Projekt von Klaus Röttgermann: Mehr Natur statt Mais
Rettungsaktion an der B64

Everswinkel -

Es ist nicht mehr das gewohnte Bild neben dem Betriebsgelände der Firma Präzi Flachstahl an der Bundesstraße 64. Da, wo sonst zu dieser Zeit der Mais das Bild prägte, schießen jetzt die unterschiedlichsten Kräuter in die Höhe. 

Mittwoch, 29.07.2020, 08:10 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 14:48 Uhr
Statt Mais eine blühende Wiese: Klaus Röttgermann hat an der B64 eine Insekten-Rettungsfläche geschaffen.
Statt Mais eine blühende Wiese: Klaus Röttgermann hat an der B64 eine Insekten-Rettungsfläche geschaffen. Foto: Klaus Meyer

Früher hätte man vielleicht von „Unkraut“ und „verwildert“ gesprochen, heute spricht man von „Wildblumen“ und „Umweltschutz“. Klaus Röttgermann hat sich entschlossen, seine Fläche den Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten zur Verfügung zu stellen.

Klaus Röttgermann ist Qualitätsprüfer und Betriebsrat , Landwirt, Kommunalpolitiker und CDU-Ratsherr im Everswinkeler Gemeinde-Parlament. Und jetzt ist er auch noch „Retter“. Sein Rettungsbereich liegt an der B64, direkt neben dem Gelände der Firma Präzi Flachstahl. Etwa einen halben Hektar groß ist die Zone, in der seit April eine großangelegte Rettungsaktion läuft. Klaus Röttgermann ist selbst erklärter „Insekten-Retter“.

Seit mehr als 30 Jahren ist er der Pächter dieser Fläche. Bislang bot sich dem Vorbeifahrenden dort zu dieser Jahreszeit das Bild heranwachsender Maispflanzen. Ein typisches Bild fürs Münsterland eben. Kaum auffällig, weil gewohnt, und wenig reizvoll für Biene und Co.. Jetzt ist alles anders. Keine einzige Maispflanze wiegt sich da im Wind. Stattdessen haben sich derzeit Sonnenblumen in Schale geworfen. Und wer genau hinschaut – wenn er denn zuvor angehalten hat – entdeckt noch Phacelia, Alexandrinerklee, Ölrettich, Perserklee, Seradella und mehr. „Blühwiese statt Mais“ lautet die Devise 2020 für Röttgermann.

Klaus Röttgermann.

Klaus Röttgermann. Foto: Archiv

Landwirtschaft betreibt er nur noch nebenbei etwas, jetzt wollte auch er etwas für die Umwelt tun. Mit der Aussaat der Blüh-Fertigmischung „Farmaja“ des Everswinkeler Saatgut-Züchters FarmSaat startete er im April die Aktion. Eine Mischung „für den süßen Zahn“ der Insekten und ein „Beitrag für mehr Artenvielfalt“ laut Anbieter. „Mal sehen, wie das anläuft“, sagt Röttgermann mit Blick auf sein Projekt.

An dem sollen sich nämlich wenn möglich noch mehr Menschen beteiligten. Patenschaft lautet das Stichwort. Dafür hat Röttgermann eigens eine Website eingerichtet (https://www.insekten-retter.com/).

Röttgermann lädt jeden Bürger dazu ein, etwas gegen das Insektensterben zu tun. Wenn schon nicht im eigenen Garten möglich, dann auf einer Gemeinschaftsfläche wie dieser. Mit zwei Euro pro Quadratmeter und Jahr ist man dabei. Insekten-Retter Klaus Röttgermann ist fest entschlossen, weiterzumachen. „Ich habe auf Dauer vor, das für Insekten aufrechtzuerhalten. Und wenn nicht auf dieser Fläche, dann auf einer anderen.“

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