Versammlung der Grünen: Eigener Bürgermeister-Kandidat
Mit komplettem Team ins Rennen

Everswinkel -

Und nun sind es drei Bewerber fürs Bürgermeisteramt. Der Ortsverband der Grünen hat am Wochenende die Personalplanung für die Kommunalwahl im September abgeschlossen. Neben den 13 Kandidaten für die Wahlbezirke und die Reserveliste wurde auch ein eigener Kandidat für die Position des Bürgermeisters gekürt. Zudem wurden das Wahlprogramm beschlossen und die Vorstandsspitze gewählt.

Dienstag, 09.06.2020, 07:45 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 15:04 Uhr
Versammlung des Ortsverbandes der Grünen auf dem Gelände der Waldorfschule: Johannes Schniggendiller, Reimund Wernery, Bürgermeister-Kandidat Jürgen Günther, Fraktionssprecher Karl Stelthove, Ortsvorsitzende Marion Schniggendiller, Ortssprecher Markus Thews,
Versammlung des Ortsverbandes der Grünen auf dem Gelände der Waldorfschule: Johannes Schniggendiller, Reimund Wernery, Bürgermeister-Kandidat Jürgen Günther, Fraktionssprecher Karl Stelthove, Ortsvorsitzende Marion Schniggendiller, Ortssprecher Markus Thews, Foto: Grüne

Schulbesuch am Samstag an der Waldorfschule. Es waren allerdings keine Schüler, die den Weg aufs Gelände suchten, sondern Kommunalpolitiker. Nachdem die Corona-Pandemie auch den Everswinkeler Grünen jüngst bereits einen Strich durch die Terminrechnung gemacht hatte, sollten jetzt endlich die personellen Weichen für die Kommunalwahl im September gestellt werden. Für Grünen-Mitglied Jürgen Günther wurde es ein besonderes „Heimspiel“: Der Geschäftsführer der Freien Waldorfschule wurde nämlich zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl gekürt. Er ist damit neben dem SPD-Vorsitzenden Dr. Wilfried Hamann der zweite Herausforderer von Amtsinhaber Sebastian Seidel.

Damit stellen die Vitus-Grünen erstmals einen eigenen Kandidaten für den Chefsessel im Rathaus. Diplom-Soziologe und Betriebswirt Günther sei „aufgrund seines Fachwissens, seiner Erfahrungen und seiner Menschlichkeit, die ein Bürgermeister idealerweise mitbringen sollte“ für das Amt des Bürgermeisters „gut gerüstet“, heißt es in einer Pressemeldung der Grünen. Günther betrachte sich als „Brückenbauer und Teamplayer“ für alle Bürger der Gemeinde. Soziale Verantwortung als Maxime, ein „achtsamer Umgang mit der Natur“ und die Konsolidierung des Gemeinde-Haushaltes („Seit Jahren geht es nur abwärts.“) waren Kernpunkte in seiner Ansprache. „Ich möchte Verantwortung für unsere Gemeinde übernehmen ,und ich weiß, dass ich dem gewachsen bin und Gutes für die Menschen bewirken kann.“ Der Kandidat Günther präsentiert sich bereits auf einer eigenen Homepage (www.jürgen2020.de).

Ich sehe mich als Brückenbauer, als Teamplayer und will für wirklich alle Bürger der Gemeinde da sein.

Jürgen Günther, Kandidat der Grünen fürs Bürgermeisteramt

Die Grünen-Ortsvorsitzende Marion Schniggendiller – im Rahmen der ebenfalls anstehenden Vorstandswahlen wiedergewählt wie auch Markus Thews als zweiter Ortssprecher, Karl Stelthove als Kassierer und Reimund Wernery als Kassenprüfer – freute sich überdies, dass alle 13 Wahlkreise mit Bewerbern besetzt werden konnten. Dabei tauchen einige neue Namen auf. Zentrale Zukunftsaufgaben seien die Bewältigung der Klima-Krise und der digitale Wandel. „Klimaschutz darf in Everswinkel kein Lippenbekenntnis bleiben.“ Dass der Grünen-Antrag, alle kommunalpolitischen Beschlüsse auf ihre Umweltverträglichkeit hin zu überprüfen, vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt worden sei, bedauerten Schniggendiller und Stelthove. „Für eine vorausschauende Politik, die Ökologie und Ökonomie in Einklang bringt, die im Sinne von Generationengerechtigkeit gestaltet wird, ist ein politischer Richtungswechsel in der Gemeinde Everswinkel dringend nötig.“ Und so spielt der kommunale Klimaschutz neben der angestrebten Mobilitäts- und Verkehrswende, der Ortsentwicklung, den Gemeindefinanzen sowie den Bereichen Bildung, Soziales, Kultur und Sport im erarbeiteten und einstimmig verabschiedeten Wahlprogramm eine große Rolle. Die im September gewählten Grünen-Ratsvertreter würden bei künftigen kommunalen Entscheidungen darauf drängen, „dass mit der Natur, nicht gegen sie gearbeitet wird“ und damit die Lebensqualität erhalten bleibe. Zu den Grünen im Rat wird dann auch die Ortssprecherin gehören, steht sie doch auf dem sicheren Listenplatz eins.

In der Versammlung ließ Schniggendiller die Veranstaltungen des vergangenen Jahres Revue passieren, Stelthove blickte auf die Fraktionsarbeit zurück. Dabei erneuerte er seine Kritik an der Inanspruchnahme von unbebautem Boden für neue Wohngebiete und plädierte für eine flächensparende Entwicklung mit Konzentration auf die Ortskerne. „Baulandsausweisungen im Außenbereich müssen der Vergangenheit angehören. Laut Stelthove gehe in der Gemeinde oft Ökonomie vor Ökologie, und er beklagte eine „schlichte Verschwendung von Steuergeldern“ an verschiedenen Stellen. Die Grünen-Fraktion wolle, „dass wertvolle Ansätze aus dem Gemeinde-Entwicklungskonzept auch umgesetzt werden und keine Lippenbekenntnisse bleiben“.

Die Grünen-Ortssprecher Marion Schniggendiller und Markus Thews mit dem Kandidaten fürs Bürgermeisteramt, Jürgen Günther.

Die Grünen-Ortssprecher Marion Schniggendiller und Markus Thews mit dem Kandidaten fürs Bürgermeisteramt, Jürgen Günther. Foto: Grüne

Folgende Personen kandidieren für die Grünen bei der Kommunalwahl (in der Reihenfolge der Wahlbezirke 1 bis 13): Karl Stelthove, Debora Franitza, Thomas Mielisch, Markus Thews, Reimund Wernery, Jürgen Günther, Andreas Franitza, Janina Schade, Silke Günther, Silke Zitlau, Marion Schniggendiller, Johannes Schniggendiller und Luise Thews. Die Reihenfolge der Reserveliste lautet: Marion Schniggendiller, Karl Stelthove, Reimund Wernery, Jürgen Günther, Markus Thews, Andreas Franitza, Johannes Schniggendiller, Thomas Mielisch, 9 Debora Franitza, Janina Schade, Silke Günther, SilkeZitlau und Luise Thews.

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