Offener Brief von Pfarrer Pawel Czarnecki an die Kirchengemeinde
Nahe sein in Zeiten größerer Distanz

Everswinkel/Alverskirchen -

In einem offenen Brief an die Mitglieder Kirchengemeinde St. Magnus-St. Agatha nimmt Pfarrer Pawel Czarnecki Stellung zu den augenblicklichen Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise und informiert über aktuelle Regelungen.

Samstag, 21.03.2020, 07:46 Uhr aktualisiert: 21.03.2020, 07:50 Uhr
Pfarrer Pawel Czarnecki: „Wir bleiben in Verbindung.“
Pfarrer Pawel Czarnecki: „Wir bleiben in Verbindung.“ Foto: privat

„Liebe Gemeinde,

wir bleiben in Verbindung! In diesen Zeiten sind wir aufgefordert, körperliche Distanz zu halten. Mit und durch den Geist Christi bleiben wir mit Gott und den Menschen verbunden, auch wenn die Feier gemeinsamer Gottesdienste nicht möglich ist. Für Christen sind die Worte und Taten Jesu Christi ein wichtiger Kompass auf dem Lebensweg. Jeden Sonntag können wir in normalen Zeiten in der Eucharistiefeier Kraft tanken. Da ist es besonders schmerzlich, wenn dies zurzeit gemeinschaftlich nicht möglich ist. Gott sei Dank gibt es die Medien, die uns zusammenführen und über die wir weiter eine geistige Gemeinschaft bilden können. Papst, Bischöfe und Priester feiern weiterhin die Eucharistie (siehe Gottesdienste in den Medien).

Auch Pastor Thomas und ich werden regelmäßig Eucharistie feiern, der Not gehorchend ohne direkte Beteiligung der Gläubigen. Wir werden alle unsere Sorgen im Gebet vorbringen, aber auch die große Dankbarkeit für die vielen Menschen, die in der Politik, beruflich oder ehrenamtlich hart arbeiten, um die Versorgung und Pflege sicherzustellen und um Schlimmeres zu vermeiden.

Bis zum Mittwoch der Karwoche werden in vielen deutschen Bistümern jeden Tag um 19.30 Uhr alle Glocken läuten, um uns zum Innenhalten und persönlichen Gebet in unseren Häusern und Familien zusammenzuführen. Hierzu ist nachfolgend beigefügt ein Gebetsvorschlag unseres Bischofs Felix .

Die Marienkapelle in Everswinkel und die St. Agatha Kirche in Alverskirchen sind tagsüber offen und für das persönliche Gebet zugänglich. Für Gespräche und Rückfragen stehen wir als Seelsorgeteam der Pfarrei Ihnen zu den auf der Homepage www.magnus-agatha.de genannten Telefonnummern zur Verfügung.

In und durch Jesus Christus bleiben wir miteinander verbunden.“

Ihr

Pfarrer Pawel Czarnecki

 

Gebetsvorschlag von Bischof Felix Genn:

„Jesus,

unser Gott und Heiland,

in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt

kommen wir zu Dir und bitten Dich:

für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;

für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;

für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern;

für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und international, die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen;

für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;

für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen;

für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;

für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert waren.

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht,

hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.

Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander.

Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.

Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden, wie wir miteinander in Kontakt bleiben.

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren, so stärke in uns die Gewissheit, dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.

Wir stehen in der Fastenzeit. In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt, die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben und die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen.

Gott, unser Herr, wir bitten Dich: Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt, unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern, indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen, die uns begegnen, annehmen und uns mit allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.

Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.“

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