SPD besucht Biomassehof
„Dicke Bretter gebohrt“

Everswinkel -

Heizen mit Holzhackschnitzeln? Für die Everswinkeler SPD eine hervorragende Alternative. Sie habe schon seit zehn Jahren immer wieder zum verstärkten Einsatz regenerativer Energien in der Gemeinde aufgerufen – bislang allerdings vergeblich. Dass es im Baugebiet Bergkamp 3 nun doch diese Möglichkeit geben soll, nahmen die Sozialdemokraten zum Anlasse, den Hof der Landwirte Julian und Klemens Heitmann mit der Biogas- und Holzhäckselanlage zu besuchen.

Freitag, 31.07.2020, 08:00 Uhr
Maria Hamann, Matthias Meier, Bernd Wesbuer, Uwe Wolf, Dr. Wilfried Hamann, Irene Meier, Klemens Heitmann, Marc Schmidt und Alexandra Telges auf einem Berg Holzhackschnitzel.
Maria Hamann, Matthias Meier, Bernd Wesbuer, Uwe Wolf, Dr. Wilfried Hamann, Irene Meier, Klemens Heitmann, Marc Schmidt und Alexandra Telges auf einem Berg Holzhackschnitzel.

„Seit über zehn Jahren stellt die SPD Anträge zum Einsatz regenerativer Energien, etwa zur Wärmeerzeugung in unserer Gemeinde. Endlich sollte nun im Dezember 2019 geprüft werden, ob es eine Möglichkeit im geplanten Baugebiet Bergkamp 3 geben könnte“, blickt die SPD-Fraktion zurück. Doch auch dieser Antrag sei, wie zahlreiche zuvor, von CDU und FDP abgelehnt worden. „Diesmal mit der Begründung, die Planungen für das Baugebiet seien bereits zu weit vorangeschritten“, so SPD-Fraktionsführer Dr. Wilfried Hamann . Dann kurz vor den Sommerferien die „überraschende Mitteilung“ im Hauptausschuss zur Wärmeversorgung im Bergkamp 3. „Die bisherigen SPD-Anträge zu diesem Thema wurden jedoch von Bürgermeister Seidel mit keiner Silbe aufgeführt. Immerhin erwähnte GWE-Geschäftsführer Feikus den Antrag der SPD aus dem Dezember 2019.“

Die unerwartete Wende war für die SPD Anlass, den Hof der Landwirte Julian und Klemens Heitmann zu besuchen. Dabei wurde die gesamte Biogas- und Holzhäckselanlage gezeigt und die geplanten Erweiterungen für die Wärmeerzeugung im Bereich Bergkamp 3 und 2 erläutert. Im Zentrum werde die bestehende Biogasanlage stehen. Diese erzeuge schon heute Strom und Wärme aus Biomasse. Wobei mittlerweile mehr als 50 Prozent Gülle eingesetzt werden könne. Die entstehende Wärme werde genutzt, um damit Holzhackschnitzel so weit zu trocknen, dass diese in Heizkesseln zur Wärmeproduktion effizient eingesetzt werden könnten. Künftig könnte ein solcher Heizkessel am Rande der Biogasanlage installiert werden. Die dort erzeugte Wärme würde dann durch isolierte Wärmeleitungen in den Bereich Bergkamp transportiert werden. „Dieser Aufbau hätte zusätzlich eine weitere Sicherheitskomponente, um die Wärmeversorgung verlässlich zu garantieren. Bei einer Störung des Heizkessels könnte kurzfristig die entstehende Wärme der Biogasanlage als Ersatz direkt in das Wärmenetz gepumpt werden. Für längere Störungen gäbe es dann noch die Teilnahme an einem Sicherheitsverbund, bei dem mobile Heizkessel innerhalb kurzer Zeit die komplette Wärmeproduktion bis zur abgeschlossenen Reparatur übernehmen könnten“, erläutert Hamann die Planungen.

Auch die Betreiber der Biogasanlage hätten berichtet, wie lange man schon versuche, diese alternative und regenerative Energieerzeugung für Everswinkel nutzbar zu machen. Immer hätte es große Widerstände gegeben. „Betreiber und SPD-Vertreter freuen sich gemeinsam über diesen vorläufigen Erfolg beim Bohren sehr dicker Bretter“, merkt Hamann an. „Aber nur wenn alle Beteiligten nun an einem Strang ziehen, können die noch bevorstehenden Hürden überwunden werden.“

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