Bürgermeister-Kandidat und Amtsinhaber Sebastian Seidel
Noch viele Pläne im Kopf

Everswinkel -

„Die Gemeinde Everswinkel ist meine Heimat, und ich bin dankbar, dass ich hier aufwachsen durfte und immer noch leben darf“, schickt Sebastian Seidel voraus. Die bisherige Arbeit als Bürgermeister betrachtet er als Möglichkeit, der Gemeinde etwas zurückzugeben, nachdem er so viel Positives erfahren und erlebt habe. Motiviert stellt er sich den Bürgern erneut zur Wahl, um auch in den nächsten fünf Jahren noch viel bewegen zu können. Der Kopf ist dafür voller Pläne.

Mittwoch, 09.09.2020, 08:02 Uhr
Bürgermeister und Kandidat Sebastian Seidel mit Ehefrau Jessica Seidel und dem gemeinsamen vierjährigen Sohn Theo.
Bürgermeister und Kandidat Sebastian Seidel mit Ehefrau Jessica Seidel und dem gemeinsamen vierjährigen Sohn Theo. Foto: CDU

Gemeinsam mit Verwaltung, Rat sowie den vielen Menschen, die in der Gemeinde leben, arbeiten und wirken, „macht es einfach Freude, die Zukunft unserer Gemeinde mitzugestalten“, nennt er seine Motivation, sich für eine zweite Amtsperiode zu bewerben.

Der Beginn seiner Amtsperiode war von den Flüchtlingszuweisungen geprägt. „Das haben wir gemeinsam sehr gut gemeistert“, stellt der 38-jährige Volljurist den Bürgern ein gutes Zeugnis aus. Das hat auch das Bundesinnenministerium 2018 mit der Verleihung des Integrationspreises getan. In jüngster Zeit gab es eine weitere große Herausforderung: der Bewältigung der Corona-Pandemie. „Es zeichnet die Menschen in unserer Gemeinde aus, dass sie sich nicht unterkriegen lassen, sondern sich an die Regeln halten und schauen, was unter diesen besonderen Umständen möglich ist. Was in den letzten Monaten hier stattgefunden hat, war geprägt von Vernunft, von Tatkraft, von Zusammenhalt.“

Ich bin dankbar für das Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger, die sich auf vielfältige Weise in die Erstellung eingebracht haben und den Kompass für die nächsten Jahre justiert haben.

Bürgermeister Sebastian Seidel zur Beteiligung am Gemeindeentwicklungs-Konzept

Seidels Bilanz ist vielfältig: Der Fortbestand der Verbundschule mit dem Programm „fair.bunt.praxis“, durch das gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft und lokalen Betrieben Kinder der 5. und 6. Klasse schon frühzeitig an handwerkliche Berufe herangeführt werden. Die Baugebiete „Königskamp III“ und „Bergkamp III“ gehören dazu. Des Weiteren habe er die flächendeckende Glasfaserversorgung des Innenbereichs, die kreisweit Spitze ist, sowie eine sehr gute U3-Betreuung unter anderem mit dem Neubau des Johannes-Kindergartens erreichen können. Freude brachte der einstimmige Ratsbeschluss zum Gemeindeentwicklungs-Konzept. „Ich bin dankbar für das Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger, die sich auf vielfältige Weise in die Erstellung eingebracht haben und den Kompass für die nächsten Jahre justiert haben.“

Auch für die Zukunft hat der derzeit jüngste Bürgermeister des Münsterlandes noch viele Pläne für die Gemeinde. Etwa die Digitalisierung der drei gemeindlichen Schulen und der Verwaltung, und „wir brauchen Gewerbeflächen in beiden Ortsteilen, da sind wir intern dran.“ Auch Wohnraum müsse her. „Das geht nur über den Dreiklang Bestandsimmobilien, Nachverdichtung und die maßvolle Ausweisung von Neubaugebieten.“ Besonders sei kleinteiliger, barrierefreier und bezahlbarer Wohnraum im Fokus. Von einer vor zehn Jahren diskutierten „Ringstraße“ hält er wenig. Seidel setzt auf zwei Schritte zur Entlastung der Nord-Süd-Achse: ein Kreisverkehr an der Kreuzung Bahnhof-/Freckenhorster-/Warendorfer-/Hovestraße und eine Entlastungsstraße durch oder entlang neu entstehender Baugebiete – schon wenn nach dem „Bergkamp III“ noch ein weiteres Neubaugebiet hinzukäme. „Das entlastet die Anlieger der Nord-Süd-Achse, ohne die Landwirtschaft noch zusätzlich zur Ausweisung eines Baugebiets zu belasten.“ Gemeinsam mit der Bürgerschaft will er die Ideen aus dem Gemeindeentwicklungs-Konzept zur Attraktivierung der Ortskerne anpacken. Auch die Ergänzung der ärztlichen Versorgung gehöre dazu. Stichwort Raumbedarf der Feuerwehr: „Unsere hochmotivierte Mannschaft braucht gute räumliche Bedingungen in beiden Ortsteilen, die auch in den nächsten Jahrzehnten noch tragen.“

Wichtig ist Seidel der Klima- und Umweltschutz. Darum habe er einen Car-Sharing-Anbieter in die Gemeinde geholt. Und: „Wir müssen die kommunale Energiewende herbeiführen. Unser Potenzial an Dachflächen für Photovoltaik-Anlagen ist erst zu 20 Prozent ausgeschöpft, hier können wir mehr tun.“ Über Stromspeicher und intelligente Netzsteuerung könnten viele Menschen ihr eigener Stromanbieter werden. Hier sieht er Potenziale für die Gemeindewerke bei Beratung und Redundanz. „Unsere Gemeindewerke sind unser ,Local Player‘.“

Selbst ehrenamtlich engagiert, sieht Seidel die Gemeinde und sich selbst als Partner des Ehrenamts. „Unsere beiden Ortsteile sind von einem großen ehrenamtlichen Engagement geprägt. Das können wir nur erhalten, in dem wir unser Ehrenamt wie bisher finanziell, aber auch bei Förderanträgen unterstützen.“

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