Ausschuss beschäftigt sich mit neuem Server an der Verbundschule
Das Herzstück der Digitalisierung schlägt bereits

Everswinkel -

Die Zukunft der Verbundschule ist gesichert, hieß es an dieser Stelle vor knapp drei Wochen. Damals war damit die Genehmigung aus Düsseldorf für den Fortbestand gemeint. Doch auch technologisch scheint sich die Bildungseinrichtung gerade mit großen Schritten Richtung Zukunft zu bewegen.

Mittwoch, 19.08.2020, 14:22 Uhr
Der Unterricht wird immer digitaler, auch an der Verbundschule. Dort beschäftigte sich der Schulausschuss nun mit dem neuen Server und digitalen Endgeräten.
Der Unterricht wird immer digitaler, auch an der Verbundschule. Dort beschäftigte sich der Schulausschuss nun mit dem neuen Server und digitalen Endgeräten. Foto: Jeschke/Tillmann

Davon durfte sich am Dienstagabend der Schulausschuss der Gemeinde überzeugen, der sich in beiden Teilen seiner Sitzung mit dem Thema Digitalisierung beschäftigte: nämlich einerseits mit dem neuen IServ-Schulserver, der an der Verbundschule in Betrieb genommen wurde, und anderseits mit der geförderten Anschaffung von digitalen Endgeräten für Schüler aus sozial schwächeren Familien und die Lehrer.

Neue Kommunikationsplattform an der Verbundschule installiert

Thematisch passte das perfekt, handelt es sich doch in Bezug auf die Digitalisierung der Schulen um zwei Seiten derselben Medaille. Um ein alltägliches Beispiel zu benutzen: Was nützt ein Tablet ohne Internet und was nützen die Informationen aus dem Internet ohne ein Endgerät, um sie anzuzeigen?

So ähnlich verhält es sich auch mit dem nun an der Verbundschule eingeführten IServ-Schulserver. Er ist quasi das Herzstück auf dem Weg zu einer digitalen Schule. Das System, ursprünglich an einer Braunschweiger Schule entwickelt und mittlerweile schon in großen Teilen Niedersachsens im Einsatz, wurde von den betreuenden Lehrern Markus Weinberg und Anja Epping sowie dem kommissarischen Schulleiter Martin Wachter vorgestellt.

Lehrer Markus Weinberg erklärt die Möglichkeiten des neuen Schulservers.

Lehrer Markus Weinberg erklärt die Möglichkeiten des neuen Schulservers. Foto: Henning Tillmann

System soll Kontakt zwischen Eltern, Schülern und Lehrern vereinfachen

Obwohl der Praxiseinsatz gerade erst startet, scheinen die drei von den Möglichkeiten bereits vollends überzeugt. „Das erleichtert die Kontaktaufnahme zu den Eltern ungemein“, befand Martin Wachter. Ganz ähnlich äußerte sich Markus Weinberg: „Das erleichtert die Arbeit ganz erheblich“, sagte er beispielsweise zur möglichen Hausaufgabenbereitstellung und -kontrolle. Und damit meinte er nicht nur die Zeiten, in denen der normale Schulbetrieb wie zuletzt gar nicht möglich ist. Anja Epping wiederum hob den pädagogischen Mehrwert hervor: „Die Schüler können in einem geschützten Raum den Umgang mit Medien erlernen“, sagte sie.

Datenschutzkonforme und geschützte Kommunikation

Denn das System ist auf die speziellen Erfordernisse von Schulen zugeschnitten. Das fängt beim Thema Datenschutz an – die Daten lagern nur auf dem Schulserver, nicht in einer Cloud – und hört beim Thema Messaging noch nicht auf. Anders als bei Alternativen wie Whatsapp ist es den Schülern nämlich nicht möglich, nur unter sich zu bleiben. Eine Gruppe kann nur ein Lehrer erstellen, der dann immer auch sieht, was geschrieben wird. E-Mails können die Schüler zudem nur innerhalb des Systems schreiben und empfangen. Auf einen Blick sehen die Lehrer außerdem, welche ihrer Schüler die Aufgaben bereits bearbeitet haben und welche nicht, können zusätzliches Material bereitstellen, Videokonferenzen initiieren oder den Chemieraum im Voraus buchen.

Auch der Vertretungsplan soll auf der Plattform bereitgestellt werden, sodass die Schüler ihn von jedem internetfähigen Endgerät einsehen können und nicht erst vor Ort. Kurz: Das klang sehr nach der berühmten eierlegenden Wollmilchsau und erklärt vielleicht die Begeisterung der drei Lehrer. Läuft das System so stabil wie erhofft, fehlen also nur noch die Endgeräte. Aber damit beschäftigte sich der Schulausschuss ja ebenfalls.

149 iPads für Schüler und Lehrer bestellt

Im zweiten Teil der Sitzung ging es nämlich um die Anschaffung von digitalen Endgeräten. Das Land hat in Ergänzung zum sogenannten „Digitalpakt Schule“ zwei Fördermöglichkeiten geschaffen. Aus dem ersten Topf erhält die Gemeinde 39 500 Euro für ihre Lehrer und hat sich dafür entschieden, 79 iPad Air mit Pencil zu bestellen. Damit ist die Förderung noch nicht ausgeschöpft. Der Rest soll nach Bedarf in zusätzliche Ausstattung fließen. Aus dem zweiten Topf für Schüler fließen 47 500 Euro. Dafür wurden erstmal 70 iPad Air bestellt. Auch hier soll es noch zusätzliche Ausstattung geben. „Wir hoffen, dass wir die Geräte bis Ende des Jahres haben, aber versprechen kann es uns wegen der zahlreichen Bestellungen derzeit niemand“, sagte Iris Peveling, die Leiterin des Haupt-, Personal- und Schulamts.

IT im Rathaus muss wohl personell aufgestockt werden

In jedem Fall werden auf den gemeindlichen Haushalt aber Folgekosten wie für Wartung, Software, Versicherung und Administration zukommen. Denn diese Kosten sind nicht förderfähig und müssen vom jeweiligen Schulträger übernommen werden. Auch bei der IT im Rathaus sieht Bürgermeister Sebastian Seidel wegen des erheblichen Mehraufwands für die Administration der neuen Geräte Nachholbedarf. „Das Thema Digitalisierung bleibt uns erhalten. Wir werden mit den bisherigen zweieinhalb Stellen nicht mehr auskommen“, kündigte er an

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