Elefantenrunde zur Bürgermeisterwahl
Kandidaten schlagen sich wacker

Everswinkel -

Eine Diskussion unter den Kandidaten kam bei der Elefantenrunde von IGSE und BTA kaum in Gang. Aber Moderator Andreas Enseling hatte am Ende einen klaren Appell: Wählen gehen.

Dienstag, 01.09.2020, 18:06 Uhr
Die IGSE lud zum Bürgermeister-Forum und alle Kandidaten kamen: Amtsinhaber Sebastian Seidel, Moderatorin Angela Meininghaus, Jürgen Günther (Grüne), Dr. Wilfried Harmann (SPD) Moderator Andreas Enseling und Hendrik Sikma (unabhängig).
Die IGSE lud zum Bürgermeister-Forum und alle Kandidaten kamen: Amtsinhaber Sebastian Seidel, Moderatorin Angela Meininghaus, Jürgen Günther (Grüne), Dr. Wilfried Harmann (SPD) Moderator Andreas Enseling und Hendrik Sikma (unabhängig). Foto: Ulrike von Brevern

„Die Wahlentscheidung in diesem Jahr könnte Bedeutung haben weit über die Amtszeit der Kandidaten hinaus“, verlieh Angela Meininghaus in ihrer Begrüßung dem ersten Bürgermeister-Forum der IGSE noch etwas mehr Gewicht. Immerhin stehen in diesem Jahr gleich vier Bewerber mit unterschiedlicher Ausrichtung für das Amt des Bürgermeisters zur Auswahl. Angesichts von rund 70 Interessierten freuten sich die Interessengemeinschaft Selbstständiger Everswinkel und das Bürgerteams Alverskirchen (BTA) über ein annähernd volles Haus.

Schnell wurde der Unterschied zwischen Amtsinhaber Sebastian Seidel und seinem Herausforderer Dr. Wilfried Hamann ( SPD ) auf der einen Seite zu den beiden weiteren Herausforderern deutlich: Während die ersteren über viel lokalpolitische Erfahrung und entsprechend umfassende Kenntnisse verfügten, gaben Jürgen Günther , Geschäftsführer der Waldorfschule und von den Grünen ins Rennen geschickt, sowie der unabhängige Herausforderer Hendrik Sikma an mancher Stelle auch zu, noch keine Position entwickelt zu haben.

Vier Bewerber sprechen über Everswinkels Herausforderungen

Der Themenkreis war weit gespannt. Die allgemeinen Lebensbedingungen in Everswinkel und seine Position im Speckgürtel von Münster spielten ebenso eine Rolle wie die Gewerbeentwicklung am Ort, die Situation der Schulen und der Bildung sowie die Möglichkeiten interkommunaler Zusammenarbeit.

Erstaunt zeigte sich mancher Zuhörer angesichts des einladenenden Vereins, dass den Bewerbern zum Thema Gewerbegebiete eher wenig einfiel. Günther gab offen zu, sich hier noch einarbeiten zu müssen. Sikma sah ohne weitere Angaben gar kein Problem darin, weitere Flächen zu finden. Bürgermeister Seidel machte deutlich, dass es durchaus planungsrechtliche als auch rein praktisch Probleme für großflächige Ansiedlung gebe, da bei Landwirten derzeit einfach keine Flächen dafür zum Verkauf stünden.

Das Problem innerstädtischen Leerstands von Gewerbeflächen will Seidel vermehrt durch Umwandlung in Wohnraum lösen. Hamann warf die Idee einer neuen Markthalle im Ortskern ins Rennen. Hier könnte das Angebot lokaler Vermarkter seiner Vorstellung nach gebündelt werden. Zudem solle verstärkt auf Dienstleister und freie Berufe zugegangen werden, um den Ortskern zu beleben.

Günther wollte sich den Ortskern von Telgte mit kleinen Geschäften und Gastronomie zum Vorbild nehmen und verwies darauf, dass eine weitere Verkehrsberuhigung im Ort dringend nötig sei. „Wir sind nicht Fisch noch Fleisch“, hielt Sikma angesichts der Einwohnerzahl fest, „hier gibt es für Geschäfte wenig zu verdienen“. Zur Belebung der Innenstadt schlug er vor, den Marktplatz gezielt zu beleben. „Wir müssen anders denken“, forderte der Biochemiker.

Wir müssen anders denken.

Hendrik Sikma

Beim Thema Bildung zeigten sich alle Kandidaten mit der derzeitigen Schullandschaft sehr zufrieden. Insbesondere auch die Grundschule in Alverskirchen erhielt Rückenwind. Hamann forderte ausdrücklich für alle Schulen mehr Räume zur Differenzierung im Unterricht. Günther regte die Möglichkeit an, in Everswinkel einen Fachhochschulabschluss erwerben zu können – ein Vorschlag, den Seidel sofort zurückwies.

Damit entstand einer der wenigen kontroversen Momente, ähnlich wie bei der Frage, ob es eine Trennung zwischen Alt- und Neu-Everswinklern gäbe. Die hatte Sikma konstatiert und eine Überwindung gefordert. Seidel hielt dagegen, Neubürger würden sehr gut integriert.

Eine Diskussion unter den Kandidaten kam ansonsten kaum in Gang, auch das Publikum zeigte sich bei Fragen zurückhaltend. Moderator Andreas Enseling von der IGSE führte sensibel durch den thematisch anspruchsvollen Abend. „Er hat für mich eine eindeutige Wahlempfehlung ergeben“, sagte er: „Gehen Sie wählen. Egal wer, jeder Kandidat brennt für seine Sache.“

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