Mitgliederversammlung der IGSE bestätigt Vorstand
„Schlafstadt“ gemeinsam verhindern

Everswinkel -

Gewartet hatten die Gewerbetreibenden lange genug. Jetzt konnte endlich die Jahres-Mitgliederversammlung der IGSE unter Wahrung von Abstands- und Hygieneregeln durchgeführt werden. Neben der Neuwahl zu einigen Vorstandspositionen standen Rück- und Ausblick der Kaufmannschaft im Mittelpunkt. Für einen einschneidende Zäsur – auch im Hinblick auf geplante Veranstaltungen – hat die Corona-Krise gesorgt. Mit einem deutlichen Appell wurde für den Standort Everswinkel und das Einkaufen vor Ort geworben.

Mittwoch, 17.06.2020, 08:20 Uhr
Das Veranstaltungshaus im Grothues war die passende Kulisse für die Mitgliederversammlung der IGSE. Das Bild zeigt den unverändert weiter agierenden Vorstand mit (v.l.) Axel Korn, Hugo Schroeter, Silvia Kirschke, dem Vorsitzenden Stefan Batkowski, Michael Preißner, Andreas Enseling, Michael Perdun und Angela Meininghaus.
Das Veranstaltungshaus im Grothues war die passende Kulisse für die Mitgliederversammlung der IGSE. Das Bild zeigt den unverändert weiter agierenden Vorstand mit (v.l.) Axel Korn, Hugo Schroeter, Silvia Kirschke, dem Vorsitzenden Stefan Batkowski, Michael Preißner, Andreas Enseling, Michael Perdun und Angela Meininghaus. Foto: Klaus Meyer

Es mutet schon kurios an. Just an dem Tag, an dem in NRW weitere Lockerungen in der Corona-Krise greifen, muss die Everswinkeler Kaufmannschaft den Ortskern verlassen, um tagen zu können. Passende Bedingungen hinsichtlich Abstands- und Hygieneregelungen fand die IGSE bei ihrer nachzuholenden Mitgliederversammlung am Montagabend im Festsaal Grothues. Zufriedene Gesichter im Hinblick auf die gelungenen Veranstaltungen im vergangenen Jahr, ein spürbarer Hauch von Enttäuschung angesichts der zwangsläufigen Event-Absagen in diesem Jahr prägten das Bild. Die Hoffnung, dass es aber zumindest noch ein Highlight im Historischen Viereck geben kann, hat der Vorstand noch nicht aufgegeben.

Personell setzt der Gewerbeverein auf Kontinuität. Der gesamte Vorstand mit dem Vorsitzenden Stefan Batkowski sowie Silvia Kirschke, Michael Perdun, Andreas Enseling und Hugo Schroeter sowie den diesmal nicht zur Wahl stehenden Mitgliedern Angela Meininghaus, Axel Korn und Michael Preißner kann seine Arbeit fortsetzen. „Ich bin froh, dass wir so einen tollen aktiven Vorstand haben“, freute sich IGSE-Chef Batkowski. „Ich bin zwar Vorsitzender, sehe mich aber als Team-Player“, betonte er und lud alle interessierten Vereinsmitglieder ein, in dem „offenen Vorstand“ mitzuwirken.

Lange hatte die IGSE auf die Möglichkeit ihrer Mitgliederversammlung warten müssen, blickte Batkowski auf die noch nicht ausgestandene Corona-Krise. „Die letzten Monate waren besondere und haben für die Gewerbetreibenden eine Herausforderung dargestellt.“ Einige Betriebe seien durch ein hohes Maß an Einsatz, Kreativität und Flexibilität halbwegs gut durch die Zeit gekommen. „Für viele war und ist es eine einschneidende Zeit, ein wirtschaftlicher Einbruch, wie man ihn bisher noch nicht erlebt hat“, auch in den Gewerbegebieten habe teilweise nicht weitergearbeitet werden können. Deutlich geworden sei in diesen Krisen-Wochen, „wie wichtig Infrastruktur ist, wie wir sie noch in Everswinkel haben“.

Mir ist klar geworden, wie wichtig Infrastruktur ist, wie wir sie noch in Everswinkel haben.

Stefan Batkowski

Batkowski hat auch persönliche Konsequenzen aus der Entwicklung gezogen, aus denen er kein Geheimnis machte: „Für mich ist klar geworden, dass ich meine sowieso seltenen Amazon-Einkäufe einstelle.“ Dies vor dem Hintergrund, dass vor Ort Geschäfte ums Überleben kämpften, während etwa der Chef des Internet-Handelsgiganten Amazon sein Vermögen seit Jahresbeginn um 30 Milliarden Dollar vermehrt habe und Amazon zu den ausländischen Großunternehmen zähle, die in Deutschland zwar kräftig Geld verdienten, aber keine Steuern zahlten. „Wenn wir nicht wollen, dass Everswinkel irgendwann nur noch Schlafstadt ist, müssen wir gegensteuern“, warb er vehement für den Einkauf vor Ort. „Wir müssen Leben in die Bude bekommen.“

Über das Veranstaltungs leben des vergangenen Jahres berichtete Michael Perdun. Sein bilanzierender Blick streifte Frühlings- und Vitus-Fest, Dämmerschoppen, den Mond(sch)weinbummel und die Beteiligung am Weihnachtsmarkt. Dazu kamen sechs Unternehmer-Frühstücksrunden, drei abendliche Wirtschaftstreffen, und für den Heimat-Preis bewarb die IGSE auch. „Für einen Preis hat es leider nicht gereicht, vielleicht klappt‘s beim nächsten Mal.“ Die Kassenlage der Kaufmannschaft ist gesund, wie Angela Meininghaus berichten konnte. Sie gab einen detaillierten Überblick über Ausgaben, Einnahmen und den erzielten Jahresüberschuss. Interessante Randnotiz: 1 640 Euro flossen aus verkauften, aber binnen dreier Jahre nicht eingelöster Gutscheine in die Vereinskasse. Kassenprüfer Jörg Edelbrock bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung, die Entlastung des Vorstandes folgte umgehend.

Ob die IGSE in diesem Jahr noch öffentlichkeitswirksam in Erscheinung tritt, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung, am 30. Oktober wieder den Mond(sch)weinbummel durchführen zu können, lebt noch. Das jährliche Wein-Sammelglas wird auf jeden Fall aufgelegt, kündigte Andreas Enseling an. Und er warb dafür, am kommenden eigentlichen Vitus-Wochenende doch die Fahnen aufzuhängen und damit ein Zeichen Zeichen zu setzen. „So haben wir vielleicht das Historische Viereck etwas geschmückt.“ Die Feuerwehr könne diesmal allerdings nicht dabei helfen.

Als Gastreferenten begrüßte die IGSE am Montagabend Thimo Eckel, der die mit lokalen Anbietern arbeitende Einkaufsplattform „Lozuka Emsaue“, präsentierte und Thorsten Meyer, der seine Internetplattform „dein-Waf.de“ und die App vorstellte, auf der Werbung von Gewerbetreibenden mit Nachrichten und Unterhaltung kombiniert wird.

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