Planbereich „Am Haus Langen“
Regelung soll mehr Möglichkeiten bieten

Everswinkel -

Der in die Diskussion geratene Wohnbereich östlich der Straße „Am Haus Langen“, der ursprünglich ausschließlich für Betriebsleiterwohnungen der angrenzenden Gewerbegrundstücke vorgesehen war und inzwischen von ganz anderen Bewohnern genutzt wird, steht vor einer planungsrechtlichen Änderung. Die Gemeinde informiert über die Entwicklung deses Bereichs in der Vergangenheit und die Zukunftspläne.

Samstag, 25.07.2020, 08:12 Uhr
Jenes Haus im Bereich „Am Haus Langen“, das im Januar 2018 zwangsversteigert worden ist, wird derzeit saniert.
Jenes Haus im Bereich „Am Haus Langen“, das im Januar 2018 zwangsversteigert worden ist, wird derzeit saniert. Foto: Klaus Meyer

Östlich der Straße „Am Haus Langen“ ist im Bebauungsplan Nr. 11 „Gewerbe- und Industriegelände“ aus dem Jahre 1975 ein Riegel mit Betriebsleiterwohnhäusern vorgesehen. Die Planung sei damals mit der Intention erfolgt, dass diejenigen, die selbst ein Gewerbe betreiben, neben und nah ihrem Betrieb wohnen können, informiert die Gemeindeverwaltung zu dem aktuell intensiv diskutierten Thema. Dieser Grundstücksstreifen haben gleichzeitig als „Puffer“ zum dahinter liegenden Gewerbegebiet gedient, da sich Betriebsleiter nicht in dem Maße auf den Immissionsschutz berufen können, wie Bewohner eines allgemeinen Wohngebiets.

„Mit den Jahren kam es aus Gründen, die der Gemeindeverwaltung nicht bekannt sind, zu Ausparzellierungen und Teilungen der Bereiche für Betriebsleiterhäuser und der Grundstücksteile, auf denen sich Gewerbeobjekte am Boschweg befinden“, heißt es in der gemeindlichen Presseinformation. Der Kreis als zuständige Teilungsbehörde habe 2002 eine Teilungsgenehmigung für ein Grundstück ausgesprochen. Auf Betreiben der Gemeinde sei seinerzeit in die Teilungsgenehmigung ein Hinweis aufgenommen worden, dass nur betriebsbezogenes Wohnen zulässig sei. „Eine Teilung verhindern konnte die Gemeinde nicht, da es sich um eine rein bauordnungsrechtliche Genehmigung handelte.“ Dass der Bebauungsplan weiterhin eingehalten wird, müsse dabei vorausgesetzt werden.

Wichtig ist für die Verwaltung, dass die Betriebe nicht eingeschränkt werden und auch ausreichend weitere Entwicklungspotenziale für sie da sind.

Bürgermeister Sebastian Seidel

Im Juli 2019 habe zunächst der Ausschuss für Planung und Umweltschutz mit neun Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und ein paar Tage später dann der Gemeinderat einstimmig beschlossen, in ein Verfahren einzusteigen, um den Bebauungsplan für die Betriebsleiterhäuser aufzuheben und nach Fertigstellung von Planunterlagen die frühzeitige Beteiligung durchzuführen (die WN berichteten). In jener Ausschusssitzung habe Maren Dinter vom Planungsbüro Tischmann Loh die komplexe Situation erläutert und Bezug genommen auf alternative Lösungswege und die Gründe, die nach Rücksprache mit den Lärm- und Geruchsgutachtern sowie einem Fachanwalt zu deren Verwerfung geführt hatten.

Nach den Festsetzungen des gültigen Bebauungsplans ist dort aktuell nur und ausschließlich betriebsbezogenes Wohnen zulässig, der Betrieb eines Gewerbes ist dort zurzeit unzulässig. Eine Aufhebung des Bebauungsplans für den Riegel mit den Betriebsleiter-Wohnhäusern hätte zur Folge, dass neben dem betriebsbezogenen Wohnen auch sonstiges Wohnen bei Einfügung in die Umgebung, aber auch verträgliches Gewerbe oder freiberufliche Nutzungen zugelassen werden könnten, erläutert Bauamtsleiter Norbert Reher die rechtliche Situation. Es werde also keineswegs ein Gewerbe- in ein Wohngebiet geändert.

Die frühzeitige Beteiligung wurde bereits durchgeführt und habe zu einigen Einwendungen geführt – auch von vorhandenen Betrieben. „Wichtig ist für die Verwaltung, dass die Betriebe nicht eingeschränkt werden und auch ausreichend weitere Entwicklungspotenziale für sie da sind. Das nehmen wir sehr ernst. Gerade deshalb sieht der Gesetzgeber eine frühzeitige Beteiligung vor“, so Bürgermeister Sebastian Seidel. Die Einwendungen müssten nun durchs beauftragte Planungsbüro sowie das Bauamt bearbeitet werden, was noch Zeit erfordere. Nach Abschluss werde sich erneut der Planungsausschuss mit dem Thema befassen und über das weitere Verfahren beraten und beschließen.

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