Weihnachtsgeschichte vom „Theater ex libris“ begeistert 120 Zuhörer
Große Stimmen, geniales Kopfkino

Everswinkel -

„Wir haben mit 50 Besuchern gerechnet und auf 80 gehofft“, erzählt Susanne Müller mit einem Lächeln im Gesicht. Denn die Sprecherin des Arbeitskreises Literatur im Kulturkreis kann am Sonntag gar 120 Gäste im Saal des Rathauses begrüßen. Es ist eine ganz besondere Veranstaltung, zu der der Kulturkreis eingeladen hat.

Dienstag, 03.12.2019, 09:17 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 15:02 Uhr
Alban Renz, Christoph Tiemann, Sarah Giese und Johannes Kraas (v.l.) schickten ihre Zuhörer stimmlich auf eine Fantasiereise.
Alban Renz, Christoph Tiemann, Sarah Giese und Johannes Kraas (v.l.) schickten ihre Zuhörer stimmlich auf eine Fantasiereise. Foto: Marion Bulla

Stilecht im Gehrock mit Zylinder oder Bowler beziehungsweise im Kleid der Biedermeierzeit betreten Christoph Tiemann , Johannes Kraas , Alban Renz und Sarah Giese vom „Theater ex libris“ die improvisierte Bühne. Das Quartett erzählt die Weihnachtsgeschichte, 1843 von Charles Dickens geschrieben.

Sie lesen die Story um den hartherzigen Ebenezer Scrooge aber nicht einfach nur vor, sondern inszenieren die rund 20 Charaktere auf solch eine geniale Weise, dass die Zuhörer die Stimmung geradezu spüren können. Es sind die ausgebildeten und äußerst wandlungsfähigen Stimmen, die mal vibrierend, unheilvoll oder quietschend und freudig erregt daher kommen. Wenn Christoph Tiemann den geizigen Helden Scrooge gibt, der mit Verachtung in der Stimme lospoltert: „Weihnachten ist Humbug“, dann zuckt man direkt zusammen.

Johannes Kraas haucht dem Geist des just verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley, der den alten Freund warnt und ihm rät, sich zu ändern, Leben ein. Und wenn der loslegt, dann erschaudern die Besucher augenblicklich. Die weiteren Geister, die Scrooge mitnehmen auf eine Reise in die Vergangenheit, stöhnen, ächzen, lassen Ketten rasseln und Glocken läuten. Auch das geht unter die Haut und verursacht regelrechtes Kopfkino. So muss das sein. Sarah Wiese gibt die Erzählerin. Ihre Stimme ist quasi das Pendent, denn sie ist warm und angenehm. Musikalisch begleitet wird das Trio von Alban Renz, der die Story geschickt mit Tönen unterlegt. Die Projektionen mit Bildern zu den jeweiligen Szenen runden das Ganze perfekt ab, geben aber nie zu viel preis, sondern deuten nur an.

Dieses Live-Hörspiel überzeugt mit stimmlicher Virtuosität. Die Ensemblemitglieder lassen die Geschichte und ihre Protagonisten in den Köpfen der gebannt lauschenden Zuschauer auf wunderbare Art und Weise sauf eine Fantasiereise gehen. Am Ende wird dieser kulturelle Genuss mit ganz viel Applaus belohnt.

18 Veranstaltungen hatte der Kulturkreis in diesem Jahr geboten. „Das war das erfolgreichste Jahr überhaupt“, sagt Müller und freut sich auch diesmal über die große Resonanz.

120 Zuschauer – hier während der Pause - amüsierten sich köstlich über die au besondere Art dargebotene Weihnachtsgeschichte von Dickens.

120 Zuschauer – hier während der Pause - amüsierten sich köstlich über die au besondere Art dargebotene Weihnachtsgeschichte von Dickens. Foto: Marion Bulla

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