Film-Workshops des Kulturkreises für Kinder
Nur noch kurz die Welt retten

Everswinkel -

Ist die Welt noch zu retten? Kann die fortlaufende Zerstörung der Umwelt durch den Menschen noch gestoppt werden? Die Elfen machen sich große Sorgen um das künftige Leben auf dem blauen Planeten. Und die Menschen? Sie sind von einem unerklärlichen Phänomen heimgesucht worden . . .

Samstag, 25.07.2020, 11:30 Uhr
Und „Action!“. Eine der finalen Szenen des Projekts entstand an der St.-Magnus-Kirche.
Und „Action!“. Eine der finalen Szenen des Projekts entstand an der St.-Magnus-Kirche. Foto: Klaus Meyer

Sie werden plötzlich voneinander abgestoßen, können sich nicht mehr umarmen, nicht einmal mehr die Hand geben. Jeder Mensch lebt wie in einer unsichtbaren, unüberwindlichen Riesenblase. Gibt es einen Ausweg aus dieser fatalen Situation? Können die Elfen helfen und die Menschen zurück auf den Weg zum Gleichgewicht bringen?

„Äquilibrium“ – Gleichgewicht. So lautet auch der Arbeitstitel jenes Films, der in den vergangenen zwei Wochen an verschiedenen Schauplätzen in Everswinkel gedreht wurde. Insgesamt 28 jugendliche Darsteller im Alter von neun bis 14 Jahren waren bei den beiden jeweils einwöchigen Dreharbeiten mit von der Partie. Die Film-Workshops, die der Kulturkreis in Kooperation mit dem Haus der Generationen und der VHS Warendorf sowie gefördert mit Projektmitteln vom Bundesministerium für Bildung und Forschung („Kultur macht stark“) anbot, waren heiß begehrt.

Noch einmal eine Probe, um den Bewegungsablauf durchzuspielen, bevor die Szene dann gefilmt wird..

Noch einmal eine Probe, um den Bewegungsablauf durchzuspielen, bevor die Szene dann gefilmt wird.. Foto: Klaus Meyer

Es ist eine der letzten Szenen an diesem Morgen. Vor dem mächtigen Turm der St. Magnus-Kirche treffen Menschen und Elfen aufeinander. Musik ertönt aus einem kleinen Lautsprecher, bunte Bänder flattern in der Luft, farbige Flügel wiegen sich im Rhythmus. Esther Wohlgemut gibt noch einmal ein paar Szenen-Anweisungen. Die Tanzpädagogin aus Münster ist für die Choreographie und Musikauswahl zuständig. Die meiste Arbeit liegt jetzt hinter ihr. Es geht um die letzten Moves; also jene Tanzszenen, bei denen die Elfen Einfluss auf den Menschen nehmen, um ihm den richtigen Weg aus dem Dilemma zu weisen.

„Die Geschichte haben sich mein Mann und ich ausgedacht und dann das Drehbuch geschrieben“, erzählt Projekt-Chefin Carolin Wolff vom Kulturkreis. Rund vier Wochen nahm das in Anspruch. „Nachhaltigkeit ist das Thema“, ergänzt sie. Ein Umwelt-Film, der mit Fantasy-Elementen gespickt, auf unterhaltsame und gleichermaßen jugendgerechte Art für ein Problem unserer Zeit sensibilisieren soll. Die Elfen, die merken, dass die Welt immer mehr verschmutzt und ausgebeutet wird, wollen die Menschheit wachrütteln, denn der Planet Erde ist ihr gemeinsamer Planet. Und wenn der untergeht, gehen alle mit unter. So einfach ist das. Und so schwierig. Ein Thema, „das uns alle bewegt – nur schön verpackt“, lächelt Wolff.

Es war schon ein Erlebnis, mal morgens um 9 Uhr in den Wald zu gehen und zu tanzen.

Carolin Wolff

Natürlich spielte Corona eine Rolle. Nicht nur durch die Parallelen in der Geschichte mit den Menschen in der Riesenblase, sondern auch konkret beim Workshop-Projekt. Das fing beim Tragen der Mund-Nase-Maske im Haus der Generationen an, setzte sich beim Mittagessen auf Abstand dort fort und prägte auch die Dreharbeiten. „Wir achten auf mehr als es die Corona-Regeln vorgeben. Das ist mir auch sehr wichtig“, betont Wolff. Jede der beiden 14-köpfigen Teilnehmergruppen wurde jeweils geteilt, so dass zumeist nur sieben Kinder zusammen agierten. „Es gibt nur ein paar Szenen, in denen alle zusammen sind“, so Wolff. Zudem spielte sich fast alles draußen ab. Kirchplatz, Pfarrgarten, Wald. „Es war schon ein Erlebnis, mal morgens um 9 Uhr in den Wald zu gehen und zu tanzen“, zeigt sich die Projektleiterin selbst beeindruckt. 15 Szenen sind es am Ende, die den 30-minütigen Film bilden werden.

Der mächtige Turm der St. Magnus-Kirche diente als Hintergrund für eine Schlüsselszene des Films.

Der mächtige Turm der St. Magnus-Kirche diente als Hintergrund für eine Schlüsselszene des Films. Foto: Klaus Meyer

Für Tanzpädagogin Esther Wohlgemut, Abiturientin Marika Bohlsen, die regelmäßig im HdG tanzt und jetzt beim Einstudieren der Tanzszenen half, sowie Lau-Schüler Lukas Rawert aus Ennigerloh, der als zusätzlicher Kameramann agierte, ist die Film-Arbeit vorbei. Für Carolin Wolff und ihren Mann Paolo Baldassarre geht‘s jetzt noch weiter. Schnitt, Nachvertonung, Einblendungen, Titel, Abspann – all‘ das, was auch bei einem Kino-Film nötig ist. Später wollen beide die Workshop-Teilnehmer noch in zwei Treffen einladen und die Schneideprogramme vorstellen. Und sie werden ihnen eine Liste mit kostenlosen Programmen geben und ihnen erklären, wie sie mit eigenen Mitteln etwas auf PC oder Handy machen können. Denn: „Die Kinder haben Lust daran bekommen.“ Vielleicht auch daran, die Welt ein Stück weit mit zu retten.

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