Eichenprozessionsspinner ist wieder da
Rückkehr eines lästigen Besuchers

Everswinkel -

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners werden langsam aber sicher präsent. „Die anhaltend trockene Witterung und der wiederum insgesamt warme Witterungsverlauf scheint die Entwicklung der Tiere zu fördern, denn es wurde bereits jetzt an einigen Stellen die Zusammenballung der behaarten Tiere entdeckt“, teilt Gemeinde-Umweltberater Bernd Schumacher mit.

Montag, 25.05.2020, 07:45 Uhr aktualisiert: 26.05.2020, 15:00 Uhr
Eine Eichenprozessionsspinner-Kolonie an einer Eiche im Baugebiet Möllenkamp.
Eine Eichenprozessionsspinner-Kolonie an einer Eiche im Baugebiet Möllenkamp. Foto: Gemeinde

Somit könnten die Corona-Distanzregeln jetzt auch auf die Bereiche rund um Stieleichen ausgedehnt werden, wenn sich dort EPS-Raupen aufhalten. Die Haare der Tiere können bekanntlich Juckreiz und allergieartige Reaktionen auslösen. „Der Kontakt mit den Haaren der Tiere sollte daher unbedingt vermieden werden.“

Es gebe allerdings durchaus Verwechslungsmöglichkeiten. Wenn es sich bei der befallenen Pflanze nicht um eine Eiche handele, sei es in der Regel auch nicht der Eichenprozessionsspinner. Der Ringelspinner sehe sehr ähnlich aus und sei zeitgleich an Obst- und verschiedenen Feldgehölzen zu finden. Die Gespinstmotte tauche in verschiedenen Arten meist auf Apfelbäumen und Pfaffenhütchen auf. Sie profitierten ebenfalls von der Witterung und seien aktuell bereits häufig zu finden. Es lohne sich also ein (vorsichtiger) genauer Blick.

Die Gemeinde Everswinkel nutzt bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zunächst vorbeugende Maßnahmen. In Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Bürger-Teams Alverskirchen und mit allen Schulen im Ort wurden zahlreiche Meisen-Nistkästen aufgehängt. Die Meisen bedienen sich zur Aufzucht der Jungvögel der Raupen des Eichenprozessionsspinners, so lange sie noch ungiftig sind. Auf diese Weise werde die Anzahl der Raupen bereits deutlich reduziert. Schumacher hat aktuell feststellen können, dass die Nistkästen intensiv angenommen würden.

Eine der Eichenprozessionsspinner-Fallen in einer Eiche an der Kolpingstraße.

Eine der Eichenprozessionsspinner-Fallen in einer Eiche an der Kolpingstraße. Foto: Gemeinde

Als weitere Maßnahme habe der Gemeinde-Bauhof an mehreren Stellen Fallen mit einem Hormonlockstoff aufgehängt, in denen die Raupen gesammelt werden. „Wir wollen die Wirksamkeit dieses Verfahrens jetzt einmal ausprobieren“, meint der Umweltbeauftragte. Eine Biozid-Bekämpfung, wie sie an anderer Stelle angewendet wird, lehnt Schumacher ab. „Es werden auch etliche andere Raupen getötet, und ein Versuch im Außenbereich im letzten Jahr hat keinen messbaren Erfolg gebracht.“

Vielmehr will die Gemeinde ab Juni wieder mit dem Absaugen der Nester beginnen. „Das dürfen wir aber nicht zu früh machen, da die Tiere dann noch mobil sind. Wir erwischen dann nicht alle und die Maßnahme hat keinen Erfolg.“ Es sei wichtig, den Zeitpunkt der Puppenruhe abzuwarten. „Nur dann können wir die Anzahl der giftigen Haare maximal reduzieren und verhindern, dass aus den Puppen Falter werden, die dann wieder, jeder für sich, tausende Eier ablegen“, äußert sich der Umweltbeauftragte zuversichtlich.

Um die Maßnahmen möglichst effektiv zu machen, werden im Rathaus sämtliche Fundmeldungen gesammelt und dann der ausführenden Firma zugespielt. Dabei werde wie im Vorjahr in verschiedenen Prioritäten verfahren. Sensible Bereiche an Schulen, Kindergärten, Altenheimen und Spielplätzen werden gegenüber einsam gelegenen Einzelbäumen im Außenbereich bevorzugt behandelt. Es werde auch insgesamt keine flächendeckende Absaugung geben können. „Auf Privatflächen wird sich auch jeder selbst kümmern müssen“, macht Schumacher klar.

Meldungen zum Eichenprozessionsspinner bitte per E-Mail an schumacher@everswinkel.de oder telefonisch unter  0 25 82/8 82 08.

Meisen-Nistkästen im Bereich des „Großen Kamps“ in Alverskirchen. Auf die Hilfe der Vögel war verstärkt gesetzt worden.

Meisen-Nistkästen im Bereich des „Großen Kamps“ in Alverskirchen. Auf die Hilfe der Vögel war verstärkt gesetzt worden. Foto: Gemeinde

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