Ausverkauf der Traditionsgaststätte Grause
Eigenes Stück Geschichte

Alverskirchen -

Eine Ära ist zu Ende gegangen: Die Gaststätte Grause hat ihre Pforten für immer geschlossen. Ein letztes Mal wurden die Türen jedoch geöffnet, um das Inventar unter die Leute zu bringen.

Donnerstag, 22.10.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 25.10.2020, 15:56 Uhr
Reinhold Grause verkaufte das Inventar der Gaststätte. Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem großen Zuspruch.
Reinhold Grause verkaufte das Inventar der Gaststätte. Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem großen Zuspruch. Foto: Karina Linnemann

Eine Ära ist zu Ende gegangen: Die Gaststätte Grause hat ihre Pforten für immer geschlossen. Ein letztes Mal wurden die Türen jedoch geöffnet, um das Inventar unter die Leute zu bringen.

Reger Andrang herrschte am Montag und Dienstag vor der Gaststätte Grause. Inhaber Reinhold Grause hatte die Bevölkerung dazu eingeladen, in der Gaststätten- und Haushaltsauflösung nach Inventar, Küchenzubehör, Tischwäsche und vielem mehr Ausschau zu halten. Dieses Angebot wurde sehr gerne angenommen.

Luise Drzysla war mit ihrer Tochter Anja Kretschmer gekommen, um sich nach ein paar Kleinigkeiten umzusehen. „Ich habe sehr viele Erinnerungen, die ich mit diesem Gebäude verbinde. Schon als Kind habe ich bei Grause Süßigkeiten gekauft und später als Erwachsene so manches Fest gefeiert“, sagte sie etwas wehmütig. Ihre Tochter Anja trauert der Gaststätte ebenfalls nach. „Es ist wirklich schade, es wird etwas fehlen“, so die Alvers­kirchenerin.

Das Kneipenleben hat sich einfach verändert.

Reinhold Grause

Auf vielen Tischen im großen Saal der Gaststätte wurden die unterschiedlichen Waren angeboten. Tischdecken, Gläser, Bilder, Porzellan, Aschenbecher, alte Milchkannen und vieles mehr wechselten die Besitzer. Auch Barhocker, Tische und Stühle waren schnell vergriffen. Reinhold Grause, der die Gastwirtschaft 1980 von seinen Eltern übernahm, behielt dabei den Überblick. „Ich schließe die Gaststätte, weil es sich nicht mehr lohnt. Das Kneipenleben hat sich einfach verändert“, sagte er.

Bis Ende Oktober müsse laut Grause alles aus der Gaststätte und der darüber liegenden Ferienwohnung verschwunden sein. Dann wird schließlich nicht nur die Gaststätte, sondern auch das gesamte Gebäude nur eine Erinnerung bleiben. Reinhold Grause hat es an einen Investor verkauft, der es dem Erdboden gleichmachen und anschließend neuen Wohnraum schaffen möchte.

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