Aus „Gasthof Arning“ wird „Gasthof Strietholt“
Junge Pächter mit frischen Ideen

Everswinkel -

Wer suchet, der findet. Die Suche nach einem neuen Betreiber des verkauften Gasthofs Arning hat nicht lange gedauert. Die Investoren des Gebäudekomplexes, Architekt Jörgen Dreher aus Münster und sein Vater Karl Dreher (Dreher Isoliertechnik aus Münster), können bereits jetzt die Nachfolger von Heiner und Elke Arning präsentieren.

Mittwoch, 23.09.2020, 07:30 Uhr
Haben die gleichen Vorstellungen, wie es mit dem Gasthof weitergeht: Die Investoren Karl und Jörgen Dreher und das neue Betreiber-Ehepaar Annika Haarmann und Steffen Strietholt.
Haben die gleichen Vorstellungen, wie es mit dem Gasthof weitergeht: Die Investoren Karl und Jörgen Dreher und das neue Betreiber-Ehepaar Annika Haarmann und Steffen Strietholt. Foto: Klaus Meyer

Mit Steffen Strietholt und Annika Haarmann übernimmt ein junges, ambitioniertes Ehepaar die Regie im Everswinkeler Traditions-Wirtshaus. Das wird sich nicht nur draußen an der Fassade zeigen, wo künftig der Schriftzug „Gasthof Strietholt“ zu lesen ist, sondern auch im Gasthaus durch behutsame Veränderungen sowie eine durch eigene Ideen modifizierte Karte. Schließlich bringt Strietholt Erfahrungen aus der „Sterne-Küche“ mit.

„Wir sind sehr froh, dass wir einen Pächter gefunden haben in der Kürze der Zeit, und mit dem wir sehr in Einklang sind mit dem, was hier passiert“, stellt Architekt Dreher zufrieden fest. Ein junges Paar, ein echtes Team, „die Ideen sind sehr deckend“. Strietholt und Haarmann, die seit zwei Wochen verheiratet sind, hatten aus den Westfälischen Nachrichten von der Pächtersuche erfahren. Beide kannten das Objekt natürlich schon vorher, hatten sogar schon mal „herumgesponnen“, wie es wäre wenn…. – mit dem Zeitungsartikel fiel dann laut Haarmann die Entscheidung.

Die Kompetenz ist auch klar. Er weiß, was in Everswinkel nötig ist.

Investor Jörgen Dreher

Nach ein, zwei Treffen sei „ziemlich klar gewesen, dass wir die gleichen Vorstellungen haben“, freut sich der neue Wirt, der seit rund einem Jahr in Everswinkel lebt. „Die Nähe zum Gasthof war auch für uns ausschlaggebend“, sieht Jörgen Dreher einen wesentlichen Vorteil darin, wenn der Pächter auch im selben Ort wohnt. „Dann hat man mehr Bezug dazu. Und das ist auch im Sinne der Familie Arning “, ergänzt Karl Dreher. Eine möglichst langfristige Bindung ist der Wunsch beider Seiten. Der Gasthof könne nun ohne große Unterbrechung weitergeführt werden, lediglich einen Monat lang muss für erste Sanierungsmaßnahmen geschlossen werden. „Am 1. November ist dann wieder normaler Betrieb.“ Und der wird wohl spannend. „Die Kompetenz ist klar. Herr Strietholt hat in einem Sterne-Restaurant gearbeitet, und er weiß, was in Everswinkel nötig ist“, zeigt sich auch Jörgen Dreher gespannt auf die Zukunft.

Strietholt hat sich seine ersten Meriten schon verdient. Der gebürtige Lüdinghausener arbeitete nach seiner Ausbildung im Osnabrücker Gourmettempel „La Vie“, das unter Küchenchef Thomas Bühner mit drei Michelin-Sternen und 19 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet war und bis zur Schließung Mitte 2018 zur Restaurant-Welt-Liga zählte. Zuletzt war Strietholt Küchenchef im Restaurant „Lux“ am LWL-Museum. Nun also der Sprung in die Selbstständigkeit. „Es war klar, dass der Schritt im nächsten Jahr auf jeden Fall passiert. Als ich das Objekt gesehen habe, wurde das jetzt beschleunigt.“

Ich will auch meine Ideen von der Küche umsetzen.

Pächter Steffen Strietholt

Die Gedanken, wie sich der „Gasthof Strietholt“ präsentieren wird, sind gereift. „Es gibt schon Pläne, was die Einrichtung angeht. Der Charakter eines Gasthofs wird beibehalten.“ Zumal ohnehin die Fassade sowie innen alles, was aus der Errichtungszeit Anfang des 19. Jahrhunderts stammt (Gastraum, Herdfeuer, Türen, Zargen, Treppenanlage und Wandstrukturen), unter Denkmalschutz steht. Zunächst steht eine Renovierung im Erdgeschoss an. Die Umbaumaßnahmen für die 14 bis 15 Gästezimmer im oberen Teil des Hauses sind laut Dreher für Anfang 2022 angedacht. Hinsichtlich der Speisekarte will Strietholt „das eine oder andere Gericht übernehmen“ und Neues anbieten. „Ich will auch meine Ideen von der Küche umsetzen.“ Dazu setzt er vor allem auf lokale Produzenten etwa von Fleisch, Milch etc.. Sein Gastro-Rezept: „Die westfälische Küche als Grundlage nehmen, dann aber schon Akzente setzen.“

Das Pächter-Paar will mit dem Gasthof „Anlaufstelle für ganz Everswinkel bleiben, auch für die Vereine, Stammtische und Kegelvereine, das ist uns auf jeden Fall wichtig“. Auch an Kulturveranstaltungen des Kulturkreises Everswinkel zeigen sich Strietholt und Haarmann sehr interessiert. Für die Reservierung des Saals laufen schon jetzt die ersten Anfragen und Terminvereinbarungen. Außerdem: Die Kegelbahn bleibt, der Biergarten bleibt, die Biermarke am Zapfhahn ebenso, und vom bisherigen Personal „so viel wie möglich“. Zur Eröffnung hatten beide auf den Mond(sch)weinbummel der IGSE gesetzt, um sich vorzustellen – doch der ist ja corona-bedingt abgesagt. So wird es ein „Soft-Opening“ mit Freunden und Unterstützern geben, bevor der Gastro-Alltag beginnt. Aber für Silvester ist ein spezielles Menü in der Planung, um auf den neuen Gasthof Strietholt aufmerksam zu machen.

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