Mit Ideen und Tradition ins eigentliche Schützenfest-Wochenende in Alverskirchen
Fest-Feeling mit Lieferdienst

Alverskirchen -

Was macht man, wenn eigentlich das Schützenfest-Wochenende traditionell im Jahreskalender notiert ist, diesmal aber nichts geht? Wegen Corona. Nun, in Alverskirchen hat man dennoch das Dorf in Grün-Weiß geschmückt. Auch die Gedenkfeier am Ehrenmal fand statt. Und mit einer besonderen Aktion holten Thron und Vorstand die Mitglieder fürs Wochenende dennoch in ein Boot: Das „Schützen-Notfall-Paket“ sorgte bei vielen Mitgliedern zu Hause fürs Gemeinschaftsgefühl. Vorbeigebracht wurde es von einem prominenten Lieferdienst.

Dienstag, 14.07.2020, 08:05 Uhr
Lieferdienst: Das Königspaar Marco und Silvia Leivermann samt Throngesellschaft sowie die Vorstandsmitglieder brachten rund 70 bestellte „Schützen-Notfall-Pakete“ von Tür zu Tür.
Lieferdienst: Das Königspaar Marco und Silvia Leivermann samt Throngesellschaft sowie die Vorstandsmitglieder brachten rund 70 bestellte „Schützen-Notfall-Pakete“ von Tür zu Tür. Foto: Schützenverein Alverskirchen

Statt einer Einladungskarte zum 181. Schützenfest des Schützenvereins Alverskirchen erreichte die über 600 Mitglieder des Vereins in diesem Jahr ein Dankesbrief vom amtierenden Königspaar Marco und Silvia Leivermann. Für die vielen Glückwünsche, Präsente, Gesten und für die tatkräftige Unterstützung konnten sich die beiden wegen der leider notwendigen Absage des Schützenfestes nicht wie gewohnt persönlich bei ihrem Schützenvolk bedanken.

„So oft hörten wir beim Schützenfest 2019 den Glückwunsch, ,Wir wünschen euch ein unvergessliches Jahr!‘ Wer hätte damals gedacht, dass das Jahr 2020 aus einem so traurigen Anlass unvergesslich wird?“, bringt das Königspaar seine Gedanken in dem emotionalen Brief zum Ausdruck und wünschte sich zugleich, dass sie am Schützenfest-Wochenende nicht auf ein gewisses „Schützenfest-Feeling“ verzichten müssen. Damit hatte das Königspaar den Mitgliedern wohl aus dem Herzen gesprochen, denn das Dorf erstrahlte am vergangenen Wochenende traditionelle in Grün-Weiß. Ein kleiner Hauch von Normalität in dieser teils bedrückenden Zeit.

Das Dorf geschmückt in Grün-Weiß – auch ohne Schützenfest.

Das Dorf geschmückt in Grün-Weiß – auch ohne Schützenfest. Foto: Schützenverein Alverskirchen

Als kleines Bonbon konnten die Mitglieder des Vereins zum Schützenfest-Wochenende zudem „Schützen-Notfall-Pakete“ mit ausgesuchten Produkten heimischer Anbieter sowie den schon vor Beginn der Corona-Schutzmaßnahmen erworbenen Festabzeichen bestellen. Ein Angebot, das rege angenommen wurde. Rund 70 Bestellungen gingen bei Thron und Vorstand ein. Die machten sich somit am Freitag – ausgerüstet mit Mundschutz und Desinfektionsmittel – auf den Weg, um die Bestellungen auszuliefern. Neben den „Versorgungspakten“ wurde zudem spontan noch das komplette Video vom Spielmannszug von 2015, das anlässlich der Amtszeit von Markus I. Storm gedreht wurde, auf einem USB-Stick angeboten. Den gesamten Erlös der Aktion spenden Königspaar und Vorstand übrigens an den Spielmannszug Alverskirchen, der von den Restriktionen in Folge der Corona-Pandemie stark betroffen ist. Dessen Vorsitzender Ludger Kemker freute sich über diese Nachricht beim Empfang seines „Schützen-Notfall-Paketes“ sichtlich.

Tradition gewahrt: Am Sonntag wurde nach dem Gottesdienst mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal der Verstorbenen, Gefallenen und Vermissten der Kriege gedacht.

Tradition gewahrt: Am Sonntag wurde nach dem Gottesdienst mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal der Verstorbenen, Gefallenen und Vermissten der Kriege gedacht. Foto: Schützenverein Alverskirchen

Pünktlich zum eigentlichen Schützenfest-Auftakt am Freitagabend veröffentlichte König Marco Leivermann zudem noch eine kleine Video-Botschaft an das Schützenvolk in den sozialen Medien und auf der Vereins-Homepage.

Am Sonntagmorgen hielten Vorstand und Throngesellschaft im Anschluss an den Gottesdienst die Tradition des Gedenkens an die Opfer der vergangenen Kriege mit der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal in Ehren. Vereins-Vorsitzender Mark Hansel stellte in seiner Gedenkrede die Frage, „ist es eigentlich noch zeitgemäß, jedes Jahr hier Halt zu machen und einen Kranz niederzulegen?“. Ein eindeutiges „Ja“ konnte man als Fazit seiner Worte festhalten. Schließlich sei das Ehrenmal auch ein Mahnmal. „Es mahnt, dass politische und gesellschaftliche Bestrebungen hin zu Frieden und Versöhnung umgesetzt werden müssen und dass es in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr geben darf für Extremismus und Gewaltverherrlichung“, so Hansel. Dies liege in der Verantwortung eines jeden Einzelnen. Er schloss mit einem treffenden Zitat von Martin Luther: „Unser Nächster ist jeder Mensch, besonders der, der unsere Hilfe braucht.“

Mark Hansel: Extremismus und Gewaltverherrlichung haben keinen Platz in der Gesellschaft.

Mark Hansel: Extremismus und Gewaltverherrlichung haben keinen Platz in der Gesellschaft. Foto: Schützenverein Alverskirchen

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