Männergemeinschaft und LOV in Einbeck auf Info-Tour
KWS und Brauerei besichtigt

Alverskirchen -

Die Katholische Männergemeinschaft Alverskirchen hatte jüngst zusammen mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverein (LOV) zu einem gemeinsamen Tagesausflug nach Einbeck eingeladen. Ziel war zunächst die „Kleinwandslebener Saat“, besser bekannt unter der Abkürzung „KWS“, die seit dem Jahr 1856 Saatgut für die Landwirtschaft produziert.

Freitag, 20.03.2020, 07:39 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 12:26 Uhr
Die Katholische Männergemeinschaft Alverskirchen hatte jüngst zusammen mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverein (LOV) zu einem gemeinsamen Tagesausflug nach Einbeck eingeladen. Ziel war zunächst die „Kleinwandslebener Saat“ (KWS).
Die Katholische Männergemeinschaft Alverskirchen hatte jüngst zusammen mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverein (LOV) zu einem gemeinsamen Tagesausflug nach Einbeck eingeladen. Ziel war zunächst die „Kleinwandslebener Saat“ (KWS). Foto: Männergemeinschaft

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Zunächst erfolgte ein Vortrag über das Familienunternehmen. Ursprünglich war das Unternehmen in Kleinwandsleben bei Magdeburg beheimatet. Seinerzeit wurden Zuckerrüben gezüchtet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Unternehmen von den Aliierten nach Einbeck verlagert, wo bereits einige Familienmitglieder wohnten. Im Laufe der Zeit kamen für die Züchtung verschiedene Getreidesorten hinzu. Seit letztem Jahr werden auch verschiedene Gemüsesorten gezüchtet.

Weltweit hat das Unternehmen 5500 Mitarbeiter, davon 1500 am Standort Einbeck. Gerade im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist die Herausforderung immens. Da je nach Region unterschiedliche Maissorten benötigt werden (Bodenbeschaffenheit, Klima usw.), wird auf diesem Gebiet intensiv geforscht. In jeder neuen Sorte stecken 8 bis 10 Jahre Entwicklungsarbeit. Rund 17 Prozent des Umsatzes fließen in die Forschung und Züchtung. So laufen z.B. spezielle Züchtungsprogramme für trockenresistente Pflanzen als Antwort auf knappe Wasserressourcen. Von etwa 800 zugelassenen Maissorten produziert die Firma KWS zwischen 50 und 60. Nach dem Vortrag begann die interessante Führung durch Gewächshäuser.

Zweites Ziel war die weit über die Grenzen hinaus bekannte Brauerei von Einbeck, die erstmals im Jahr 1378 urkundlich erwähnt wurde. Ab 1550 bezog der bayerische Hof das Bier aus Einbeck. Die bayerischen Herzöge schätzten das Starkbier sogar so sehr, dass sie, um die teuren Importe zu vermeiden, ein Hofbräuhaus in München errichteten – dort, wo heute das Hofbräuhaus steht.

Da die Qualität des Münchener Bieres mit dem aus Einbeck nicht mithalten konnte, wurde dann mit Erfolg versucht, den Einbecker Braumeister Elias Pichtler abzuwerben. Somit begann ab 1614 die Herstellung des Bieres in München nach Einbecker Brauart. Nach der damaligen Sprach- und Schreibweise entstand aus dem „Einpöckischen“ das bayerische „Oanpock“, woraus dann später das Wort „Bock-Bier“ entstand. Selbst Martin Luther lobte 1531 auf dem Reichstag zu Worms das Einbecker Bier.

Anschließend erfolgte die Führung durch das Gebäude, vom vollautomatischen Brauprozess über die Filtrieranlage, durch die bis zu 40 000 Liter Bier pro Stunde laufen können, bis hin zur Flaschenabfüllung. Auch hier ist die Zahl gigantisch -pro Stunde beträgt die Kapazität bis zu 80 000 Flaschen. Der eigentliche Brauprozess dauert je nach Biersorte zwischen 4 bis 6 Wochen. Bis zu 46 Millionen Liter Bier können nach dem Brauprozess gelagert werden, ehe es ausgeliefert wird Natürlich gönnten sich die Alverskirchener Ausflügler dann auch noch eine Kostprobe.

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