Bauausschuss blickt auf zahlreiche anstehende Investitionen
Tiefer Griff in die Gemeindekasse

Everswinkel -

332 Prozent. So wuchtig ist die geplante Steigerung bei den Investitionsausgaben der Gemeinde für 2021 im Vergleich zum Ansatz im laufenden Jahr. 10,57 Millionen Euro stehen dafür im Haushaltsplan-Entwurf des Bürgermeisters, der am Dienstagabend in der Sitzung des Bauausschusses erstmalig auf den kommunalpolitischen Prüfstand kam. Ein einstimmiges Votum der Kommunalpolitiker gab‘s am Ende nicht dafür.

Donnerstag, 26.11.2020, 08:16 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 16:27 Uhr
Kein Pferd auf dem Flur, aber im Gewerbegebiet am Mittwochmorgen. Der Straßenbelag ist für ein Reitpferd weniger ein Problem, für Pkw schon eher. Für 2023 ist der Endausbau im Grothues laut Haushaltsplanung vorgesehen.
Kein Pferd auf dem Flur, aber im Gewerbegebiet am Mittwochmorgen. Der Straßenbelag ist für ein Reitpferd weniger ein Problem, für Pkw schon eher. Für 2023 ist der Endausbau im Grothues laut Haushaltsplanung vorgesehen. Foto: Klaus Meyer

Herausragende Investition des nächsten Jahres ist die Erschließung des künftigen Baugebiets „Bergkamp III“. Straßenbau, Entwässerungsanlagen und Co. schlagen mit 3,2 Millionen Euro zu Buche; der Straßenendausbau drei Jahre später wird voraussichtlich weitere 1,85 Millionen Euro kosten.

Zum Millionen-Projekt wird zudem das Raumkonzept für die Offene Ganztagsgrundschule an der Everswinkeler Grundschule. Die derzeitige Raumsituation gilt als angespannt. Immer wieder müssen Räume für die Nutzung getauscht sowie in den Nebenraum der Festhalle ausgewichen werden. Mit einer Million Euro ist der Anbau kalkuliert, der aber vermutlich kein „Anbau“ im eigentlichen Sinne wird.

„Es gibt momentan Überlegungen, aufzustocken“, berichtete Sandra Rickmann vom Bauamt. Konkret wird die Idee verfolgt, auf dem Gebäude an der Worthstraße ein Geschoss draufzusatteln. Die Kosten wären in etwa vergleichbar wie für einen klassischen Anbau, so Rickmann auf WN-Anfrage. Vorteil wäre, dass die freie Grundstücksfläche nicht weiter bebaut werden müsste und die Räume enger verzahnt sind. CDU-Ratsherr Lars Thiemann musste bei der Investition etwas schlucken. „Das ist eine Summe, wo man schon mal nach einer Alternative schauen könnte“, sagte er und spielte damit auf den Erwerb einer benachbarten Immobilie an. Da wären allerdings auch erst der Kaufpreis und die Herrichtung des Objektes zu bezahlen, was unterm Strich nicht günstiger würde, gab Bürgermeister Sebastian Seidel zu bedenken. Ausschussvorsitzender Bernhard Rotthege ( CDU ) merkte ergänzend an, dass die Wege in einem Schulzentrum schon kurz bleiben sollten.

Mit 180 000 Euro Einsatz wird die „Brücke 4“ über die Angel saniert, die als bedeutsam für den Anliegerverkehr gilt. Im nächsten Jahr ist die „Brücke 7“ mit der gleichen Summe dran. Der angestrebte Kreisverkehr in Everswinkels Mitte (Bahnhofstraße) taucht mit ersten 50 000 Euro Planungskosten auf; die Bauphase ist für 2022 angepeilt und wird nach derzeitigen Erkenntnissen 700 000 Euro kosten. In 2022 sollen auch jene Bushaltestellen mit einem Einsatz von 300 000 Euro fit gemacht werden, die noch nicht barrierefrei sind.

Aus den Anregungen des Gemeindeentwicklungskonzeptes will die Gemeinde die Umgestaltung des Areals Kirchplatz angehen. 40 000 Euro Planungskosten im kommenden Jahr und eine Investition von 400 000 Euro in 2024 sind dafür kalkuliert. „Ich weiß noch gar nicht genau, was wir machen wollen“, beschrieb Bernd Schumacher vom Bauamt die offenbar noch offenen Prozess. In 2024 soll auch die inzwischen arg angegriffene Fahrbahn der Münsterstraße saniert werden. 600 000 Euro wird das kosten, zuzüglich erster Maßnahmen in 2022 (50 000 Euro). Auch der Endausbau im Gewerbegebiet Grothues rückt näher; 2023 soll es soweit sein, Kostenschätzung 565 000 Euro. Das jährliche Straßen- und Wirtschaftswege-Sanierungsprogramm wird turnusgemäß in den Jahren 2022 (100 000 Euro für Wirtschaftswege) und 2023 (200 000 Euro für Gemeindestraßen) aufgepumpt. Gute Nachrichten auf für die Radfahrer: Der Radweg an der Landstraße 520 sowie die Radwegeanbindung Wiemstraße sind fürs nächste Jahr fest eingeplant. Beim Projekt Wiemstraße sei man in den letzten Gesprächen mit Straßen.NRW, nachdem sich die Sache als etwas schwieriger als zunächst angenommen erwiesen habe.

Wer sich nun fragt, wo denn die fehlenden Millionen in der Rechnung sind: 5,7 Millionen Euro sind für den Grunderwerb im Etat verankert. Beim Beschluss trugen CDU und FDP die Positionen mit, Grüne und SPD enthielten sich.

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