Gerätehäuser an Kapazitätsgrenze
Feuerwehr braucht mehr Platz

Everswinkel/Alverskirchen -

Rechtzeitige Vorsorge ist in vielen Bereichen des Lebens sinnvoll. Dies trifft auch auf die Freiwillige Feuerwehr zu, deren Einsatz- und Leistungsfähigkeit stets im Blick zu halten ist. In der Vitus-Gemeinde sind jetzt die beiden Feuerwehr-Gerätehäuser in den Fokus genommen worden. Sie sind inzwischen im Hinblick auf Menschen und Material an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen.

Dienstag, 16.06.2020, 08:15 Uhr
Gemeinde-Wehrführe
Gemeinde-Wehrführe Foto: Klaus Meyer

Ein Anzug darf – modisch gesehen – heutzutage durchaus etwas knapper sitzen auf auf Figur geschnitten sein. Wenn aber der „Anzug“ bei der Feuerwehr zu knapp sitzt, muss etwas für eine komfortablere Passform getan werden. Der „Anzug“ um den es konkret geht, sind die beiden Feuerwehr-Gerätehäuser in Everswinkel und Alverskirchen, deren räumliche Kapazität erschöpft ist. Dies zeigte Wehrführer Frank Becker im Hauptausschuss auf und – zusammen mit seinem Stellvertreter Martin Hülsmann – bei einer nachfolgenden Führung im Gerätehaus Everswinkel.

Die Freiwillige Feuerwehr ist bekanntlich eine Institution, die permanent mit der Zeit gehen, sich neuen Rahmenbedingungen anpassen und die Maßstäbe ihrer Einsatzfähigkeit nach oben schrauben muss.

Sinn der Prüfung war es, zu sehen, wo drückt der Schuh überhaupt.

Bürgermeister Sebastian Seidel

Personell ist die Vitus-Wehr mit ihren beiden Löschzügen gut aufgestellt, umfasst aktuell 162 Mitglieder, davon 109 in der Einsatzabteilung und bunt verteilt über alle Altersgruppen mit einem zehnprozentigen Frauenanteil. „Wir werden weiter Nachwuchsausbildung betreiben müssen“, machte Wehrführer Becker deutlich und warb auch um Quereinsteiger und Jugendliche. Die Raumbedingungen fürs Personal und für den Fahrzeugpark sind inzwischen nicht mehr ausreichend. Davon konnte man sich beim Rundgang ein nachhaltiges Bild machen.

„Wir haben uns intensive Gedanken um die Gerätehäuser gemacht“, so Becker. Vor dem Hintergrund einer steigenden Personalentwicklung, der Fuhrpark-Entwicklung mit weiteren und größeren Fahrzeugen und des Platzbedarfs für Dinge wie Büros oder Jugendfeuerwehr wurden Ist- und nötiger Soll-Zustand berechnet. „Das haben wir der Gemeinde vorgestellt und gesagt, ,wir haben Bedarf‘.“

Die Mitglieder des Hauptausschusses ließen sich im Everswinkeler Gerätehaus die Raumsituation vor Augen führen.

Die Mitglieder des Hauptausschusses ließen sich im Everswinkeler Gerätehaus die Raumsituation vor Augen führen. Foto: Klaus Meyer

Das Gerätehaus Everswinkel bietet derzeit rund 1 264 Quadratmeter Nutzfläche, nötig wären aber zwischen 1 850 und 2 000 Quadratmeter. Also ein Bedarf von zusätzlich 600 bis 750 Quadratmetern um Menschen und Material vernünftig unterzubringen. In Alverskirchen mangelt es ebenfalls an Fläche, und zwar massiv. 354 Quadratmeter bietet das dortige Feuerwehr-Gerätehaus derzeit, erforderlich wären aber 900 bis 1 000 Quadratmeter – eine Mehrbedarf von 155 bis 184 Prozent (550 bis 650 Quadratmeter). Hinzu kommt in Alverskirchen die Problematik, dass die Zu- und Abfahrt eigentlich zu eng ist und eine Notstromversorgung fehlt.

„Sinn der Prüfung war es, zu sehen, wo drückt der Schuh überhaupt“, kommentierte Bürgermeister Sebastian Seidel die Präsentation. Wie die Platz- und Raumfrage zu lösen ist, darüber werden sich Verwaltung und Kommunalpolitik in nächster Zeit Gedanken machen müssen. Die Frage aus den Reihen der Ausschussschussmitglieder nach einem möglichen zentralen gemeinsamen Gerätehaus stießen beim Wehrführer auf Skepsis. „Wir haben Schutzziele einzuhalten.“ Die Vorgabezeiten wären bei einem zentralen Gerätehaus nicht einzuhalten, wurde beim Blick auf die Gemeindekarte, das Straßennetz und die Zeitradien deutlich.

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