Fernwärme-Lösung für neues Baugebiet “ möglich
Alternative schon für Bergkamp III

Everswinkel -

Die Planungsphase für das angestrebte Baugebiet „Bergkamp III“ ist auf der Zielgeraden. Überraschend hat sich eine wesentliche Änderung ergeben: So wird es schon für dieses Baugebiet die Möglichkeit geben können, auf alternative Energieformen zu setzen. So wurde mit Erfolg geprüft, inwieweit eine Fernwärme-Lösung verwirklicht werden könnte.

Mittwoch, 24.06.2020, 08:45 Uhr
Holzhackschnitzel auf dem Biomasse-Hof Heitmann – sie könnten die Grundlage für ein Fernwärme-Konzept im künftigen Baugebiet „Bergkamp III“ sein.
Holzhackschnitzel auf dem Biomasse-Hof Heitmann – sie könnten die Grundlage für ein Fernwärme-Konzept im künftigen Baugebiet „Bergkamp III“ sein. Foto: Klaus Meyer

Die Zukunft kann schon beginnen. Nachdem die SPD-Fraktion im vergangenen Jahr die Diskussion angestoßen hatte, in künftigen Baugebieten doch mal alternative Energieformen für die Häuslebauer mit in die Planungen einzubeziehen, geht es jetzt schon los. Denn bereits im Baugebiet Bergkamp III, das sich derzeit in der finalen Planungsphase befindet, könnte ein alternatives Versorgungskonzept für die Beheizung der Häuser greifen. So habe sich die Gemeindeverwaltung schon vor einiger Zeit umgesehen und den Kontakt zu einem potenziellen örtlichen Biogas-Versorger aufgenommen.

„Wir haben in die Hände gespuckt und uns auf den Weg gemacht“, eröffnete Bürgermeister Sebastian Seidel den Mitgliedern des Planungsausschusses. Der potenzielle Versorger ist der Biomasse-Hof von Klemens und Julian Heitmann in der Bauerschaft Wieningen, in unmittelbarer Nähe zum Bergkamp III. Man sei soweit, dass das Baugebiet an so ein Netz anschließbar wäre – „wenn es die Kommunalpolitik will“. Und es gebe „viel Potenzial für die nächsten Jahre“. Damit zeichnet sich eine Kooperation zwischen den Gemeindewerken Everswinkel und und dem Biomasse-Hof ab.

Bernhard Feikus, Geschäftsführer der Gemeindewerke und seines Zeichens Diplom-Ingenieur mit langjähriger Erfahrung im Energie-Management, machte deutlich, „für die Umwelt können wir nichts Besseres tun, als mit Holzhackschnitzeln zu heizen und die Gemeinde mit zu versorgen“. In Ostbevern gebe es beispielsweise vier Wärmenetzwerke. Auf dem Biomasse-Hof, der über eine Biogas-Anlage verfügt, werden Holzhackschnitzel hergestellt und vertrieben. Dass der Heitmannsche Hof die Wärme liefern könnte, sei durch das Angebot, die technische Leistung und eine Machbarkeitsstudie abgesichert. Erste Vorprüfungen seien erfolgt, wie man eine Trasse hineinlegen könne.

Wir sind tief im Thema drin.

Bernhard Feikus, Geschäftsführer der Gemeindewerke Everswinkel

„Wir fühlen uns gut gerüstet, die Aufgaben zu managen“, betonte Feikus, der die Vorteile einer solchen Verbundlösung für die Haus-Eigentümer aufzählte: geringerer CO

Von den Kommunalpolitikern kam durchweg positive Resonanz. Ganz vorneweg von SPD-Fraktionsführer Dr. Wilfried Hamann. „Ich freue mich umso mehr, dass wir das auch schon bei diesem Wohngebiet umsetzen können“, erinnerte er an die SPD-eigene Anregung. CDU-Fraktionschef äußerte seinen Dank, dass sich Gemeindeverwaltung und GWE schon so intensiv mit alternativen Energieformen beschäftigt hätten. „Das ist ein super Angebot für die Bewohner des Baugebietes.“ Peter Friedrich, Fraktionssprecher der FDP, würdigte einen „super Schritt in die richtige Richtung“.

Hamanns Frage, ob denn von einer Anschlussverpflichtung für die Häuslebauer zu rechnen sei, beantwortete Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher. Eine 100-prozentige Verpflichtung sei nicht vorgesehen, aber die GWE würden dann nicht eine Gasleitung ins neue Baugebiet legen. Zudem sei der Anschluss an ein solches Fernwärmenetz umweltmäßig sinnvoll, aber nicht teurer. Der angehende Hausbesitzer werde vor der Frage stehen, ob er das Nahwärme-Angebot annimmt, oder eine eigene Heizlösung umsetzen will. Die GWE erarbeiten jedenfalls eine Planung für eine komplette Erschließung. „Natürlich muss sich das auch für den Investor rechnen“, unterstrich Feikus, der versicherte, „wir sind tief im Thema drin“.

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