Was ist in der nächsten Session überhaupt möglich?
Abschied in Raten vom Karneval

Everswinkel -

Die Fragen stellt man sich wohl in allen närrisch veranlagten Kommunen: Was wird in Sachen Karneval in der nächsten Session überhaupt möglich sein? Kann es in der Corona-Zeit, die sich nach aktuellem Informationsstand wohl noch bis Mitte nächsten Jahren hinzieht, bis ein Impfstoff vorliegt, überhaupt Sitzungskarneval geben? Kann es Straßenkarneval geben? Die Zeichen dafür stehen schlecht.

Dienstag, 22.09.2020, 07:55 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 08:05 Uhr
Ob es so bunt und fröhlich am 14. Februar 2021 auf den Straßen Everswinkels zugehen kann, ist fraglich. Nach der wetterbedingten Absage des Zuges in diesem Jahr droht auch ein Ausfall im nächsten Jahr.
Ob es so bunt und fröhlich am 14. Februar 2021 auf den Straßen Everswinkels zugehen kann, ist fraglich. Nach der wetterbedingten Absage des Zuges in diesem Jahr droht auch ein Ausfall im nächsten Jahr. Foto: Klaus Meyer/EKG

In vielen Orten ist der Karneval schon von der Veranstaltungsliste gestrichen worden. In der vergangenen Woche auch komplett im Nachbarort Telgte. Und in Everswinkel? Eine erste Entscheidung gab es jetzt im Rahmen der Mitgliederversammlung der Everswinkeler Karnevalsgesellschaft „Fünfte Jahreszeit“, bekanntlich verantwortlich für den Straßenkarneval im Vitus-Dorf. 16 Mitglieder fanden sich im Gasthof Arning zusammen und bestätigten dabei den turnusgemäß zur Wahl stehenden Vereinsvorsitzenden Marcel Veltmann einstimmig im Amt. Da Christoph Weiß aus privaten Gründen den Kassiererposten abgegeben hat, wurde Ole Wrzesinski zum Nachfolger gewählt. Neuer Kassenprüfer ist nun Niklas Rutsch.

„Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir leider die Absage der offiziellen Karnevalseröffnung am 14. November verkünden“, die im Gasthof Diepenbrock geplant gewesen war, berichtet Veltmann gegenüber den WN . Weitergehende Aussagen zur eigentlichen Karnevalszeit im Januar und Februar – auch von den Präsidenten des MGV-/BSHV-Karnevals und des Kolping-Karnevals – stehen noch aus. „Wie es mit der restlichen Session weitergeht, steht noch nicht fest. Wir fahren da auch auf Sicht“, so Veltmann weiter. „Einen Karnevalsumzug, so wie wir ihn kennen, werden wir allerdings unter den jetzigen Bedingungen nicht stattfinden lassen können.“

Die EKG traf jetzt ihre erste Entscheidung. Das kleine Bild zeigt den geschäftsführenden Vorstand mit Benedikt Beuck, dem Vorsitzenden Marcel Veltmann und Ole Wrzesinski (v.l.).

Die EKG traf jetzt ihre erste Entscheidung. Das kleine Bild zeigt den geschäftsführenden Vorstand mit Benedikt Beuck, dem Vorsitzenden Marcel Veltmann und Ole Wrzesinski (v.l.). Foto: privat

Die EKG-Spitze überreichte den scheidenden Inhabern des Gasthofs Arning, Heiner und Elke Arning, einen großen Blumenkübel mit Herbstzauber und bedankte sich für die Jahrelange Zusammenarbeit. Zunächst fanden in der ersten Zeit die EKG-Vorstandssitzungen im Gasthaus „Zum Strohbock“ statt, „Nach dessen Schließung boten uns Heiner und Elke Asyl“, der Gasthof Arning wurde zum neuen „Stammsitz“.

Ein Trend hinsichtlich der Session 2020/21 in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich indes schon ab. Der Sitzungskarneval soll für die kommende Session abgesagt werden , erklärte beispielsweise am Freitagabend der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn. Vorausgegangen war ein Gespräch mit der Landesregierung in Düsseldorf. Die Chefs der Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen hatten einen entsprechenden Vorschlag für diesen „Karnevalsgipfel“ in der Staatskanzlei vorgelegt. „Gesellige Karnevalsveranstaltungen sind nicht möglich“, erklärte Staatssekretär Nathanael Liminski dazu.

Die aktuell geltende Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westralen trifft bereits eindeutige Aussagen: „Karnevalsbälle, -Partys sowie gesellige Karnevalssitzungen ohne Beachtung des Abstandsgebots können nicht stattfinden.“ Die bisherigen Erfahrungswerte ließen diese Prognose bis Ende Februar gesichert zu. Und zum Straßenkarneval heißt es unmissverständlich: „Karnevalsumzüge, so wie wir sie kennen, fallen unter das geltende Verbot von Straßenfesten und werden nicht möglich sein. Andere Veranstaltungen in der Session unter freiem Himmel müssen den Vorgaben der Coronaschutzverordnung entsprechen und werden sich dadurch in ihren Grundzügen von den Veranstaltungen der letzten Sessionen unterscheiden oder gar nicht in Betracht kommen.“

Zum Karneval in Everswinkel soll es in Kürze ein klärendes Gespräch zwischen Bürgermeister und Karnevalsverein geben, nachdem man zunächst den Karnevalsgipfel in Düsseldorf abgewartet hat. „Die VEreine haben sich gemeldet, ein Gespräch zu führen, in welcher Form man etwas möglich machen kann“, sagt Sebastian Seidel auf WN-Anfrage.

Überblick über die aktuellen Corona-Verordnungen in NRW

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  • Die Landesregierung hat die Coronaverordnungen für Nordrhein-Westfalen erneuert. Sowohl mit Lockerungen als auch Verschärfungen soll die Corona-Pandemie weiterhin im Griff behalten werden. Bis vorerst zum 30. September gelten folgende Regeln:

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  • Bußgeld für Maskenverweigerer

    Das Bußgeld für Menschen, die in öffentlichen Bussen und Bahnen den Mund-Nasen-Schutz nicht tragen bleibt in NRW bei 150 Euro. Und damit über den bundesweiten Mindestsätzen. 

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  • Maskenpflicht im Unterricht wird ausgesetzt

    Lockerungen gibt es in den Schulen: Während die Maskenpflicht auf dem Schulgelände und außerhalb der Klassen bestehen bleibt, können Schüler den Mund-Nasen-Schutz im Unterricht absetzen. Diese Neuregelung gilt ab dem 1. September. Außerdem können Beschäftigte in Schulen und Kitas weiterhin kostenlose Tests machen. 

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  • Entscheidungen über Weihnachtsmärkte 

    Eine allgemeine Entscheidung über Weihnachts- und Wochenmärkte ist in NRW noch nicht gefallen. Während der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom bereits abgesagt wurde, will die Stadt Münster trotz der Corona-Pandemie ihre Weihnachtsmärkte im Advent durchführen. Der Runde Tisch dazu einigte sich auf strenge Vorgaben.

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  • Test-Pflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

    Einreisende aus Risikogebieten müssen sich grundsätzlich 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Sie entfällt frühestens ab dem fünften Tag, falls dem Gesundheitsamt ein negatives Corona-Testergebnis vorgelegt werden kann, das nicht älter als 48 Stunden ist. Die Tests sind für Rückkehrer aus Ländern, die das Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet einstuft, in jedem Fall Pflicht.

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  • 50 Euro Bußgeld bei Maskenverstößen

    Die drei Grundregeln Abstand halten, Mund-Nasenschutz tragen und Nachverfolgbarkeit der Infektionsketten sicherstellen gelten unverändert weiter. Neu ist, dass bei Verstößen gegen die Maskenpflicht etwa in Supermärkten ein Bußgeld von 50 Euro fällig wird.

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  • Private Feiern

    Es bleibt dabei: Zu privaten Festen aus einem besonderen Anlass wie zum Beispiel Geburtstage, Taufen, Hochzeiten und Abschlussfeiern sind 150 Gäste erlaubt. Diese Regelung gilt seit dem 15. Juli. Bei privaten Feiern in den eigenen vier Wänden verzichtet die Landesregierung auf Begrenzungen, appelliert aber an die Verantwortung der Menschen. 

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  • Großveranstaltungen bleiben verboten

    Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. Dezember 2020 generell untersagt. Der Begriff „Großveranstaltung“ bezieht sich dabei nicht auf die Personenzahl, sondern „auf die Infektionsrelevanz der Veranstaltung“, wie es die Landesregierung formuliert. gemeint sind etwa Schützenfeste, Straßenfeste und Musikfestivals.

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  • Regeln für Veranstaltungen

    Das Genehmigungsverfahren für Veranstaltungen wird neu geregelt. Ab einer Teilnehmerzahl von 1000 Menschen sind die jeweiligen Kommunen zur individuellen Absprache mit dem Land verpflichtet.

    Neu ist zudem eine Regelung für Veranstaltungen mit mehr als 500 teilnehmenden Personen. Dort muss sichergestellt werden, dass auch An- und Abreise unter Einhaltung der Belange des Infektionsschutzes erfolgen können. Diese Regelungen gelten für alle Veranstaltungen, die ab dem 12. September 2020 stattfinden.

    Grundsätzlich gilt, dass es für Veranstaltungen ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept geben muss.

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  • Regeln für SportveranstaltungenAb dem 16. September 2020 dürfen bei Sportveranstaltungen oder bei Wettbewerben wieder mehr als 300 Zuschauer anwesend sein, sofern ein besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept vorgelegt wird. Bei mehr als 1.000 Zuschauern gilt – wie auch bei sonstigen Veranstaltungen – eine Obergrenze von einem Drittel der Kapazität der Sportstätte. Auch die Regelung zur Anzahl von Teilnehmenden bei nicht kontaktfreiem Sport wurde zugunsten von Sportarten mit außergewöhnlichen Mannschaftsgrößen dahingehend erweitert, dass nun alle Spielerinnen oder Spieler, die die jeweilige Sportart erfordert, am Spiel teilnehmen können – auch wenn sie die Höchstzahl von 30 überschreitet. Damit setzt die Landesregierung um, was in der vergangenen Woche bei einem gemeinsamen Gipfel mit Vertreterinnen und Vertretern von Sportvereinen und Verbänden beschlossen wurde. Besondere Regelungen gelten im Rahmen eines Probebetriebes für bundesweite Teamsportveranstaltungen.

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  • Frühwarn-Ampel

    Um einen zweiten Lockdown zu verhindern gilt jetzt eine zweistufige „Corona-Bremse“.

    Stufe Gelb: Bei einer Überschreitung von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen müssen lokal Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Diese müssen mit dem Landeszentrum Gesundheit und der Bezirksregierung abgestimmt werden. 

    Stufe Rot: Überschreitet diese 7-Tage-Inzidenz den Wert von 50, kommen weitere - mit dem Landesgesundheitsministerium abzustimmende - Maßnahmen hinzu.

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