivierte junge Frauen, die trotz misslichster Lage, positiv in die Zukunft schauen. Ein Land, das sich stark entwickelt, mitten in einer Region, in der an vielen Stellen blutiger Krieg herrscht. Kurzum: Ich komme gerne wieder um zu helfen“, bilanziert Mundri.

Deutsche Backwaren standen auf dem Schulungsprogramm.

Deutsche Backwaren standen auf dem Schulungsprogramm.

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