Alverskirchen blüht wieder auf
„Es ist schon gigantisch fürs Dorf“

Alverskirchen -

Bunter, knalliger, vielfältiger. Mehr Quadratmeter, mehr Pflanzen, mehr Paten. Alverskirchen blüht wieder auf – und wie. Bei der „Blüten-Bilanz“ kommen LOV-Vorsitzender Christoph Gerd-Holling, Achim Deipenwisch und Frank Neumann vom Landwirtschaftlichen Ortsverein Alverskirchen selbst ins Schwärmen. Auf allen Ebenen wurde im Vergleich zum Premierenjahr 2019 noch eine Schüppe draufgelegt.

Samstag, 01.08.2020, 09:23 Uhr
Wildblumen-Zauber, so weit das Auge reicht: Alverskirchen blüht wieder auf, und darüber freuen sich Frank Neumann, Christoph Gerd-Holling (beide LOV), Blüh-Patin Cornelia Steinhäuser, Achim Deipenwisch (LOV) und Blüh-Patin Carmen Hack. Kleines Bild: Philipp und Fine Schröder haben Schilder gefertigt, die darauf hinweisen, die Blumen nicht zu pflücken.
Wildblumen-Zauber, so weit das Auge reicht: Alverskirchen blüht wieder auf, und darüber freuen sich Frank Neumann, Christoph Gerd-Holling (beide LOV), Blüh-Patin Cornelia Steinhäuser, Achim Deipenwisch (LOV) und Blüh-Patin Carmen Hack. Kleines Bild: Philipp und Fine Schröder haben Schilder gefertigt, die darauf hinweisen, die Blumen nicht zu pflücken. Foto: Klaus Meyer

Die Maschine für die Einsaat umgebaut, den Boden vorbereitet, die Blühmischung verändert und verbessert und schließlich die Zahl der Blüh-Paten auf 48 gesteigert. Das Resultat ist ein wohl noch nie dagewesener Blüten-Zauber, der bis Ende September viel Freude für Insekten und Betrachter verspricht.

„Die Blühmischung ist eine ganz andere. Fast 30 Sorten sind mittlerweile drin“, berichten Gerd-Holling und Deipenwisch nicht ohne Stolz. Darunter Klatschmohn, Ringelblume, Kornblume, Schafgarbe, Sonnenblume, Wicken, Geißfuß und zahlreiche Malvenarten. Insgesamt rund 100 Kilogramm Saatgut wurden verteilt entlang des Radweges jenseits des Ortsausgangs in Richtung Sendenhorst auf einer Länge von eineinhalb Kilometern, am Radweg nach Everswinkel nahe des Hofes Kuhlmann sowie großflächig auf rund 700 Quadratmetern vis-à-vis zur ehemaligen Hofstelle Reinsch am beliebten Spazierweg am Randes des Naturschutzgebietes Dorffeld. „Wir wollten mehr Vielfalt haben und eine höherwertige Mischung“, begründet Gerd-Holling die größere Investition. Dazu kommen noch die vielen Blühstreifen, die Landwirte in Eigenregie an ihren Feldrändern setzten. 40 000 Quadratmeter kommen so summa summarum zusammen, so Deipenwisch, der zusammen mit seinen beiden Kollegen an diesem Morgen die Paten-Schilder aufstellt.

Wir wollten mehr Vielfalt haben und eine höherwertige Mischung.

Christoph Gerd-Holling

Carmen Hack ist so eine Blüh-Patin. „Ich finde, das ist das Mindeste was ich tun kann fürs Dorf“, gerade auch auf dem Land, wo es viel Ackerbau gebe, erzählt sie. „Wir wohnen hier, weil wir gerne hier wohnen.“ An den Blühstreifen gehe sie öfter vorbei und erfreue sich an dem Anblick. Auch in ihrem eigenen Garten habe sie sich bei der Gestaltung „sehr daran orientiert, dass Tiere dort leben können“. In diesem Jahr habe sie deutlich mehr Insekten wahrgenommen als im vergangenen Jahr. Auch Cornelia Steinhäusers Name steht auf der Tafel. Im vergangenen Jahr habe sie zu spät von der Aktion erfahren, in diesem Jahr ist sie dabei. Auch in ihrem eigenen Garten gehe es „richtig wild“ zu, schmunzelt sie. Einige Kräuter verwende sie auch für Salate und Tees. „Das kann man heute machen. Vor zehn Jahren hätte der Nachbar noch gesagt, ich solle mal das Unkraut entfernen.“

Zu den großen „Alverskirchen-blüht-auf“-Bannern und den Sponsoren-Tafeln gesellen sich auch kleine, handgemalte Schilder, die an die Betrachter appellieren, keine Blumen zu pflücken und die lieber den Bienen zu überlassen. Der neunjährige Philipp Schröder und die elfjährige Fine Schröder haben sie gefertigt. Denn: Von den begeisterten Radfahrern und Spaziergängern, die die Blütenpracht bewundern, werden nicht immer nur Fotos gemacht. Manche sehen sich verleitet, einen Strauß zu pflücken und argumentieren dann, „auf die zehn Blumen kommt es doch nicht drauf an“. Doch, kommt es. Man muss es nur hochrechnen – inklusive Schäden durchs Betreten. Außerdem, so macht Deipenwisch klar, „hat man auch nichts davon; die halten sich nur einen Tag in der Vase.“

„Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen“, freut sich Gerd-Holling über die Resonanz auf die Aktion im zweiten Jahr. „Auch die Radfahrer von auswärts finden das toll“, ergänzt Neumann. „Es ist schon einen Menge Arbeit, das für Alverskirchen zu machen“, stellt der LOV-Vorsitzende fest. „Schön ist, dass in Alverskirchen fast alle Landwirte mitmachen.“ Die Blüten-Bilanz also: „Es ist schon gigantisch dieses Jahr für unser Dorf“, zeigt sich Deipenwisch beeindruckt.

Wildblumen-Paradies rund um Alverskirchen

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  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: Ortsausfahrt Richtung Sendenhorst

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: Ortsausfahrt Richtung Sendenhorst

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: Ortsausfahrt Richtung Sendenhorst Achim Deipenwisch bringt Paten-Schild an

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: Ortsausfahrt Richtung Sendenhorst; Philipp Schröder (9) und Fine Schröder (11) haben die sechs bunten Schilder gemalt, die darauf hinweisen sollen, die Wildblumen nicht zu pflücken.

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: Ortsausfahrt Richtung Sendenhorst

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: Ortsausfahrt Richtung Sendenhorst

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: gegenüber ehemalige Hofsstelle Reinsch, nahe NG Dorffeld

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: gegenüber ehemalige Hofsstelle Reinsch, nahe NG Dorffeld

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: Ortsausfahrt Richtung Sendenhorst

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: gegenüber ehemalige Hofsstelle Reinsch, nahe NG Dorffeld

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: gegenüber ehemalige Hofsstelle Reinsch, nahe NG Dorffeld

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: gegenüber ehemalige Hofsstelle Reinsch, nahe NG Dorffeld

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: gegenüber ehemalige Hofsstelle Reinsch, nahe NG Dorffeld

    Foto: Klaus Meyer
  • Aktion "Alverskirchen blüht auf", Sommer 2020; 2. Auflage nach Premiere 2019; diesmal 47 Blühpaten dabei; hier: gegenüber ehemalige Hofsstelle Reinsch, nahe NG Dorffeld

    Foto: Klaus Meyer
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