Sertürner-Apotheke regelt Zugang
Mitarbeiter und Kunden schützen

Everswinkel -

Die Sertürner-Apotheke trägt den außergewöhnlichen Bedingungen im Zuge der Corona-Krise Rechnung. Um Mitarbeiter und Kunden zu schützen, wurden von Inhaber Dr. Oliver Röttger Maßnahmen umgesetzt. Bis die am Montag dann greifen konnten, gab‘s eine Übergangslösung beim Bedienen – zum Missfallen einer Kundin.

Mittwoch, 18.03.2020, 08:08 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 08:30 Uhr
Warten vor der Sertürner-Apotheke. Zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden ist der Zugang geregelt.
Warten vor der Sertürner-Apotheke. Zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden ist der Zugang geregelt. Foto: Klaus Meyer

Die 54-jährige Everswinkelerin wollte es nicht glauben. Kurz nach 8 Uhr wollte sie am Montag mit einem Rezept ihre Medikamente in der Sertürner-Apotheke abholen. Doch ihr Weg endete schon vor der Tür. Kein Zugang, Bedienung über den Notdienstschalter. Vor der Tür, so schildert sie die Situation gegenüber den WN , eine Schlange, in der bei niedrigen Außentemperaturen auch ältere Menschen warteten. 20 Minuten und länger habe es gedauert, sie selbst sei nach einer halben Stunde gegangen – ohne Medikamente.

„Ich war schockiert. Ich fand das menschenunwürdig, die alten Menschen dort stehen zu lassen. Es war ja nicht warm“, zeigt die Frührentnerin wenig Verständnis für diese Art der Abfertigung, die der Apotheker mit dem Schutz seiner Mitarbeiter begründet habe. Da sei die Ansteckungsgefahr in der Schlange im Supermarkt doch viel höher. Die Everswinkelerin (Name ist der Redaktion bekannt) wandte sich danach an die Apothekerkammer, um zu erfragen, ob solche Maßnahmen notwendig seien.

Nun machen diese außergewöhnlichen Zeiten auch außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich. Aber so „unwürdig“ war es dann doch nicht, wie sich in einem Gespräch mit dem Inhaber der Apotheke herausstellte. „Die Versorgung der Kundinnen und Kunden hat für mich oberste Priorität. Dazu gehört auch der Schutz der Kundschaft und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont Inhaber Dr. Oliver Röttger gegenüber den WN. „Eine funktionierende Apotheke ist ein wichtiger Baustein in unserem Gesundheitswesen.“

Was die Frührentnerin nicht wusste: Apotheker Röttger hatte am Wochenende bauliche Maßnahmen eben zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern in der Apotheke vorgenommen – etwa eine schützende Plexiglasscheibe am Bedienungstresen – und diese Arbeiten waren zu dem Zeitpunkt am Montagmorgen noch nicht endgültig abgeschlossen, „so dass eine Gefährdung der Menschen nicht auszuschließen war.“ Insofern habe die Bedienung zunächst am Notdienstschalter stattgefunden, der aber großzügig dimensioniert sei und „der Situation vollkommen angemessen war“. Später erfolgte dann der geregelte Zugang in die Apotheke für maximal drei Kunden gleichzeitig. Von allen anderen Kunden habe er durchweg positiv Resonanz bekommen. „Die Menschen haben verstanden worauf es ankommt“, bilanziert Röttger, der unterstreicht, dass es „von immenser Wichtigkeit ist, den Betrieb einer Apotheke zum Wohle aller aufrecht zu erhalten“.

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