Insektenschutz
Bauern gegen neue Baugebiete

Everswinkel -

Immer neue Baugebiete ausweisen: Das kann es nach Auffassung vieler Bauern nicht sein - schon gar nicht in Zeiten der „Generation Greta“.

Mittwoch, 22.01.2020, 17:20 Uhr aktualisiert: 22.01.2020, 17:30 Uhr
Everswinkeler Landwirte vor dem Strohbücker-Markt: Rund 400 Blumensamen-Tüten verteilten die Bauern an Verbraucher, damit Everswinkel im Frühjahr richtig aufblühen kann.
Everswinkeler Landwirte vor dem Strohbücker-Markt: Rund 400 Blumensamen-Tüten verteilten die Bauern an Verbraucher, damit Everswinkel im Frühjahr richtig aufblühen kann.

Vor Lebensmittelläden haben sich Everswinkeler Landwirte postiert, um darauf aufmerksam zu machen, dass jedes Jahr viele Hektar Blühstreifen (Blumenwiesen für Insekten) freiwillig von Landwirten angelegt werden. Als kleines aufforderndes Zeichen, dass jeder, auch innerorts etwas für Insekten unternehmen kann, wurden kleine Tütchen mit speziell für den Insektenschutz zusammengestellten Blüh-Mischungen verschenkt. Im Großen und Ganzen sind die Landwirte mit ihrer Aktion zufrieden. Sie konnten in relativ kurzer Zeit alle 400 Blumensamentüten verteilen, sodass Everswinkel im Frühjahr richtig aufblühen kann.

Die Landwirte fordern, dass die Ursache des Insektenrückgangs ergebnisoffen, wissenschaftlich basiert und nicht allein auf die Landwirtschaft beschränkt erforscht werden muss. Auch Einflüsse durch Mobilfunk, Lichtverschmutzung, Zerstörung von Lebensräumen für Siedlungs-Industrie-und Verkehrsflächen, Krankheiten und der Klimawandel müssen berücksichtigt werden. Als beunruhigend bewerten die Landwirte den momentanen Flächenverbrauch von 23 Hektar täglich in NRW. Wenn diese Verschwendung von wertvollem Ackerland uneingeschränkt beibehalten werde, so wären rechnerisch schon in 300 Jahren sämtliche Agrarflächen versiegelt.

Auch in Everswinkel soll aktuell wieder ein Baugebiet entstehen und somit wertvolle Naturfläche zerstört werden. Auf der für das Baugebiet vorgesehenen Flächen befinden sich eine Streuobstwiese, Hecken, Felder, Wiesen Lebensraum für bedrohte Tierarten, wie die Feldlerche dessen Umsiedlung in der Regel erfolglos ist. Brauchen wir wirklich immer neue Baugebiete? Soll sich eine Gemeinde wie Everswinkel wirklich als Schlafstadt von Münster degradieren? Ist größer immer besser oder schaffen wir uns und unseren Nachkommen nur kaum lösbare Probleme? Kann es sein dass unsere örtlichen Politiker im Grunde immer noch den Zeitgeist der 80er Jahre folgend, schlicht Größe mit Erfolg verwechseln? Wir Landwirte glauben nicht, dass man einer Generation Greta so etwas noch erzählen kann und fordern sofortiges Umdenken. Wieder-/Nachnutzung im Bestand, Eingeschränkte Ausweisung von Bauland für ortsansässige Bürger reichen aus, um die örtliche Nachfrage zu decken. Als besonders belastend bezeichnen die Landwirte den fehlenden Rückhalt seitens der Politik. Mehr noch zwängt sich ihnen der Verdacht auf, dass sie als Sündenbock für sämtliche Fehlentwicklungen herhalten müssen. Nein, nicht immer sind nur die Landwirte an allem Schuld.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7209489?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F128%2F
16-Jähriger liefert sich Verfolgungsjagd mit Polizei
Unter Drogeneinfluss: 16-Jähriger liefert sich Verfolgungsjagd mit Polizei
Nachrichten-Ticker