Was ist in der nächsten Session überhaupt möglich?
Abschied in Raten vom Karneval

Everswinkel -

Die Fragen stellt man sich wohl in allen närrisch veranlagten Kommunen: Was wird in Sachen Karneval in der nächsten Session überhaupt möglich sein? Kann es in der Corona-Zeit, die sich nach aktuellem Informationsstand wohl noch bis Mitte nächsten Jahren hinzieht, bis ein Impfstoff vorliegt, überhaupt Sitzungskarneval geben? Kann es Straßenkarneval geben? Die Zeichen dafür stehen schlecht.

Dienstag, 22.09.2020, 07:55 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 08:00 Uhr

In vielen Orten ist der Karneval schon von der Veranstaltungsliste gestrichen worden. In der vergangenen Woche auch komplett im Nachbarort Telgte. Und in Everswinkel? Eine erste Entscheidung gab es jetzt im Rahmen der Mitgliederversammlung der Everswinkeler Karnevalsgesellschaft „Fünfte Jahreszeit“, bekanntlich verantwortlich für den Straßenkarneval im Vitus-Dorf. 16 Mitglieder fanden sich im Gasthof Arning zusammen und bestätigten dabei den turnusgemäß zur Wahl stehenden Vereinsvorsitzenden Marcel Veltmann einstimmig im Amt. Da Christoph Weiß aus privaten Gründen den Kassiererposten abgegeben hat, wurde Ole Wrzesinski zum Nachfolger gewählt. Neuer Kassenprüfer ist nun Niklas Rutsch.

„Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir leider die Absage der offiziellen Karnevalseröffnung am 14. November verkünden“, die im Gasthof Diepenbrock geplant gewesen war, berichtet Veltmann gegenüber den WN . Weitergehende Aussagen zur eigentlichen Karnevalszeit im Januar und Februar – auch von den Präsidenten des MGV-/BSHV-Karnevals und des Kolping-Karnevals – stehen noch aus. „Wie es mit der restlichen Session weitergeht, steht noch nicht fest. Wir fahren da auch auf Sicht“, so Veltmann weiter. „Einen Karnevalsumzug, so wie wir ihn kennen, werden wir allerdings unter den jetzigen Bedingungen nicht stattfinden lassen können.“

Die EKG traf jetzt ihre erste Entscheidung. Das kleine Bild zeigt den geschäftsführenden Vorstand mit Benedikt Beuck, dem Vorsitzenden Marcel Veltmann und Ole Wrzesinski (v.l.).

Die EKG traf jetzt ihre erste Entscheidung. Das kleine Bild zeigt den geschäftsführenden Vorstand mit Benedikt Beuck, dem Vorsitzenden Marcel Veltmann und Ole Wrzesinski (v.l.). Foto: privat

Die EKG-Spitze überreichte den scheidenden Inhabern des Gasthofs Arning, Heiner und Elke Arning, einen großen Blumenkübel mit Herbstzauber und bedankte sich für die Jahrelange Zusammenarbeit. Zunächst fanden in der ersten Zeit die EKG-Vorstandssitzungen im Gasthaus „Zum Strohbock“ statt, „Nach dessen Schließung boten uns Heiner und Elke Asyl“, der Gasthof Arning wurde zum neuen „Stammsitz“.

Ein Trend hinsichtlich der Session 2020/21 in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich indes schon ab. Der Sitzungskarneval soll für die kommende Session abgesagt werden, erklärte beispielsweise am Freitagabend der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn. Vorausgegangen war ein Gespräch mit der Landesregierung in Düsseldorf. Die Chefs der Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen hatten einen entsprechenden Vorschlag für diesen „Karnevalsgipfel“ in der Staatskanzlei vorgelegt. „Gesellige Karnevalsveranstaltungen sind nicht möglich“, erklärte Staatssekretär Nathanael Liminski dazu.

Die aktuell geltende Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westralen trifft bereits eindeutige Aussagen: „Karnevalsbälle, -Partys sowie gesellige Karnevalssitzungen ohne Beachtung des Abstandsgebots können nicht stattfinden.“ Die bisherigen Erfahrungswerte ließen diese Prognose bis Ende Februar gesichert zu. Und zum Straßenkarneval heißt es unmissverständlich: „Karnevalsumzüge, so wie wir sie kennen, fallen unter das geltende Verbot von Straßenfesten und werden nicht möglich sein. Andere Veranstaltungen in der Session unter freiem Himmel müssen den Vorgaben der Coronaschutzverordnung entsprechen und werden sich dadurch in ihren Grundzügen von den Veranstaltungen der letzten Sessionen unterscheiden oder gar nicht in Betracht kommen.“

Zum Karneval in Everswinkel soll es in Kürze ein klärendes Gespräch zwischen Bürgermeister und Karnevalsverein geben, nachdem man zunächst den Karnevalsgipfel in Düsseldorf abgewartet hat. „Die VEreine haben sich gemeldet, ein Gespräch zu führen, in welcher Form man etwas möglich machen kann“, sagt Sebastian Seidel auf WN-Anfrage.

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