Thomas Philipzen bei „Kulturwiesen“
Nach dem Regen sprühten die Pointen

Alverskirchen -

Gegen 17 Uhr konnten alle Beteiligten aufatmen: Das Tiefdruckgebiet vom Samstagvormittag, das immerhin knapp 20 Liter Regen pro Quadratmeter über die „Kulturwiesen“ in Alverskirchen ausgeschüttet hatte, machte Platz für die Sonne. Sonne für Kabarettist Thomas Philipzen.

Dienstag, 08.09.2020, 08:15 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 08:20 Uhr
Thomas Philipzen
Thomas Philipzen Foto: Kulturwiesen

Darüber freute sich ganz besonders Susanne Bergers , hatte sie doch schon einmal, am 28. August, ihren Auftritt wegen eines Gewitters abbrechen müssen. Diesmal stand einem entspannten Abend nichts mehr im Wege. Die Sängerin aus Wolbeck präsentierte mit ihrer klaren Stimme ein Abba-Medley, aus dem Film „Flashdance“ den Song „What a Feeling“ und schlug dann mit Tina Turners „Simply the Best“ einen perfekten Bogen zum Hauptprogramm: Thomas Philipzens „Best of SOLO“.

Mit dem Kabarettisten, Comedian und Moderator war ein Akteur besonderer Güte zu Gast. Am 23. August hatte er bereits seine künstlerische Visitenkarte abgegeben, als er zusammen mit Jochen Funke und Harald Rüther „STORNO – Die Sonderinventur“ an selber Stelle präsentiert hatte. Eine Aufwärmphase brauchte Philipzen nicht. Er suchte schnell den direkten Kontakt zum zahlreich erschienenen Publikum, fortan tobte er mal über die Bühne, mal brillierte er in extremer Zeitlupe.

Im Laufe des Abends griff er viele aktuelle Themen auf. So sang er zum Beispiel, sich selbst am Klavier begleitend, vom „neuen deutschen Aber-Witz“: „Flüchtlinge sind bei mir herzlich willkommen, aber müssen die denn aus dem Ausland kommen?“ Die AfD, insbesondere Beatrix von Storch, der Klimawandel, das übertriebene Getue um unsere Kinder, die Fridays-for-Future-Bewegung, Covid 19, die Evolution – alles wurde aufs kabarettistische Korn genommen, desöfteren mit Bezug zu Münster und dem Münsterland und somit besonders eindrücklich. Auch auf die Feinheiten und Tücken der deutschen Sprache ging er virtuos ein: „Wenn jeder sagt, ,ich nehme mir mal die Freiheit´, dann ist bald keine mehr da.“

Derzeit ist Philipzen mit seinem ständig aktualisierten Programm „Best of SOLO“ unterwegs. Sehr unterhaltsam und kurzweilig war es, oft politisch-kritisch, gelegentlich einfach albern, immer eine Antenne auf sein Publikum gerichtet, um rasch reagieren zu können.

Ein rundherum gelungener Abend, für den man in diesen kulturarmen Zeiten den Künstlern und den Organisatoren nur dankbar sein kann.

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