Baustelle Warendorfer Straße stillgelegt
„Erheblich abweichend gebaut“

Everswinkel -

Zwei, drei Bohrhammer sind von der Straße zu hören, sonst nichts. Für eine Großbaustelle ist die Geräuschkulisse bemerkenswert gering. Auch zu sehen ist nicht viel. Hinter Gerüsten und Fassade sind kaum arbeitende Menschen zu entdecken. „Winterschlaf“ beim Wohnprojekt an der Warendorfer Straße? Die Ruhe, die dort seit einigen Wochen so auffällig zu spüren ist, hat einen Grund: Die Baustelle wurde stillgelegt. Zwangsweise. Vom Kreisbauamt.

Samstag, 11.01.2020, 09:17 Uhr aktualisiert: 11.01.2020, 09:30 Uhr
Die Baugeräusche an der Großbaustelle Warendorfer Straße halten sich derzeit in Grenzen. Der Kreis hatte die Baustelle wegen erheblicher baulicher Abweichungen im Dezember stillgelegt.
Die Baugeräusche an der Großbaustelle Warendorfer Straße halten sich derzeit in Grenzen. Der Kreis hatte die Baustelle wegen erheblicher baulicher Abweichungen im Dezember stillgelegt. Foto: Klaus Meyer

Auslöser sind offenbar Unstimmigkeiten bei der Bauausführung, und die scheinen erheblich zu sein. Am 2. Dezember ist die Behörde in Aktion getreten, „weil bei einer Rohbauabnahme festgestellt wurde, dass erheblich abweichend von der Baugenehmigung gebaut worden ist“, erklärt Kreis-Pressesprecher Thomas Fromme auf WN-Anfrage. „Insbesondere wurden Brandschutzanforderungen nicht eingehalten und Wände abweichend von der Statik gebaut.“ Über die Situation seien dann bereits Anfang Dezember neben der Baufirma auch die Bewohner bzw. Eigentümer der Häuser, die Käufer der Eigentumswohnungen sowie die beteiligten Notare durch das Kreisbauamt informiert worden.

Investor des Projektes ist die W. Wittkamp Wohnbau GmbH Ostbevern, die Ausführung liegt bei der Bauunternehmung W. Wittkamp GmbH & Co. KG Ostbevern; Inhaber in beiden Fällen ist Werner Wittkamp . Das gesamte Projekt umfasst wie berichtet 24 Eigentumswohnungen an der Warendorfer Straße, sechs Reihenhäuser im rückwärtigen Bereich zur Straße „Auf dem Esch“ und eine gemeinsam zu nutzende Tiefgarage.

Während die Wohnungen scheinbar weitgehend verkauft, aber noch im Bau sind, wurden jene Reihenhäuser im Wesentlichen bereits bezogen. Da die bedeutsamen Mängel, die die Reihenhäuser betreffen, mit der Tiefgarage zusammenhingen, die allerdings noch nicht genutzt werde, sei ein Nutzungsverbot dieser sechs Baukörper laut Kreisbauamt nicht erforderlich gewesen. Die Baustelle Warendorfer Straße sei am 19. Dezember für erste Arbeiten wieder freigegeben worden, nachdem der Bauherr unter anderem zusätzliche Berechnungen zur Statik vorgelegt habe. „Einzelne Wände müssen abgetragen und erneuert werden. Zug um Zug können alle Arbeiten freigegeben werden, sobald der Bauherr weitere Berechnungen und Nachweise vorlegt“, so der Kreis-Pressesprecher weiter.

Von Investor und Bauunternehmer Werner Wittkamp war trotz wiederholter Anfrage der Westfälischen Nachrichten bislang keine Stellungnahme zu dem Thema zu bekommen.

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