Baugebiet „Bergkamp III“
Pläne werden noch einmal ausgelegt

Everswinkel -

Einwände und Anregungen zum angestrebten Baugebiet „Bergkamp III“? Natürlich. Die Offenlegungsphase von Flächennutzungsplanänderung und neuem Bebauungsplan wurde von den Trägern öffentlicher Belange wie auch von einigen Bürgern schon recht intensiv genutzt. Dennoch wird es eine „Zugabe“ der Offenlegung geben.

Mittwoch, 24.06.2020, 07:30 Uhr
Die letzte Ernte auf dieser Fläche? Blick von der Fläche des künftigen Baugebiets „Bergkamp III“ in Richtung des bestehenden Altgebiets Bergkamp II.
Die letzte Ernte auf dieser Fläche? Blick von der Fläche des künftigen Baugebiets „Bergkamp III“ in Richtung des bestehenden Altgebiets Bergkamp II. Foto: Klaus Meyer

Denn aufgrund der Tatsache, dass das Rathaus aufgrund der Corona-Krise am letzten Tag der Offenlegung (16. März) nicht mehr geöffnet war, könnte einem Bürger theoretisch der Zugang verwehrt worden sein. Diesem Risiko will man sich nicht aussetzen. Überdies haben sich geringfügige Änderungen in der Erschließungsplanung des Bebauungsplans ergeben. Beide Pläne werden vom 30. Juni bis 29. Juli erneut zur Einsicht und Stellungnahme im Rathaus ausliegen.

Seitens eines Einwenders wurde der Vorwurf geäußert, gegen die Ziele der Raumordnung zu verstoßen mit Berufung auf das OVG-Urteil zum „Königskamp“. Wörtlich heißt es in seiner Eingabe: „Trotz der eindeutigen Aussage des Oberverwaltungsgerichts versucht die Gemeinde Everswinkel mit dem Bauleitplanverfahren ,Bergkamp III‘ erneut durch eine flächenmäßige Erweiterung im regionalplanerischen Freiraum dem Trend der Bevölkerungsentwicklung entgegenzuwirken und ist dazu bereit, die Ziele der Raumordnung zu missachten und das Scheitern des Umweltgedankens in Kauf zu nehmen.“ Eine Argumentation, die Planer Roger Loh in der Planungsausschusssitzung nicht nachvollziehen konnte. „Wir haben eine komplett andere Planungslage im Vergleich zu Alverskirchen. Es ist ein falscher Vergleich, da werden Äpfel mit Birnen verglichen.“

Wir haben eine komplett andere Planungslage im Vergleich zu Alverskirchen. Es ist ein falscher Vergleich, da werden Äpfel mit Birnen verglichen.

Planer Roger Loh

Laut Loh weise Everswinkel im Bereich des Wohnens einen „relativ kompakten Körper“ auf. Es gebe kaum noch Freiflächen; zum Teil seien seinerzeit erfasste Freiflächen inzwischen schon genutzt. Für das Vitus-Dorf gelte somit die Doppelstrategie der Innen- und Außenentwicklung. Im Hinblick auf die Fläche „Bergkamp III“ verwies der Planer auf „eine ganze Menge an Gutachten“ und erklärte, „aus Sicht der Fachbehörden wird der Umweltbericht so akzeptiert“.

Unterschiedliche Ansichten zum Baugebiet an dieser Stelle brachten die beiden Fraktionsführer von FDP und SPD, Peter Friedrich und Dr. Wilfried Hamann , noch einmal zum Ausdruck. Die FDP wünsche sich dieses Baugebiet, „weil wir den Druck sehen“, spielte Friedrich auf die viel größere Zahl von Bewerbern gegenüber der Zahl an Grundstücken hin. „Was auf den Weg gebracht wurde, auch aus ökologischer Sicht, ist schon zukunftsweisend.“

Hamann dagegen gab sich indes skeptischer. „Grundsätzlich brauchen wir die Möglichkeit, dass im Ort auch gebaut werden kann“, und es sei „unglücklich“, dass der Gemeinde vor zwei Jahren das Bauland ausgegangen sei. So habe man sich kurzfristig für eine Baugebiet entscheiden müssen, „das durchaus auch Nachteile hat“, so Hamann, der den Einwendern ausdrücklich dankte und die Eingaben als Beitrag zur Demokratie würdigte. Der SPD-Fraktionsführer wies noch einmal auf den zunehmenden Verkehr und eine höhere Lärmbelästigung auf der Nord-Süd-Achse und eine Situationsverschlechterung an der Ampel-Anlage im Dorf hin. „Die Wohnqualität nimmt an der Stelle ab.“ Als erfreulich bezeichnete er dagegen die umweltfreundliche Fernwärme-Lösung, „die ganz viel aufwiegt und das Gesamtbild deutlich positiver macht.“ Als Plus wertete er zudem die Mehrfamilien-Häuser und preiswerten Wohnraum.

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