Nistkasten-Aktion gegen den Eichenprozessionsspinner
Haben die Meisen geholfen?

Alverskirchen -

„Mein Gefühl ist, dass wir es mit weniger Nestern des Eichenprozessionsspinners zu tun haben.“ Das meint Dagmar Gilsdorf aus dem Vorstand des Bürger-Teams Alverskirchen (BTA). Den Grund für die – zumindest subjektiv empfundene – Reduzierung der lästigen Raupen sieht Gilsdorf in neuen Meisen-Nistkästen.

Mittwoch, 15.07.2020, 17:12 Uhr
Einer von etlichen Meisen-Nistkästen, den das Bürger-Team im März im Breiten Busch aufgehangen hatte. Viele „Wohnungen“ wurden bezogen, bilanziert das BTA.
Einer von etlichen Meisen-Nistkästen, den das Bürger-Team im März im Breiten Busch aufgehangen hatte. Viele „Wohnungen“ wurden bezogen, bilanziert das BTA. Foto: Klaus Meyer

Im März waren 40 Nistkästen im Bereich Breiter Busch, Holling und durch die Nachbargemeinschaft am Schulweg im Bereich Brinkgarten verteilt worden. Zudem hatten das BTA und die Verbundschule in einer gemeinsamen Kooperation im Februar Nistkästen im Bereich des Sportparks Wester, der Schule und des Möllenkamps verteilt. Das Holz hatte die Firma Ahmerkamp gespendet, und die Siebt- und Neuntklässler der Verbundschule betätigten sich im Rahmen des Technik-Unterrichts als Bastelkönige und bauten 28 Nistkästen. Den Eichenprozessionsspinnern sollte auf diese Weise Einhalt geboten werden, auf ganz natürliche Weise. . .

90 Prozent der Nistkästen von Vögeln bezogen

Denn Meisen sind die natürlichen Fressfeinde der giftigen Raupen. „Allerdings nur, so lange die Raupen noch nicht über ihre giftigen Brennhaare verfügen“, weiß Gilsdorf . Im konzertierten Arbeitseinsatz wurden die Nistkästen dann aufgehangen. „Schon nach drei Tagen konnten wir beobachten, dass die ersten Nistkästen bezogen wurden.“ Im späteren Verlauf sei zu beobachten gewesen, dass bei mindestens 90 Prozent der Nistkästen ein reger Betrieb geherrscht habe. „Wir haben festgestellt, dass die anderen zehn Prozent nicht so gut angenommen wurden, da keine freie Flugschneise zu den Nistkästen vorhanden war. Die Meisen wünschen sich einen gewissen Schutz durch umliegendes Geäst, aber dennoch auch eine freie Einflugschneise“, erläutert Gilsdorf.

Dagmar Gilsdorf hofft auf zweite Brut

Derzeit seien im Bereich des Waldes Breiter Busch weniger Meisen zu beobachten. Das, so Gilsdorf, sei jedoch ganz normal. Sie hoffe nun, dass die Meisenpärchen ihre jeweils auserkorenen Nistkästen für eine zweite Brut nutzen. „Die Meisen sind oft für ein paar Wochen verschwunden, kommen dann aber im Sommer für eine zweite Brut wieder. Deshalb sollte man Nistkästen, die im eigenen Garten aufgehängt wurden, nicht zu früh reinigen“, rät sie.

Das Bürger-Team hat sich übrigens mit dieser Nistkasten-Aktion für den Klimaschutzpreis 2020 beworben. Der dreht sich um Aktionen für die heimischen Singvögel. Die Bewerbungsphase läuft derzeit noch; Einsendeschluss für Projektbeschreibungen samt Fotos ist am 31. Oktober. Per Post ans Rathaus oder direkt per mail an schumacher@everswinkel.de.

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