Gasthof Strietholt: Statt Eröffnung nur Essen-to-go
Zwangspause schon gleich zum Start

Everswinkel -

Eröffnung abgeblasen, stattdessen Zwangspause. Das hatte sich Steffen Strietholt auch anders vorgestellt, als er vor einigen Wochen den Gasthof Arning übernommen hatte. Zum 1. November wollte er zusammen mit seiner Ehefrau sein eigene gastronomisches Kapitel aufschlagen. Die dramatische Corona-Entwicklung und die neue Schutzverordnung haben ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Dienstag, 03.11.2020, 08:40 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 12:12 Uhr
Blick auf die spiegelnden Butzenglas-Fenster des Gasthofs Strietholt. Was sich dahinter verändert hat, ist nun – dank Lockdown – erst im Dezember zu sehen.
Blick auf die spiegelnden Butzenglas-Fenster des Gasthofs Strietholt. Was sich dahinter verändert hat, ist nun – dank Lockdown – erst im Dezember zu sehen. Foto: Klaus Meyer

Das ist schon ziemlich bitter. Da hat man einen traditionsreichen Gasthof übernommen, krempelt vier Wochen lang die Ärmel hoch, um die geplanten Renovierungsarbeiten pünktlich abgeschlossen zu haben, steckt Zeit und Arbeit in die Gestaltung der Gasträume, die Erarbeitung der Speisekarte, den Aufbau der Homepage und freut sich auf den Start – und dann kann man zum anvisierten Termin gar nicht loslegen und muss die Türen geschlossen halten. Zum 1. November wollte das neue Pächter-Ehepaar des ehemaligen Gasthofs Arning seinen „Gasthof Strietholt “ eröffnen, doch Corona macht‘s unmöglich. „Der Betrieb von Restaurants, Gaststätten, Imbissen, Kneipen, Cafés und anderen gastrono-mischen Einrichtungen ist bis zum 30. November 2020 untersagt“, heißt es in der seit gestern geltenden neuen Corona-Schutzverordnung.

Wir waren darauf gefasst, dass etwas kommen kann, trotzdem hat es uns getroffen.

Steffen Strietholt

„Wir waren darauf gefasst, dass etwas kommen kann, trotzdem hat es uns getroffen“, sagt Steffen Strietholt. „Die Umsätze brechen natürlich weg.“ Der neue Inhaber, der den Gasthof mit seiner Ehefrau Annika Haarmann betreibt, will aber dennoch auch schon im November seine kulinarische Visitenkarte abgeben. „Wir bieten auf jeden Fall ein Essen-to-go an.“ Es wird ausschließlich abends ein reines Abhol-Angebot sein, „weil wir noch nicht die Infrastruktur für einen Bringservice haben“.

An der entsprechenden Karte habe er direkt gearbeitet, als sich die von Bund und Land verordnete Zwangspause abzeichnete. In einem ersten Schritt bietet er sechs verschiedene Gerichte an. Wahrscheinlich soll die Karte im wöchentlichen Rhythmus wechseln, und an einem kleinen Menü, dass der Kunde dann zu Hause fertigstellt, wird auch gearbeitet. Großen Wert legt Striethoff darauf, mit regionalen Produkten zu arbeiten. „Das alles ist eine recht bodenständige Küche.“ Er kooperiert dazu mit den Höfen Schulze Hockenbeck, Vienenkötter, Vincke und Rohlmann. Alle Infos zu seinem Haus und seinem Angebot vermittelt der Chef über die neue Website www.gasthof-strietholt.de und den neuen Instagram-Account. „Wir schauen, welche Wege wir noch einschlagen können.“

Die vergangenen vier Wochen Schließungsphase wurden für Renovierungsmaßnahmen genutzt. Wände wurden gestrichen, Möbel teilweise aufgearbeitet, neue Lampen installiert, und verschiedene „kosmetische“ Arbeiten wurden vorgenommen – „wir sind gut durchgekommen“. Dass der Monat November nun als fest eingeplante Einnahme zum großen Teil wegbricht, ist schon ein Schlag ins Kontor. Strietholt überlegt nun, die fürs Frühjahr 2021 vorgesehene Schließungsphase für die Neuanlage der Toiletten zu streichen und gegebenenfalls mit einem Toiletten-Container zur Überbrückung der Baumaßnahme zu arbeiten. Aber erst gilt es mal, den Lockdown-Monat hinter sich zu bringen. Strietholt sieht das auch pragmatisch: „Da arbeite ich mich schon mal in die Küche ein.“

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