Alverskirchen blüht wieder auf
Ein Stück Naturparadies für alle

Alverskirchen -

„Alverskirchen blüht auf“. Das war der tragende Titel einer Aktion Alverskirchener Landwirte. Die Idee: Landwirte stellen Ackerflächen und Saatgut zur Verfügung, und Bürger übernehmen gegen einen festen Betrag die Patenschaft für jeweils 100 Quadratmeter Fläche oder mehr. Eine blühende Idee, die regen Zuspruch fand. Nun steht die Neuauflage an. Und die Organisatoren hoffen auch eine noch größere Beteiligung aus der Bürgerschaft.

Mittwoch, 08.04.2020, 08:37 Uhr aktualisiert: 13.04.2020, 12:22 Uhr
Christoph Gerd-Holling (l.) und Leonard Schulze Hockenbeck haben das Startsignal gegeben. Ab sofort können sich Bürger, Firmen und Parteien für die Wiederauflage des Blüh-Paten-Projekts „Alverskirchen blüht auf“ anmelden.
Christoph Gerd-Holling (l.) und Leonard Schulze Hockenbeck haben das Startsignal gegeben. Ab sofort können sich Bürger, Firmen und Parteien für die Wiederauflage des Blüh-Paten-Projekts „Alverskirchen blüht auf“ anmelden. Foto: Klaus Meyer

Fast mutet es an wie ein Déjà-vu. Es ist April, die Sonne scheint, wolkenloser Himmel, und auf dem Acker stehen Christoph Gerd-Holling und Leonard Schulze Hockenbeck. So wie vor einem Jahr. Damals stellten die beiden ein Projekt des landwirtschaftlichen Ortsvereins vor, bei dem es um Insektenschutz und Wildblumen ging. „Alverskirchen blüht auf“, hieß das Patenschaftsprojekt, bei dem sich Bürger einbringen konnten, um möglichst viel landwirtschaftliche Fläche aufblühen zu lassen. So soll es auch in diesem Jahr sein. Die Aktion steht vor der Fortsetzung.

„Es ist relativ gut angelaufen letztes Jahr, das wollen wir jetzt fortführen.“

Leonard Schulze Hockenbeck

Der Acker, auf dem Gerd-Holling und Schulze Hockenbeck stehen, ist diesmal ein anderer. Er liegt direkt hinter dem Ortsausgang in Richtung Sendenhorst auf der rechten Seite und wird von Günter Deipenwisch bewirtschaftet. Eine ziemlich große Fläche. Ob sie komplett zum Blütenmeer wird? „Wenn‘s ganz gut läuft . . . aber ich glaube nicht“, wiegt der LOV-Vorsitzende Christoph Gerd-Holling seinen Kopf leicht hin und her. 32 Blüh-Paten waren es zur Premiere im vergangenen Jahr. Fast 4 000 Quadratmeter insgesamt an der L811 ortauswärts Richtung Telgte und am Hollinger Weg. „Wir wollen schon gerne 10 000 Quadratmeter einsäen“, gibt sich Leonard Schulze Hockenbeck offensiv optimistisch. „Es ist relativ gut angelaufen letztes Jahr, das wollen wir jetzt fortführen.“

Eine zweite Blühfläche soll es in Richtung Everswinkel gegenüber des Hofes Kuhlmann geben. Man wolle die Aktion nicht auf einer Fläche konzentrieren. „Wir können den Insekten ja auch nicht erklären, dass sie alle hier hinfliegen sollen“, lacht Schulze Hockenbeck.

Ein buntes Bild: Die neue Saatmischung für dieses Jahr enthält noch mehr Komponenten.

Ein buntes Bild: Die neue Saatmischung für dieses Jahr enthält noch mehr Komponenten. Foto: Klaus Meyer

Die Landwirte stellen dafür ihre Flächen kostenlos zur Verfügung. Der Verdienstausfall für sie liegt da bei 350 bis 400 Euro je Hektar rechnet Schulze Hockenbeck vor. Überdies gebe es ja Radwege in alle vier Himmelsrichtungen, „da könnten sich die Bürger auch dran beteiligen. Dort sind die Landwirte zusammen mit dem WLV und dem Saatgut von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft ohnehin schon länger aktiv.

Die Spielregeln für „Alverskirchen blüht auf“ sind die gleichen wie im vergangenen Jahr. Für 50 Euro Paten-Spende werden Anfang Mai 100 Quadratmeter Blumenmischung eingesät. „Wir haben das Saatgut noch mal verfeinert“, noch mehr Komponenten seien laut Schulze Hockenbeck enthalten. „Man braucht besser 20 verschiedene Komponenten als zehn“, ergänzt Gerd-Holling. Schließlich soll Alverskirchen von Juni bis Ende September aufblühen. Von den Einnahmen werden zunächst die Kosten fürs Saatgut gedeckt, der Überschuss wird sinnvoll gespendet. „Den einen oder anderen Baum wollen wir pflanzen, wenn etwas übrig bleibt, und gegebenenfalls noch etwas an den Kindergarten geben“, hofft Gerd-Holling auf rege Beteiligung.

„Es soll ja nicht nur schön aussehen, wir wollen aktiv etwas machen zum Insektenschutz“, betont Schulze Hockenbeck am Ende. Wer da mit ins Boot steigt und die Aktion als Pate unterstützt, wird wieder auf einer Patentafel gewürdigt. Die darf länger ausfallen als 2019. Mit mehr Bürgern, mehr Betrieben und Unternehmen und auch mehr Parteien. Im vergangenen Jahr griff nur die CDU dafür in die Schatulle. Im Kommunalwahljahr 2020 geht da vielleicht noch mehr.

Anmeldungen für Blüh-Patenschaften bei Christoph Gerd-Holling ( 0 173/7 26 34 16) und Leonard Schulze Hockenbeck ( 0176/41 83 18 03) sowie über die E-Mail-Adresse: lovalverskirchen@gmail.com

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7359807?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F128%2F
Nachrichten-Ticker