Waldorfschule stellt sich vor
Tag der offenen Tür auf andere Art

Everswinkel -

Viele Besucher fanden den Weg nach Everswinkel zum Tag der offenen Tür der Waldorfschule. Darunter auch Adilson und Julia Draeger. In erster Linie wollten sich die Eltern über die alternative Schulform genauer informieren.

Dienstag, 29.09.2020, 08:28 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 08:30 Uhr
Die Zwillinge Lena und Paul
Die Zwillinge Lena und Paul Foto: Marion Bulla

„Unser Kind ist fünf und kommt nächstes Jahr in die Schule. Wir möchten Näheres über das Konzept wissen“, erzählte das Paar. Da konnte Annika Müller-Tiburtius helfen. Die Musiklehrerin führte sie durch die Klassenräume, zeigte ihnen einige kleinere Ausstellungen und auch die Außenanlagen wie Ställe und Pausenhof.

Aufführungen der Schüler wie in den Vorjahren gab es corona-bedingt nicht. „Die meisten Besucher waren sehr gut informiert und haben dementsprechend ganz gezielt nachgefragt“, zeigte sich Marianne Decamps, die seit August die Waldorfschule leitet, zufrieden mit der Resonanz. Es sei in diesem Jahr schon ein etwas anderer Präsentationstag, musste sie zugeben. So gab es nur Führungen in kleinen Gruppen, und die durchgängig mit Mund-Nasenschutz.

Schulleiterin Marianne Decamps (r.) und Pädagogin Bärbel Orth präsentieren die Arbeiten der Fünftklässler.

Schulleiterin Marianne Decamps (r.) und Pädagogin Bärbel Orth präsentieren die Arbeiten der Fünftklässler. Foto: Marion Bulla

Die Besucher waren beeindruckt von der Vielfalt, die auf dem Stundenplan steht. Unter anderem Gartenarbeit, der Umgang mit den Tieren, das Buchbinden, Handarbeiten und über den großen Freiraum auf dem Gelände mit seinen vielen Möglichkeiten Auch Philipp und Carina Kölmel waren begeistert von den Möglichkeiten, die die Schule bietet. Zum Aktionstag hatten sie ihre Zwillinge Paul und Lena, die im kommenden Jahr die weiterführende Schule besuchen, mitgebracht. Den Neunjährigen gefiel hier besonders, dass es eine Art Bauernhof mit Tieren gibt, die in den so genannten Landstunden in den Unterricht mit einfließen. „Wir schauen uns aber auch andere Schulen an“, bemerkte Carina Kölmel.

Bärbel Orth zeigte den Besuchern, was ihre Schüler in der 5. Klasse gefertigt haben. Auf ihrem Tisch lagen beispielsweise eigens gebastelte Bücher, in denen die Tiere aus deren Sicht beschrieben werden, wie und wo sie leben oder wie sie sich ernähren. „Die sind ganz toll geworden und individuell gestaltet“, sagte die Pädagogin nicht ohne Stolz. Auch Kissenhüllen, die mit Kreuzstich bunt bestickt sind, haben die Kinder gefertigt.

Agnes Rost findet den Jahreszeitentisch, den der Kreativkreis gebastelt hat, besonders gut gelungen.

Agnes Rost findet den Jahreszeitentisch, den der Kreativkreis gebastelt hat, besonders gut gelungen. Foto: Marion Bulla

Eine Besucherin ließ sich derweil von Jürgen Fritsch in der Werkstatt erklären, wie die Schüler dort arbeiten. „Es ist hier so offen und frei. Eins mit der Natur. Man hat das Gefühl, in einem Dorf zu sein“, kam sie regelrecht ins Schwärmen. Sie wolle bei ihrem Kind vom städtischen Konzept weggehen, und ergänzte: „Ich möchte, dass mein Kind aus Freude lernt und nicht unter Druck.“ Fritsch erzählte ihr, dass auch seine Kinder die Waldorfschule besucht hätten. „Meine Wünsche sind hier erfüllt worden“, bilanzierte der Werklehrer.

Agnes Rost, Tobias Flotow, beide pädagogische Mitarbeiter, sowie Erzieherin Nicole Tewes zeigten den Besuchern im Hort, was der Kreativkreis auf die Beine gestellt hat. Vor ihnen lagen unter anderem Schals, gestrickte Tiere und viele Deko-Sachen. Auch der Jahreszeitentisch stellte die Kreativität der Eltern unter Beweis. Darüber hinaus beantwortete das Trio Fragen der Eltern zur Übermittagsbetreuung.

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