Notbetreuung am Beispiel des St.-Agatha-Kindergartens
Eine ganz andere Zeit in der KiTa

Alverskirchen -

Die KiTa St. Agatha ist derzeit bemerkenswert ruhig. Das liegt daran, dass derzeit nur zwei Notgruppen mit insgesamt 18 Kindern betreut werden.

Dienstag, 05.05.2020, 08:05 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 15:44 Uhr
Die beiden Erzieherinnen Karina Roers und Klara Arnemann (v.l.) mussten sich genau wie die Kinder an den ungewöhnlichen Kita-Alltag gewöhnen.
Die beiden Erzieherinnen Karina Roers und Klara Arnemann (v.l.) mussten sich genau wie die Kinder an den ungewöhnlichen Kita-Alltag gewöhnen.

Nur sehr wenige Eltern dürfen ihre Zöglinge derzeit zur Betreuung in die KiTa bringen. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte die Landesregierung bereits Mitte März beschlossen, dass alle KiTas unverzüglich zu schließen sind. Nur Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, können eine Notbetreuung in Anspruch nehmen. „Bei uns werden derzeit 18 Kinder in zwei Notgruppen betreut“, sagt Sylvia Stasch , Leiterin der KiTa St. Agatha.

Im wöchentlichen Rhythmus wechselt sich ein Team aus zwei Erziehern der KiTa mit den jeweils anderen Kollegen ab. Diejenigen, die nicht in der KiTa gebraucht werden, kümmern sich im Home-Office um Dinge, für die im Arbeitsalltag oft zu wenig Zeit bleibt. „Die Erzieher kümmern sich von zu Hause aus um Dokumentationen, Integrationsanträge oder Portfoliomappen“, so Stasch. Mit steigender Anzahl der zu betreuenden Kinder würden natürlich auch weitere Kollegen wieder vor Ort arbeiten. „Die Gruppengröße darf zehn Kinder nicht überschreiten, andernfalls würden wir eine neue Gruppe aufmachen.“

Daran, dass sich der KiTa-Alltag mit so wenigen Kindern ganz anders gestaltet als sonst, mussten sich die Erzieher genau wie die Kinder erst gewöhnen. „Schon am Dienstag nach der offiziellen Bekanntgabe kamen zwei Kinder zu uns. Natürlich war es für alle sehr ungewohnt. Enger Kontakt sollte vermieden werden, und weitere Spielkameraden für die Kleinen waren nicht da“, erzählt Erzieherin Karina Roers . Schneller als gedacht hätten sich alle an die ungewöhnliche Stille gewöhnt.

Nur der enge Kontakt zu den Kindern sei schwer zu unterbinden. „Gerade in so ungewöhnlichen Situationen suchen die Kinder Nähe“, weiß Roers. Im Laufe der nächsten Tage kamen mehr Kinder zur Notbetreuung – bis heute insgesamt acht. „Die Gruppengröße ist natürlich prima – wir haben viel Zeit für jedes einzelne Kind und können mit ihnen Dinge unternehmen, die in großen Gruppen nicht möglich wären“, nennt Roers einen Vorteil.

„Wir haben, wie alle anderen auch, erst ganz spontan von der Schließung erfahren“, erinnert sich Stasch. Dennoch sei seitens des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sowie des Bistums schnell und stets informativ reagiert worden. „Das Wochenende nach der Bekanntgabe durch Ministerpräsident Armin Laschet war natürlich sehr unruhig. Aber wir haben viele E-Mails bekommen und intensiv mit einigen Verantwortlichen gesprochen – so konnte einiges geklärt werden“, blickt die KiTa-Leiterin auf die Phase zurück.

Wann und wie es wieder zum Normalbetrieb in der KiTa St. Agatha kommen wird, ist derzeit noch ungewiss. Leicht wird es aber vermutlich nicht. „Nach so langer Zeit, sind die Kinder aus ihren ganzen Ritualen raus und sicherlich verunsichert. Wir werden aber unser Bestes geben, um die Kinder aufzufangen und sie abzulenken“, betont Roers.

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