Hans Gote übergibt seine Fotosammlung dem Bürgerschützen- und Heimatverein
Bilder-Schatz für alle Bürger

Everswinkel -

Hans Gote mit der Kamera in der Hand ist vielen Everswinkelern noch in guter Erinnerung. Seit 1991 fotografiert er aber nicht mehr für die Zeitungen. Kürzlich hat der inzwischen 94-Jährige seine Fotos dem Bürgerschützen- und Heimatverein zur Verfügung gestellt. Die Fotos sollen sortiert und digitalisiert und nach und nach für die Öffentlichkeit wieder sichtbar werden. Es ist ein kleiner Bilderschatz mit vielen Momentaufnahmen der vergangenen Jahrzehnte.

Samstag, 07.11.2020, 09:10 Uhr
Das Fotografien war die große Leidenschaft von Hans Gote. Über viele Jahre hat er das Alltagsleben in Everswinkel in Bildern festgehalten und damit Zeitdokumente geschaffen. Jetzt hat der seine Sammlung dem BSHV und damit allen Bürgern übergeben.
Das Fotografien war die große Leidenschaft von Hans Gote. Über viele Jahre hat er das Alltagsleben in Everswinkel in Bildern festgehalten und damit Zeitdokumente geschaffen. Jetzt hat der seine Sammlung dem BSHV und damit allen Bürgern übergeben. Foto: Bernhard Zimmermann

Wie kam es zu dieser Fotosammlung? Hans Gote wurde am 13. Mai 1926 in Ehrenforst/Oberschlesien geboren. Sein Vater war Beamter der Reichsbahn, und die Familie wohnte damals im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes in Ehrenforst. Schon sein Vater war Foto-Amateur und hat viele Momente des Familienlebens in Bildern festgehalten. Das älteste Foto mit Hans stammt vom August 1926, als der Vater seine Frau mit dem drei Monate alten Sohn im Kinderwagen fotografierte.

Die Hochzeit von Elke und Heiner Arning 1985.

Die Hochzeit von Elke und Heiner Arning 1985. Foto: Hans Gote

Hans Gote absolvierte wie sein Vater eine Ausbildung zum Reichsbahnbeamten. Schon als 16-Jähriger hat er sich seine erste Kamera gekauft und Foto-Erfahrungen gesammelt. In den Kriegsjahren wurde er ab 1944 als Soldat bei der Marine als „Feuerwerker“ eingesetzt. Feuerwerker sind Munitions-Fachleute. Unmittelbar nach Kriegsende wurde Gote wegen dieser Fachkenntnisse vom englischen Militär im Kampfmittel-Räumdienst in den Schlachtfeldern der Eifel eingesetzt. Deshalb endete sein Militärdienst erst im August 1947.

Die Throngesellschaft des Schützenvereins 1984 unterwegs im Planwagen: Margit Schieblon, Heidi Hummeling, Werner Lauhoff, Franz-Josef Hülso, Doris Marotz, Karl Marotz, Carola Hülso, Dagmar Ludtmann, Christiane Jücker, Bärbel Deiters, Paul Deiters und Lothar Schieblon (v.l.).

Die Throngesellschaft des Schützenvereins 1984 unterwegs im Planwagen: Margit Schieblon, Heidi Hummeling, Werner Lauhoff, Franz-Josef Hülso, Doris Marotz, Karl Marotz, Carola Hülso, Dagmar Ludtmann, Christiane Jücker, Bärbel Deiters, Paul Deiters und Lothar Schieblon (v.l.). Foto: Hans Gote

Zurück bei der Reichsbahn erhielt er die Versetzung nach Münster und eine Wohnung in der Stadt. Bei der Bundesbahn wechselte er zum Bundesbahn-Sozialwerk und wurde Sachbearbeiter bei der Krankenversorgung der Bundesbahner. In seiner Freizeit ging er wieder seinem Hobby nach und schloss sich in Münster einer Foto-Gruppe an, die auch ein komplettes Fotolabor besaß.

Nachdem er 1973 in Everswinkel ein Haus an der Bodelschwinghstraße gebaut hatte, richtete er im Keller ein Fotolabor ein. Als „Neubürger“ in Everswinkel stellte er seine Fähigkeit als Fotograf der Gemeinde, den Zeitungen, der Polizei und einigen Vereinen vor. „Mit seiner Erfahrung und Routine brauchte er in der Dunkelkammer nur 30 Minuten vom Filmstreifen aus der Kamera bis zum fertigen Foto. Das war ein großer Vorteil für die Zeitungen. So ein Mann wurde gebraucht.“ Letztendlich kam er von 1973 bis 1991 bei über 1 000 Terminen zum Einsatz.

Seine Arbeit ist heute noch wertvoll, weil Hans immer gründlich gearbeitet hat.

Bürgerschützen- und Heimatverein

„Das ist nun 30 Jahre her, aber seine Arbeit ist heute noch wertvoll, weil Hans immer gründlich gearbeitet hat“, freut man sich beim BSHV. Auf die Rückseite jedes Fotos hat er seinen Namen und das Datum gestempelt. Mit dem Namen sind die Urheberrechte klar. Zudem hat er von Hand eine Liste mit Datum und Stichworten zum Termin geführt. Gerade diese vollständige Liste macht aus den 2 000 aufgerollten Filmstreifen eine zeitlich und inhaltlich erschlossene Fotosammlung.

Die Kolping-Spielschar 1982: Walter Kemker, Hanni Maas, Gabi Gerwin, Josef Lindart, Brigitte Hendker, Burkhard Serries, Willi Joost (obere Reihe v.l.), Alfons Gerwin, Elisabeth Winking, Annette Glose, Hans Glose (mittlere Reihe v.l.) sowie Theo Stelthove und Heinz Vocke (untere Reihe v.l.).

Die Kolping-Spielschar 1982: Walter Kemker, Hanni Maas, Gabi Gerwin, Josef Lindart, Brigitte Hendker, Burkhard Serries, Willi Joost (obere Reihe v.l.), Alfons Gerwin, Elisabeth Winking, Annette Glose, Hans Glose (mittlere Reihe v.l.) sowie Theo Stelthove und Heinz Vocke (untere Reihe v.l.). Foto: Hans Gote

Gotes Einsätze waren natürlich keine weltbewegenden Ereignisse. Die Bilder zeigen den Alltag im Dorf – die Politik, den Sport, die Vereine, Veränderungen im Ortsbild und immer wieder Menschen. Trotzdem: „Diese Fotos sind ein Zeitdokument, denn sie zeigen das Leben in Everswinkel in den 1970er und 80er Jahren. Und es sind wertvolle Erinnerungen an die Menschen, die da zu sehen sind.“ Schwarz-Weiß-Filme altern nicht und gehen nicht wie viele digitale Daten auf Handys oder PCs verloren. „Ein Schwarz-Weiß-Film ist beständig. Hans Gotes Arbeit hat Bestand.“

Burchard Deckenbrock, Josef Brockhausen, Paul Röttgermann am 1. Juni1981.

Burchard Deckenbrock, Josef Brockhausen, Paul Röttgermann am 1. Juni1981. Foto: Hans Gote

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