Palliative und seelsorgerische Beratung und Begleitung im St.-Magnus-Haus
Würdevolles Leben bis zuletzt

Everswinkel -

In den Altenhilfeeinrichtungen der St. Elisabeth-Stift gGmbH – in Everswinkel somit im St. Magnus-Haus – gibt es neuerdings das Angebot der vorbereitenden Planungen für die letzte Lebensphase. Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtungen können es in Anspruch nehmen. Die Theologin Dr. Anne Schütte nimmt sich dieser Gespräche an.

Mittwoch, 27.11.2019, 10:54 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 11:00 Uhr
Die Theologin Dr. Anne Schütte ist seit Oktober Beauftragte für palliative und seelsorgerische Beratung und Begleitung im St. Magnus-Haus. Sie sucht mit den Bewohnerinnen und Bewohnern das Gespräch rund um deren Wünsche und Vorkehrungen für die letzte Lebensphase.
Die Theologin Dr. Anne Schütte ist seit Oktober Beauftragte für palliative und seelsorgerische Beratung und Begleitung im St. Magnus-Haus. Sie sucht mit den Bewohnerinnen und Bewohnern das Gespräch rund um deren Wünsche und Vorkehrungen für die letzte Lebensphase. Foto: St. Elisabeth-Stift gGmbH

Dr. Anne Schütte ist neuerdings Beauftragte für palliative und seelsorgerische Beratung und Begleitung von alten Menschen im Pflege- und Betreuungsnetzwerk der St. Elisabeth-Stift gGmbH. In deren vier Einrichtungen und somit auch im St. Magnus-Haus in Everswinkel nimmt sich die Theologin jeweils einen Tag pro Woche Zeit, um mit Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch zu kommen. Die Fragen, die dabei eine Rolle spielen, sind etwa: „Was wünschen Sie sich für ihre letzte Lebensphase?“ „Was soll in der Patientenverfügung festgelegt sein?“ „Welche palliative und seelsorgerische Begleitung ist Ihnen wichtig?“

Der Gesetzgeber hat dieses Angebot der Vorsorgeplanung („Advanced care planning“) neu geschaffen. Einrichtungen können es auf freiwilliger Basis anbieten, heißt es in einer Presseinformation der St. Josef-Stift gGmbH. Im Pflege- und Betreuungsnetzwerk soll dieses Angebot allen offenstehen, die es gerne annehmen möchten. „Wir sind sicher, dass dieses Angebot gut zu unseren Einrichtungen passt und einen Mehrwert für alle Bewohnerinnen und Bewohnern bietet“, ist sich Netzwerkkoordinator Markus Giesbers sicher.

Anne Schütte schöpft für ihre Arbeit aus einem reichen Fundus an Erfahrung. Während ihres Studiums der katholischen Theologie und Musikwissenschaften in Münster arbeitete sie nebenher als Altenpflegehelferin. „Die Theologie und die Pflege wuchsen zusammen“, erzählt sie. Damit war der rote Faden für ihren beruflichen Weg gefunden: Mittlerweile blickt sie auf 35 Jahre in der Altenarbeit, davon elf mit ambulanter und stationärer Pflege sowie Nachtdiensten. Insbesondere der Umgang mit Menschen mit Demenz sowie die Abschieds- und Trauerkultur, wie sie sie in den 1990er Jahren in Pflegeeinrichtungen erlebte, ließen ihren Wunsch reifen, die praktische Altenpflege mit seelsorgerischen, organisations- und berufsethischen Fragen zu verbinden.

Ich möchte den Bewohnern und Angehörigen Sicherheit geben.

Dr. Anne Schütte

Weitere Stationen folgten. In Augsburg ließ sie sich zur Hospiz- und Klinikseelsorgerin ausbilden. Dort kam sie auch in Kontakt mit Modellen, die Hospizkultur in Altenheimen zu verankern. Im Jahr 2000 baute sie als Hospizbeauftragte der Diözese Osnabrück die vernetzte Arbeit ambulanter Hospizgruppen auf und promovierte in Osnabrück und Wien zu der noch jungen Disziplin der Palliativen Geriatrie. 2011 wechselte sie als Dozentin an die Hochschule in Rheine und befasste sich darüber hinaus an Akademien mit der Konzeption und Durchführung von Weiterbildungen für Gesundheits- und Pflegeberufe im Bereich der Pflege- und Organisationsethik und Palliativen Geriatrie. Zuletzt war sie im Tibus-Stift Münster in der Beratung und Seelsorge rund um die letzte Lebensphase tätig.

Im St. Magnus-Haus will sie mit Bewohnern, aber auch deren Angehörigen ins Gespräch kommen und sensibel und behutsam Themen ansprechen rund um ein würdevolles Leben bis zuletzt. Manchmal verbauten rigorose Regelungen in der Patientenverfügung einfache Maßnahmen der Symptomlinderung, die noch Lebensqualität geben könnten. Auch biografische Prägungen bestimmen die Vorstellungen über die letzte Lebensphase. „Ich möchte den Bewohnern und Angehörigen Sicherheit geben und dabei im Austausch bleiben mit den Hausleitungen und den Mitarbeitern, die jeden Tag mit den Bewohnern zu tun haben“, so Schütte.

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