Freizeitbad auf unbestimmte Zeit geschlossen
Keine Welle im Vitus-Bad

Everswinkel -

Das Kappen der Leitungen ins öffentliche Leben schreitet weiter voran. Zu den gesperrten Einrichtungen gehören nun auch Schwimmbäder – so wie das Vitus-Bad in Everswinkel. Dort blieben schon am Montag die Türen geschlossen. Die noch unbestimmte Schließungsphase wird sich finanziell sehr deutlich negativ bemerkbar machen, wie der Geschäftsführer der Gemeindewerke prognostiziert.

Mittwoch, 18.03.2020, 09:35 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 10:00 Uhr
Spiegelglatt die Wasseroberfläche im Vitus-Bad, keine Gast macht die Welle. Das Freizeitbad ist aufgrund der Erlasse der Landesregierung auf unbestimmte Zeit geschlossen.
Spiegelglatt die Wasseroberfläche im Vitus-Bad, keine Gast macht die Welle. Das Freizeitbad ist aufgrund der Erlasse der Landesregierung auf unbestimmte Zeit geschlossen. Foto: Klaus Meyer

Still ruht der See. Aber nicht nur der. Auch die Wasseroberfläche des Vitus-Bades ist spiegelglatt – kein Badegast sorgt für Wellen. Seit Montag ist das Everswinkeler Freizeitbad geschlossen. Die Vorgabe der Landesregierung, Schwimmbäder im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen zu schließen, hätte zwar erst Dienstag gegriffen, doch die Gemeindewerke Everswinkel GmbH (GWE) hatten zuvor bereits entschieden, diesen Schritt parallel mit den Schulschließungen am Montag zu vollziehen. Die Pause wird finanziell deutlich durchschlagen.

Am Montag traf sich GWE-Geschäftsführer Bernhard Feikus zur Dienstbesprechung mit dem Team des Vitus-Bades, um anstehende Schritte zu erörtern. Diese Dienstbesprechungen sollen auch in den kommenden Wochen regelmäßig fortgeführt werden, um zeitnah auf aktuelle Erfordernisse zu reagieren. Feikus gibt sich angesichts der Corona-Entwicklung keinerlei Illusion hin. „Ich persönlich rechne damit, dass wir nicht mit der Frist auskommen werden“, kommentiert er die Schließungsanordnung der Landesregierung bis 19. April.

Das sind durchaus Verluste pro Woche im fünfstelligen Bereich.

Bernhard Feikus, Geschäftsführer der Gemeindewerke Everswinkel

Das Defizit, das Bäder im Allgemeinen ohnehin verursachen, wird dadurch spürbar größer ausfallen. Feikus rechnet vor: Bei rund 100 000 Besuchern im Jahr und umgerechnet somit etwa 2 000 Gästen pro Woche (bei Eintrittserlösen von 4,20 bis 6,50 Euro) seien das „durchaus Verluste pro Woche im fünfstelligen Bereich. Das ist schon bemerkenswert.“ Dabei habe das Bad bis jetzt zur Corona-Krise „ganz ordentliche Besucherzahlen gehabt“. Ein Mitarbeiter kümmert sich um die Kontaktierung von Bad-Kunden, die Kurse gebucht haben. Jahreskarten- und Drei-Monatskarten-Besitzern sollen keine Nachteile aus der vorübergehenden Schließung entstehen.

Um Kosten zu sparen, werde die Temperatur im Bad jetzt abgesenkt. Ob auch das Wasser abgelassen wird, soll in dieser Woche entschieden werden. Ebenso wird geprüft, ob sich größere, für den Herbst geplante Instandhaltungs-Arbeiten von externen Firmen vorgezogen werden können. Das Personal des Bades werde nun kleinere Wartungs- und Reparaturarbeiten vorziehen, und „Ordnung und Sauberkeit auch im Außenbereich ist jetzt unser Thema“. Zudem werden Überstunden abgefeiert und Urlaube genutzt. Die GWE hat insgesamt 25 Mitarbeiter inklusiv aller Teilzeitkräfte und auch bereits ihr Kundencenter an der Hovestraße geschlossen. Der Telefondienst ist aber weiter gewährleistet. „Wir werden alles daran setzen, dass wir das Soziale unserer Mitarbeiter immer im Blick haben“, betont Feikus.

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