Heimische Produktion vom Korn zum Brot
Bauer und Bäcker in einem Boot

Everswinkel -

Schon die Berufsbezeichnung lege es nahe, miteinander zu kooperieren. Bauer und Bäcker – da geht doch was, oder? Diese rhetorische Frage haben Bäckermeister Marc Mundri von der Bäckerei Diepenbrock und Landwirt Peter Stelthove für sich klar beantwortet. Natürlich geht da was . . .

Dienstag, 27.10.2020, 08:35 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 20:36 Uhr
Seit Beginn des Kooperationsprojekts von Bauer und Bäcker wurde die Geschichte über die sozialen Netzwerke und auch über ein ein Banner auf dem Feld publik gemacht. Mit dem Ergebnis sind Marc Mundri (l.) und Peter Stelthove bestens zufrieden.
Seit Beginn des Kooperationsprojekts von Bauer und Bäcker wurde die Geschichte über die sozialen Netzwerke und auch über ein ein Banner auf dem Feld publik gemacht. Mit dem Ergebnis sind Marc Mundri (l.) und Peter Stelthove bestens zufrieden. Foto: Matthias Schrumpf Fotodesign

Jetzt, nach der Erntezeit, haben beide gut Lachen. Die Co-Produktion von Bauer und Bäcker hat nämlich für den Anfang schon bestens geklappt. „Regionale Wertschöpfungsketten sind in aller Munde. Lokal, transparent und klimafreundlich“, sagt Mundri . Und Stelthove kann nur zustimmen.

„Ich bin überrascht wie gut es sofort beim ersten Mal geklappt hat“, freut er sich mit Stelthove über die gute Dinkel-Ernte 2020. Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres war die Idee entstanden und in den folgenden Wochen konkretisiert worden. „Eine klassische Schnapsidee“, kommentiert Mundri schmunzelnd die Ideenfindung. Denn der gedankliche Reifeprozess vollzog sich seinerzeit bei Brot und Bier.

Die Überlegung: Man könnte doch Brotgetreide anbauen. Das hätte gleich zwei nennenswerte Vorteile: Einerseits wäre es ein zweites, wirtschaftlich tragbares Standbein, das neben der Schweinemast aufgebaut werden könnte. Andererseits wäre es die Möglichkeit, lokale Qualitätsprodukte zu produzieren und zu vermarkten. Bauer und Bäcker in einer Win-win-Situation. Dass die Wahl ausgerechnet auf Dinkel fiel, hat natürlich Gründe. Ganz praktische und nachhaltige.

Eine klassische Schnapsidee

Marc Mundri

„Dinkel ist zwar im Ertrag etwa 30 Prozent schwächer als vergleichbare Weizensorten, allerdings ist Dinkel auch robuster und dementsprechend sehr stabil in der Qualität und Verarbeitung.“, weiß Mundri. In der Bäckerei werde Dinkel für die Vollkornprodukte verarbeitet. „Wir können das Korn ,just in time‘ in der hauseigenen Mühle vermahlen“, macht er deutlich. Und er fügt hinzu: „Kurze, transparente Wege führen hoffentlich langfristig zum Erfolg.“

„Für uns gehört es seit einiger Zeit dazu, unseren Kunden, Follower und oder Fans von unserem Handwerk zu berichten“, erzählt Mundri. Der Bäcker und der Bauer sind stolz auf das gemeinsame Produkt. Ein hundertprozentiges Dinkelvollkorn-Bort mit einem 24 Stunden lang gereiften Dinkelsauerteig und gekochten Dinkelkörnern. Angebaut, gewachsen, gereift, geerntet, verarbeitet und gebacken in Everswinkel. Dass das Brot „Peterle“ heißt, ist eine Reverenz an den Grundlagen-Lieferanten, den Landwirt. Über den langfristigen Erfolg dieser Kooperation, ob sie die entsprechenden Früchte trägt, darüber entscheiden jetzt die Kunden.

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