Die Musikschule in der Corona-Zeit
Improvisieren fürs Proben

Everswinkel -

Auch die Schule für Musik in Everswinkel und Alverskirchen musste seit Beginn der Corona-Zeit improvisieren, um den Musikunterricht fortführen zu können. Zunächst starteten die Musiklehrerinnen und -lehrer mit dem Online-Unterricht, was zunächst auch sehr gut angenommen wurde. Nach einer Weile erlosch dieser Enthusiasmus allerdings, wie Regionalleiter Heinz Termathe bilanziert. Es musste eine Lösung gefunden werden.

Freitag, 07.08.2020, 08:05 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 12:08 Uhr
Musikschullehrer und Regionalleiter Heinz Termathe mit Gitarren-Schülerin Franca Hilgenstock beim Üben auf dem Freigelände am Vereinsheim des Kleingartenvereins Everswinkel.
Musikschullehrer und Regionalleiter Heinz Termathe mit Gitarren-Schülerin Franca Hilgenstock beim Üben auf dem Freigelände am Vereinsheim des Kleingartenvereins Everswinkel. Foto: privat

„Vor allem jüngere Kinder übten häufig fleißiger, als im Präsenzunterricht. Oftmals hörten auch die Eltern dabei zu und nutzten zuweilen auch den Unterricht, um die Notenkenntnisse aufzufrischen“, erinnert sich Musikschul-Regionalleiter Heinz Termathe an den Anfang.

„Nach einigen Wochen nahm aber die Begeisterung für Unterricht mit Skype und Telefon spürbar ab; und zwar bei Musikschülern, wie auch bei den Lehrkräften“, so Termathe. „Da Skype leicht zeitversetzt übertragen wird, ist es beispielsweise nicht möglich, dass der Lehrer das jeweilige Lied mit dem Schüler mitspielt. Außerdem fehlte der visuelle und persönliche Kontakt, um auch die Haltung und Fingertechnik intensiv zu korrigieren.“

Nach einigen Wochen nahm aber die Begeisterung für Unterricht mit Skype und Telefon spürbar ab.

Heinz Termathe

In den beiden Grundschulen und auch in der Verbundschule, wo der Musikunterricht normalerweise stattfindet, bestand ein Betretungsverbot für die Schule für Musik. Termathe hatte daher alle Hände voll zu tun, um alternative Räumlichkeiten zu organisieren, in denen auch die Abstands- und Hygieneregeln umsetzbar sein mussten. So waren alle Lehrkräfte der Schule für Musik mit Desinfektionsmitteln ausgestattet. Die Gemeinde stellte an drei Tagen pro Woche das Heimathaus zur Verfügung. Dort konnte zunächst wieder der Einzelunterricht für Keyboard, Blockflöte und Gitarre stattfinden. In der Waldorfschule wurde das Betretungsverbot schon früh wieder aufgehoben, so dass auch der Querflöten-Unterricht aufgenommen werden konnte.

Da im Heimathaus freitags Trauungen stattfinden, musste noch eine weitere Örtlichkeit gefunden werden. Der Kleingartenverein Everswinkel mit seinem Vorsitzenden Janos Przybyla stellte großzügig das Vereinsheim zur Verfügung. Die Schüler wie auch die Lehrer fühlten sich auch dort sehr gut aufgehoben. Bei gutem Wetter war der Unterricht auch draußen im Garten möglich. Jetzt fehlte nur noch eine geeignete Örtlichkeit für die Alverskirchener Gitarrenschüler. Hilfsbereit sprang die Familie Schulze Wettendorf in die Bresche und stellte das geräumige Besucherzelt auf dem Hof, das ansonsten für Besuchergruppen genutzt wird, zur Verfügung. Auch hier lobte Termathe die Gastfreundlichkeit und nette Atmosphäre und bedankte sich herzlich und mit kleinen Präsenten bei allen helfenden Institutionen.

Auch wenn es allen Musikschülern und -lehrern in den alternativen Räumen sehr gut gefallen hat, wünschen sich alle Musiker, dass es nach den Sommerferien wieder in der Verbundschule, der Grundschule Everswinkel und der Grundschule Alverskirchen weitergehen kann. „Die Musikschüler und Musiklehrer haben erreicht, dass wir alle in der Coronakrise das Musizieren und das Üben fortführen konnten und niemand etwas verlernt hat“, freut sich Termathe.

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