Bauprojekt der DJK Rot-Weiß
Die Zeit der Eigenleistungen

Alverskirchen -

Architektonisch und bautechnisch ist der Begriff sicherlich korrekt, optisch wohl eher weniger. Wer in diesen Tagen vor dem Neubau ans Sportlerheim der DJK Rot-Weiß Alverskirchen steht, der staunt. Der neue Baukörper prägt die Kulisse so markant, dass man über die Bezeichnung „Anbau“ schmunzeln muss. Das Erweiterungsprojekt des Sportvereins ist inzwischen so weit gediehen, dass die Zeit für Eigenleistungen reif ist.

Samstag, 16.05.2020, 08:30 Uhr aktualisiert: 17.05.2020, 09:11 Uhr
Die Gerüst-Hüllen sind gefallen, die Fensterrahmen gerade eingebaut: Das neue Gebäude der DJK Rot-Weiß Alverskirchen hat Gestalt angenommen und ist weit mehr als nur ein „Anbau“.
Die Gerüst-Hüllen sind gefallen, die Fensterrahmen gerade eingebaut: Das neue Gebäude der DJK Rot-Weiß Alverskirchen hat Gestalt angenommen und ist weit mehr als nur ein „Anbau“. Foto: Klaus Meyer

Der Rohbau steht, das Dach ist drauf, und die Fenster sind da. „Die Hülle steht jetzt“, stellt Frank Wiesmann , stellvertretender Vereinsvorsitzender zufrieden fest. Nun folgen Trockenbau, Elektroarbeiten, Putz, Estrich, dann die Malerarbeiten. „Jetzt ist erst mal die ganze Technik dran.“ Über großartige Verzögerungen musste sich der Vereinsvorstand nicht ärgern. Beim Dach verzögerten sich ein paar Elemente, eine Auswirkung der Corona-Stausituation an der polnischen Grenze. „Eigentlich lief alles alles ganz gut durch“, bilanziert Wiesmann.

Blick von hinten auf die Verbindung der beiden Baukörper.

Blick von hinten auf die Verbindung der beiden Baukörper. Foto: Klaus Meyer

„Jetzt fangen wir langsam mit den Eigenleistungen am Neubau an“, nachdem es vor der Bauphase schon Arbeitseinsätze an der Terrasse und für eine Baumfällung gab. So werden auch die alten Vertäfelungen am Sportlerheim entfernt. Die Elektroarbeiten erfolgen weitgehend in Eigenarbeit, der Trockenbau zum Teil. „Wir werden auch den Estrich selbst machen“, und die Außenanlagen werden vorbereitet, wo die Terrasse geplant ist. „Wir haben immer jemanden in den eigenen Reihen dabei, der das kann. Bei knapp 800 Mitgliedern sind viele Berufsgruppen vertreten“, freut sich Wiesmann. Eigenarbeit spart Geld. „Schön, dass das Engagement so hoch ist.“

Das sonst obligatorische Feierabend-Bier fällt aus.

Frank Wiesmann

Was den Arbeitseinsatz angeht, so sei der angemeldet und registriert, und man stimme sich eng mit der Gemeinde ab. Das Arbeiten in Zeiten mit Corona ist nämlich ein anderes als ohne. Es darf nur eine bestimmte Zahl von Mitgliedern auf der Baustelle sein, Abstandsregelungen sowie Mund- und Nasenschutz sind Pflicht. Es gelte darauf zu achten, dass man nicht „wild“ Arbeitseinsätze von Mitgliedern plane. „Vor Corona wären das sicher mehr gewesen.“ Und: „Das sonst obligatorische Feierabend-Bier fällt aus“, bedauert der stellvertretende Vereinsvorsitzende. „Das ist schon eine Einschränkung“, und die werde gegebenenfalls auch etwas mehr Zeit kosten. Anvisiertes Fertigstellungsziel sei der Spätsommer. Überlegungen zur Eröffnungen machten hingegen „jetzt noch überhaupt keinen Sinn“.

Blick in den großen Raum des Anbaus. Hinter den Fenstern fällt der Blick in den Altbau.

Blick in den großen Raum des Anbaus. Hinter den Fenstern fällt der Blick in den Altbau. Foto: Klaus Meyer

Was die Öffnung der Sportangebote nach der Zwangspause angehe, so will der Verein das „nicht im Hauruck-Verfahren“ betreiben. Ermöglicht werden könne Tanzen, Badminton, Volleyball unter bestimmten Voraussetzungen und Fußball. Letzteres aber noch nicht für die ganz kleinen Kicker, sondern ab U9. Der Fitness- und Gesundheitskursus laufe schon eine Weile über ein Online-Angebot mittels der Kommunikations-App „Zoom“. „Da sind wir relativ schnell mit angefangen, das läuft super“, so Wiesmann. Noch nicht wieder erlaubt sei hingegen Ausdauertraining in der Sporthalle. In einer Konferenz mit den Abteilungsleitern in dieser Woche sei ein Konzept erstellt worden, wie es laufen könne. Eine Beschilderung sei vorbereitet, Trainer seien informiert. Ferner sei auch klar gemacht worden, dass alles freiwillig laufe. „Wenn sich ein Übungsleiter das nicht zutraut, wird er das auch nicht tun“, betont Wiesmann. Gesundheit und Wohlbefinden bleiben oberstes Gebot.

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