Band „Rocktory“: CD-Produktion per Crowdfunding
Aufbauhilfe für den „Temple of Rock“

Everswinkel -

Die Everswinkeler Rockformation „Rocktory“ leidet wie viele andere Künstler unter der bühnenlosen Zeit. Kein Konzert, kein Gig seit Monaten. Aber eine Band braucht Ziele, auf die sie zusteuern kann, macht Keyboarder Thomas Kraß deutlich. Ein großes Ziel ist die erste eigene CD. Dafür ging‘s jüngst nach Münster ins Tonstudio. Um die professionelle Produktion stemmen zu können, hat die Gruppe ein Crowdfunding gestartet. Da kann man Aufbauhilfe für den „Temple of Rock“ leisten.

Mittwoch, 28.10.2020, 09:16 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 20:36 Uhr
Drei Tage lang spielten die Mitglieder von „Rocktory“ im Tonstudio in Münster die Songs für die Erstlings-CD ein.
Drei Tage lang spielten die Mitglieder von „Rocktory“ im Tonstudio in Münster die Songs für die Erstlings-CD ein. Foto: privat

Es ist rund ein Jahr her, dass die Gruppe quasi als „Sahnehäubchen“ die XXL-Jour-fixe-Veranstaltung in Warendorf krönte und das Theater am Wall rockte. Und neun Monate ist es her, dass „Rocktory“ in der Festhalle beim Doppelkonzert mit der Band „Healer“ für ein Feuerwerk sorgte. Leider wurde das mitreißende Menü aus kraftvollen Rocksongs und emotionalen Balladen nur vor kleiner Zuschauerkulisse serviert. Da hatte so mancher Fan ehrlicher, handgemachter Rockklänge etwas verpasst. „Das Konzert in der Festhalle Everswinkel im Januar sollte der Auftakt für einige schöne Gigs sein. Leider hat uns Corona, wie so vielen Bands, einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauert Thomas Kraß, an den Keyboards zuständig für den „Soundteppich“ der Band-Kompositionen.

Für ihn sowie Steffi Waltering (Gesang), Nils Surkamp (E-Gitarre), Tobias Niester (Schlagzeug), Matthias Teuber (Bass) und Christian Schmölzing (Leadgitarre) war unter anderem auch ein Auftritt beim heimischen Vitus-Fest geplant. Alles geplatzt. Die Kultur hat Zwangspause, und das ist für Künstler mehr als hart. „Als Band sollte man ein Ziel vor Augen haben. Ohne Ziel zerbricht die Band irgendwann“, sagt Kraß, der die aktuelle Besetzung der vor 24 Jahren gegründeten Gruppe – nach einigen personellen Veränderungen zuvor – als „Idealbesetzung“ bezeichnet.

Als Band sollte man ein Ziel vor Augen haben.

Thomas Kraß

Was kann man also tun, wenn die Bühnenbretter, die für eine Band die Welt bedeuten, gesperrt sind? Immer nur der Probenraum, das rockt nicht. Bleibt noch der Weg ins Tonstudio. „Von daher haben wir uns dafür entschieden, endlich das lang ersehnte Album aufzunehmen“, erzählt Kraß. Lang ersehnt von ihm und von Leadgitarrist Schmölzing. Sechs Songs sind letztendlich in die Auswahl gekommen, um auf der EP verewigt zu werden. Fünf Werke der etwas härteren Gangart und eine Ballade.

Drei Tage lang richteten sich die sechs Musiker im „Go-Recording Jovel Tonstudio“ in Münster ein, um die Songs in lockerer Spiellaune einzuspielen und perfekter Abmischung zu konservieren. Ein Tonstudio, von dem Kraß schwärmt. „Die Wahl des Studios fiel nicht schwer, da dort Bands wie ,Healer‘ und auch die international bekannte Band ,Long Distance Calling‘ dort aufgenommen haben und die Scheiben einfach einen fantastischen Sound haben.“ Übrigens: Healer-Frontmann Michael Scheel ist als Gast-Sänger auch bei diesem CD-Projekt dabei, das den Titel „Temple of Rock“ trägt.

Natürlich kostet so eine Produktion im professionellen Studio Geld. Und da sich das nicht mal so eben aus der Portotasche bezahlen lässt, hat sich Rocktory für ein sogenanntes „Crowdfunding“ entschieden, um die die Aufnahme inklusive CD-Pressung zu stemmen. „Die Idee ist hierbei, das Projekt mit Hilfe von Unterstützern zu finanzieren“, erklärt Krass. „Was das Crowdfunding so interessant macht, ist, dass man als Band nicht einfach ,die Hand aufhält‘, sondern die Unterstützer einen echten Gegenwert bekommen.“

Das Ganze funktioniert über die Web-Seite www.startnext.com/rocktory. Mit der Unterstützung kann man sich dort sein Lieblings-Dankeschön aussuchen. Die Palette reicht vom Album selbst (wahlweise auf CD oder auf einem USB-Stick mit Texten) über Bandposter und Mund-Nase-Schutz mit „Rocktory“-Logo bis zum Gesamtpaket. Das Mega-Dankeschön für die Mega-Unterstützung ist allerdings bereits „ausverkauft“: Ein privates Gartenkonzert im nächsten Jahr. Der Gig ist vergeben und wird nun mit dem Spender terminiert.

Alle anderen Dankeschön-Artikel sollen laut Kraß am Erscheinungstag, voraussichtlich am 15. Dezember, auf den Weg gehen. Das Crowdfunding läuft noch bis zum 22 November um Mitternacht. Ziel ist es, 2 100 Euro zu erreichen, um die Studioaufnahme finanzieren zu können. Sollte gar das zweite Ziel – 3 500 Euro – geschafft werden, wären neben den Studiokosten sogar auch noch die Erstellung eines Digipaks mit Booklet und das Presswerk abgedeckt. Die fünf Musiker und die Sängerin von Rocktory sind gespannt, wer Aufbauhilfe beim „Bau“ des „Temple of Rock“ leistet. „Wir freuen uns sehr über Unterstützung in schwierigen Zeiten“, sagt Kraß.

https://www.startnext.com/rocktory

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