Besuch auf dem Weihnachtsbaum-Hof Püning
Die unruhigsten Nächte im Jahr

Alverskirchen -

Munter geht Weihnachtsbaum-Anbauer Christian Püning auch beim frischem Landregen durch seine Tannenkulturen. Nach dem knochentrockenen Sommer 2018 fiel der diesjährige Sommer zum Glück etwas feuchter aus. Von Vorteil ist auch, dass der Alverskirchener seine zehn Hektar große Tannenschonung auf Mischböden und nicht auf Sand betreibt. Jetzt ist wieder Saison-Finale. Die WN besuchten den Weihnachtsbaum-Hof.

Samstag, 07.12.2019, 09:22 Uhr aktualisiert: 07.12.2019, 09:50 Uhr
Die Reservierungen nehmen zu: Ob mit Fahrradschlössern, Fahnen oder Flatterband – schon früh sichern sich die Kunden ihre Bäume in den Tannen-Schonungen von Christian Püning.
Die Reservierungen nehmen zu: Ob mit Fahrradschlössern, Fahnen oder Flatterband – schon früh sichern sich die Kunden ihre Bäume in den Tannen-Schonungen von Christian Püning. Foto: Peter Sauer

Pünings Kollegen mit sandigem Boden, vor allem in Ostdeutschland, hatten auch in diesem Jahr das Nachsehen. Während dort die Preise für die Weihnachtstanne steigen, bleiben sie auf dem Hof Püning stabil. Sie müssen nicht erhöht werden, denn Fairness und Preistransparenz gegenüber dem Kunden ist Christian Püning stets wichtig.

Indes, die dies- und letztjährigen Neuanpflanzungen, die erst in sieben beziehungsweise acht Jahren zum Verkauf stehen, werden wohl auch in Alverskirchen teurer werden – aufgrund der trockenen Sommer. „Der bisherige Regen hat nur die Oberfläche schön nass gemacht. Bis zum Grundwasserspiegel von 1,50 Meter Tiefe sind auch die Böden bei uns immer noch sehr trocken“, erklärt der Fachmann. Aber das Thema steht ja jetzt noch nicht an. Vielleicht erholen sich die betroffenen Baumkulturen ja auch wieder. „Dazu braucht es aber noch einige Landregen extra“, sagt er mit einem Blick auf die Fläche. Petrus wird es richten, da bleibt der Alverskirchener Optimist.

Weit über 200 Bäume mussten wir aussortieren.

Christian Püning

Einziger Wermutstropfen in diesem Jahr sind nicht Schädlinge wie der Borkenkäfer. Die überraschende Spätfrostphase in der ersten und zweite Mai-Woche dieses Jahres verhagelt der Familie Püning die Jahresbilanz. „Der Spätfrost führte zu wirtschaftlich großen Einbußen, denn die frischen neue Weidentriebe wurden durch den späten Frost braun.“ Die Eisheiligen entscheiden jedes Jahr über Wohl und Wehe: „Das sind für mich immer die unruhigsten Nächte im Jahr“, sagt der Familienvater. Eine ganze Schneise Tannen sind für die Tonne, überraschenderweise im mittleren Streifen. „Weit über 200 Bäume mussten wir aussortieren.“

So sehen Tannen aus, wenn der Frost die frischen Triebe erwischt hat.

So sehen Tannen aus, wenn der Frost die frischen Triebe erwischt hat. Foto: Peter Sauer

Bei Familie Püning packt jeder mit an. Christian und Ehefrau Dörte , seine Eltern Ludger und Brigitte Püning, Schwester Ina sowie Schwägerinnen sind in den Verkauf der Tannen und die Logistik mit eingebunden. Die älteste Tochter Lily (13) und ihre Cousine Nele verkaufen in der Vorweihnachtszeit werktags Waffeln. Auch wenn die im vergangenen Jahr gestartete Kinder- beziehungsweise Spielscheune mittlerweile auch ganzjährig gefragt ist – die Weihnachtsbäume prägen den Jahreskalender der „Tannen-Familie“. Ab Februar beginnt der Baumschnitt, damit die Exemplare gerade sind und eine Spitze haben. Im Mai/Juni folgt der Unkraut-Pilze-Insekten-Check.

„Der Vorteil der heißen Sommer ist, dass sich die Pilze nicht richtig ausbreiten können“, sagt Püning. Immer im Herbst beginnt die Etikettierung der Bäume in der Schonung. Immer häufiger reservieren auch die Kunden ihre Wunschbäume mit Absperrflatterbändern, Fahrradschlössern oder gar Kinderbildern.

Haben vor den eigenen Fest-Freuden erst einmal jede Menge zu tun: Christian und Dörte Püning mit ihren Kindern Konrad und Charlotte.

Haben vor den eigenen Fest-Freuden erst einmal jede Menge zu tun: Christian und Dörte Püning mit ihren Kindern Konrad und Charlotte. Foto: Peter Sauer

Es gibt neue Trends. Große Tannen werden fast nur noch von Geschäften, Vereinen und Organisationen nachgefragt. „Massiv zugenommen hat das Interesse an Tannen zwischen 1,80 und 2,40 Meter“, bilanziert Christian Püning. 90 Prozent der Kunden wählen den Klassiker, die Nordmann-Tanne. Zehn Prozent dagegen Blaufichte, Korktanne oder Colorado-Tanne. Das Online-Geschäft ist eher ein Flop. „Die Logistik ist zu teuer“, so Püning. Erstmals bietet der Hof Püning in diesem Jahr (übrigens täglich) Tannenbäume nicht nur im bekannten Holzkreuz an, sondern auch mit dicken Douglasien-Holzstammscheiben als Bodenständer – sowohl für die Korktanne, als auch für die Nordmann-Tanne.

Als Vater dreier Kinder (die beiden jüngsten sind Karl und Charlotte mit eineinhalb und zwei Jahren) setzt Christian Püning auch auf Nachhaltigkeit. „Damit Bienen und andere Insekten wieder ein Zuhause finden, haben wir an verschiedenen Stellen Blühstreifen als Saum-Biotope für Feld- und Wiesenblumen angelegt.“ Die sehen übrigens nicht nur im Frühjahr schön aus.

Neu sind die Blühstreifen am Rande der Schonungen. Sie bieten Insekten ein neues Zuhause.

Neu sind die Blühstreifen am Rande der Schonungen. Sie bieten Insekten ein neues Zuhause. Foto: Peter Sauer

Neu in diesem Jahr ist auch die Charity-Weihnachtsaktion für KiTas in Warendorf. 30 Gruppen aus neun KiTas schickten nach dem Aufruf der Familie Püning ihr ganz persönliches selbst gemaltes Weihnachtsbild. Das beste Bild wird prämiert und die jeweilige Gruppe bekommt ein kostenloses Fest auf dem Hof Püning spendiert, das dann 2020 stattfindet. „Da können sich die Gewinnerkinder dann schon auf etwas im neuen Jahr freuen“, sagt Dörte Püning. „Alle eingesandten Bilder werden wir hier auf dem Hof ausstellen.“

Zum Thema

Neu ist in diesem Jahr ist auch ein Adventsmarkt mit regionalen Direktvermarktern und vielen Aktionen für die ganze Familie am 3. Advents-Wochenende (Bericht dazu folgt).

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Zum Thema

       | www.hof-puening.de

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