Jahresversammlung der Landwirtschaftlichen Ortsverbände
Mitmachen und Flagge zeigen

Alverskirchen/everswinkel -

Rund 80 Mitglieder nahmen am Donnerstagabend an der Jahreshauptversammlung der Landwirtschaftlichen Ortsverbände Everswinkel und Alverskirchen im Gasthaus Strohbücker teil. Derzeit liegt den Landwirten so manches auf der Seele. Dass die Bauern unzufrieden sind mit der derzeitigen Situation, zeigen vor allem die Demonstrationen, die für viel Aufsehen sorgen.

Samstag, 11.01.2020, 07:52 Uhr aktualisiert: 12.01.2020, 14:40 Uhr
Die Vorstände der beiden Landwirtschaftlichen Ortsverbände Everswinkel und Alverskirchen konnten zur Jahresversammlung rund 80 Mitglieder begrüßen.
Die Vorstände der beiden Landwirtschaftlichen Ortsverbände Everswinkel und Alverskirchen konnten zur Jahresversammlung rund 80 Mitglieder begrüßen. Foto: Marion Bulla

„Die Politik lässt uns fallen. Das ist traurig“, stellte Christoph Gerd-Holling enttäuscht fest. Doch die Bauern hätten eine neue Bewegung, eine Landwirtschaftsverbindung. Jetzt, nach den Demos, sie selbst seien auch in Berlin gewesen, würden sie wahrgenommen, zeigte sich der Vorsitzende des LOV Alverskirchen beeindruckt von den kollektiven Aktionen. Die Landwirte kämpfen gegen die geplanten schärferen Auflagen zum Insekten- und Umweltschutz. Sie sehen durch die Agrarpolitik ihre Existenz gefährdet.

Gerd-Holling gab dann einen kurzen Rückblick auf ihre Aktionen im abgelaufenen Jahr. Darunter unter anderem die jährliche Müllsammelaktion, die Feldbegehung am Hof Buntenkötter, das Projekt „Blühendes Band durch Bauernhand“, in welchem es darum geht, Blühstreifen anzulegen.

Zuvor hatten Bertholt Buntenkötter (Kassierer Everswinkel) und ebenso Sylvia Leivermann (Kassiererin Alverskirchen) von einer stabilen finanziellen Lage mit nur einem leichten Minus berichtet. Das ließ sich durch die Festivitäten zur 100-Jahr-Feier des Alverskirchener Vereins erklären. Leonard Schulze-Hockenbeck warf einen Blick auf die Aktivitäten der Alverskirchener. Auch hier gab es Projekte, wie „Alverskirchen blüht auf“. „Die Dürre hat uns aber leider einen Strich durch die Rechnung gemacht“, musste Schulze-Hockenbeck zugeben und fügte schließlich an, es sei zwar schwierig gewesen, die Blühstreifen zu bewässern, aber Sonnen- und Kornblumen hätten es geschafft. Das Hoffest bei Schulze-Wettendorf sei allerdings ein voller Erfolg gewesen.

Dann erzählte Paul Verenkotte vom Kreisverband von der bauernfinanzierten Initiative „Landwirtschaft schafft Leben“. Unter diesem Motto wollen die Landwirte ihr Image und ihre Arbeit dauerhaft und nachhaltig verbessern. Es geht um Aufklärung und daraus resultierender Akzeptanz. Dabei übernehmen die Bauern selbst Verantwortung für Veränderung. „Je mehr Landwirte an der Kampagne teilnehmen und diese finanziell unterstützen, desto mehr Maßnahmen können angestoßen werden“, betonte Verenkotte.

Grußworte und Informationen von der Gemeinde gab‘s vom stellvertretenden Bürgermeister Bernhard Rotthege.

Grußworte und Informationen von der Gemeinde gab‘s vom stellvertretenden Bürgermeister Bernhard Rotthege.

Bernhard Rotthege sprach als Vertreter von Bürgermeister Sebastian Seidel unter anderem vom Glasfaser-Anschluss. Das schnelle Internet, so versprach er, solle in zwei Jahren allen zur Verfügung stehen. Auch den Bau und die Sanierung der Brücken hätten sie im Visier. Dafür stünden dieses Jahr 180 000 und für den Deckenaufbau von Wirtschaftswegen 25 000 Euro zur Verfügung. Nur in Sachen Windkraft sei es schwierig zu agieren. „Die Genehmigungen laufen schlecht. Das Thema Flächennutzungsplan ist komplex“, so Rotthege. Natürlich sind in diesem Jahr Kommunalwahlen ein Thema. „Geht zur Wahl“, appellierte Rotthege an die Anwesenden.

Michael Klein, Paul Verenkotte und Ulrich Bultmann (v.l.) referierten über Agrarpolitik, Gesetzgebung und Ausbildung in der Landwirtschaft.

Michael Klein, Paul Verenkotte und Ulrich Bultmann (v.l.) referierten über Agrarpolitik, Gesetzgebung und Ausbildung in der Landwirtschaft.

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