Konzept der Katholischen Kirchengemeinde fürs Fest
„Weihnachten to go“ und mehr

Everswinkel/Alverskirchen -

Nur noch 33 Tage. Rund 770 Stunden. Dann ist (schon) Heiligabend. Weihnachten. Etlichen Menschen bereitet das Fest bereits jetzt Kopfzerbrechen. Was wird trotz Corona möglich sein, was wird diesmal nicht gehen? Fragen, die man sich auch in der Katholischen Kirchengemeinde St. Magnus-St. Agatha gestellt hat. Jetzt gibt‘s die Antworten.

Samstag, 21.11.2020, 09:33 Uhr aktualisiert: 21.11.2020, 09:40 Uhr
Wie gestaltet die Katholische Kirchengemeinde das Weihnachtsfest 2020 in Corona-Zeiten? Pfarrer Pawel Czarnecki (r.) und Diakon Hubert Wernsmann – hier im Pfarrheim-Garten mit den Krippenfiguren der Heiligen Familie – präsentieren im WN-Gespräch viele Ideen. Dazu gehört auch eine Idee zum Theme Krippenfiguren.
Wie gestaltet die Katholische Kirchengemeinde das Weihnachtsfest 2020 in Corona-Zeiten? Pfarrer Pawel Czarnecki (r.) und Diakon Hubert Wernsmann – hier im Pfarrheim-Garten mit den Krippenfiguren der Heiligen Familie – präsentieren im WN-Gespräch viele Ideen. Dazu gehört auch eine Idee zum Theme Krippenfiguren. Foto: Klaus Meyer

„Wir beschäftigen uns seit Anfang September mit diesem Thema“, sagt Pfarrer Pawel Czarnecki. Nachdem man in den vergangenen Monaten gute Erfahrungen mit dem Konzept der Freiluft-Gottesdienste gemacht hat, galt es nun, eine Alternative für Familien und Kinder zu finden und zudem ein sicheres Angebot für alle Gemeindemitglieder machen zu können. Herausgekommen sind gleich mehrere Ideen.

Wir sind auf die Idee gekommen, einen spirituellen Erlebnisweg zu gestalten.

Diakon Hubert Wernsmann

„Wir sind auf die Idee gekommen, einen spirituellen Erlebnisweg zu gestalten“, erzählt Diakon Hubert Wernsmann . Sieben Stationen haben er und Pastoralrefentin Andrea Hinse für Everswinkel und Alverskirchen entwickelt: Verkünden der Weihnachtsbotschaft, Hirtenfeuer und -geschichte, eine Dia-Serie vom „Kleinen Hirten Simeon“, Weihnachtslieder, Sehnsucht nach der Weihnachtsbotschaft und auch Stationen zum kreativen Mitwirken wie das Schmücken des Weihnachtsbaums und ein gemaltes Bild oder ein Foto für Jesus in der Krippe. Zwischen 14 und 16 Uhr könne diese Stationen an Heiligabend angesteuert werden. Der Weg ist frei wählbar. „Man muss nicht alle Stationen anlaufen, es gibt kein Vorne und kein Hinten“, sagt Wernsmann. Der Diakon – und nicht nur er – spürt derzeit eine große Unsicherheit bei den Menschen, ,was kommt noch im Lockdown auf uns zu‘. Der Fokus richte sich verstärkt auf Weihnachten , gepaart mit der Sehnsucht nach Frieden, Hoffnung und Zuversicht. Das Fest biete die Gelegenheit, sich selbst die Frage zu stellen, „was ist mir wichtig an der Weihnachtsbotschaft?“.

Ich werde Petrus natürlich anrufen, wir haben einen guten Draht zu ihm.

Pfarrer Pawel Czarnecki

 „Der Vorteil des Stationen-Konzeptes ist, dass die Familie als Einzelgruppe unterwegs ist“, macht Pfarrer Czarnecki deutlich. Ein Corona-konformes Angebot draußen, mit Abstand und Maske, „so, wie wir uns im Alltag auch begegnen“. Die Stationen übernehmen Freiwillige aus der Gemeinde. Ein großes Engagement an Heiligabend, lobt der Pfarrer, der auf gutes Wetter zu dem Zeitpunkt hofft. „Ich werde Petrus natürlich anrufen, wir haben einen guten Draht zu ihm“, lacht er. Für die Kinder werden zudem an den Adventssonntagen nachmittags eine kleine Andachten wechselweise in Everswinkel und in Alverskirchen angeboten, die in der Grundschule, der Waldorfschule und den Feuerwehrgerätehäusern ihren Platz finden. „Familiengottesdienste können nicht stattfinden diesmal.“ Anmeldungen für diese Andachten nimmt Andrea Hinse entgegen. Für die Erwachsenen gibt es den gewohnten „Lebendigen Adventskalender“ mit kurzen Andachten, aber nicht in den Häusern und auch nicht mit Getränken und Geselligkeit im Anschluss. „Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche.“

Das ist das Beste, was wir in diesem Jahr anbieten können.

Pfarrer Pawel Czarnecki

Bei den Überlegungen, wie man sicher, aber dennoch feierlich Weihnachten begehen kann, hat Pfarrer Czarnecki die Idee von kurzen, kompakten Mini-Andachten entwickelt, die Heiligabend um 16 Uhr herum auf dem Magnusplatz sowie dem Kirchplatz St. Agatha stattfinden. „Weihnachten to go“ nennt er schmunzelnd diese Kurz-Feier. „Nicht die klassische Eucharistiefeier, sondern ein spiritueller Impuls.“ Zwei Weihnachtslieder, „drei bis vier vernünftige Sätze“, und der Weihnachtssegen. „Ein offenes Angebot an alle.“ Natürlich wird es auch die klassischen Gottesdienste geben, aber eben mit begrenzter Teilnehmerzahl „und definitiv mit Anmeldung“ – in Everswinkel mit maximal rund 100 Teilnehmern in der Festhalle, in Alverskirchen maximal mit 30 in St. Agatha. „Wir haben die Hoffnung, dass sich das Ganze etwas entzerrt.“

Aber damit der Ideen noch nicht genug. „Vielleicht finden sich ja Familien oder Einzelpersonen, die Einzelelemente einer Krippe basteln“, hofft Pfarrer Czarnecki auf Resonanz „für ein interessantes Projekt: eine Krippe in Corona-Zeit“. Geplant ist, jeweils eine Weihnachtshütte auf dem Magnusplatz und dem Kirchplatz Alverskirchen während der Weihnachtszeit aufzustellen, in denen die beiden Krippen Platz finden. Die Figuren sollten das Maß normalen Haus-Krippe haben, und bei den Hauptfiguren (Heilige Familie) wäre es sinnvoll, wenn Interessierte zunächst Kontakt mit dem Pfarrbüro aufnähmen.

Summa summarum: „Das ist das Beste, was wir in diesem Jahr anbieten können. Es wird nicht ein prunkvolles Weihnachtsfest, aber ein Fest, das schön und würdig gefeiert wird“, bilanziert Czarnecki am Ende. Und: „Eine Chance, zur wesentlichen Weihnachtsbotschaft mal wieder zurückzukehren“, glaubt Wernsmann.

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