Bebauungsplan-Änderung „Alverskirchen Mitte-Süd“
Nächster Schritt zur Nachverdichtung

Alverskirchen -

Die Nachverdichtung in bestehenden Ortslagen schreitet voran – auch in Alverskirchen. Mit der angestrebten Änderung des Bebauungsplans „Alverskirchen Mitte-Süd“ sollen „unzureichend genutzte Freiflächen“ für eine Überplanung und Bebauung nutzbar gemacht werden. Ferner ging‘s im Bezirksausschuss um die Radwegeanbindung an der Wiemstraße.

Freitag, 04.12.2020, 07:13 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 07:20 Uhr
Beispiel für Nachverdichtung in Alverskirchen zwischen Neustraße und Grüner Weg: Auf der Fläche des früheren Hofes Epping entstehen derzeit zwei Fünf-Familienhäuser, ein Doppelhaus sowie zwei Einfamilienhäuser. Mit der Änderung des Bebauungsplans „Alverskirchen Mitte-Süd“ soll auch im Wohnbereich westlich der Neustraße und südlich der Hauptstraße Nachverdichtung möglich werden.
Beispiel für Nachverdichtung in Alverskirchen zwischen Neustraße und Grüner Weg: Auf der Fläche des früheren Hofes Epping entstehen derzeit zwei Fünf-Familienhäuser, ein Doppelhaus sowie zwei Einfamilienhäuser. Mit der Änderung des Bebauungsplans „Alverskirchen Mitte-Süd“ soll auch im Wohnbereich westlich der Neustraße und südlich der Hauptstraße Nachverdichtung möglich werden. Foto: Klaus Meyer

Dieser Bebauungsplan Nr. 18, der immerhin eine Fläche von fast 177 000 Quadratmeter umfasst, ist im April 1979 rechtswirksam geworden und wurde seitdem 20 Mal schon geändert. Vor sechs Jahren, bei der 19. Änderung, wurde der östlich der L811 (Neustraße) liegende Teil als Maßnahme der Innenentwicklung überplant. Nun also die 21. Änderung – für den westlich der Straße gelegenen Teil.

Die Innenentwicklung Alverskirchens vorantreiben, weiteren Wohnraum ermöglichen – das sind die Ziele, die die Gemeinde verfolgt, wie Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher unterstrich. Die Überplanung wolle man in den nächsten Monaten mit einem externen Planungsbüro angehen; dafür stehen 30 000 Euro Planungskosten im Haushalt 2021, weitere 10 000 Euro in 2022. „Wenn mal einer erst angefangen hat zu bauen, weckt das auch das Interesse der anderen – auch wenn es ein paar Jahre dauert“, gab Reher Erfahrungswerte aus anderen Wohngebieten wieder, wo eine Nachverdichtung ermöglicht wurde. Die Bezirksausschussmitglieder sprachen sich einmütig für diese Überplanung aus.

Wenn mal einer erst angefangen hat zu bauen, weckt das auch das Interesse der anderen.

Norbert Reher

Ein für die Alverskirchener ebenfalls interessantes Projekt steht im kommenden Jahr vor der Umsetzung. Mit der Radwegeanbindung an der Wiemstraße wird ein verkehrlich sensibler Bereich angepackt. Hier ist es das Ziel, den bestehenden Radweg („Landjugend-Pättken“) sich über die Kreuzung Wiemstraße hinweg zu führen. Dazu habe die Gemeinde in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW bereits eine Ausbauvariante entwickelt. Jetzt, wo die „finale Abstimmung“ mit dem Landesbetrieb anstehe, wolle der die Planung plötzlich „von vorne aufrollen“ und habe eine beiderseitige Radwegeführung – sprich auf beiden Straßenseiten – ins Gespräch gebracht, erläuterte Bernd Schumacher vom Bauamt. „Das wollten wir nicht.“ Die Gemeinde hält an dem vorliegenden Konzept fest. Das sieht eine deutliche Gestaltung als Mischverkehrsfläche an der Wiemstraße vor mit einem Radweg-Streifen, der in beide Richtung befahrbar ist. Für die – vor allem ortsauswärts – erforderliche Überquerung der Telgter Straße ist etwa in Höhe des Bäckerei-Geschäfts Diepenbrock eine behindertengerechte Querungshilfe vorgesehen. Aktuell sei man derzeit bei Baukosten in Höhe von 121 000 Euro. Da der Abwasserbetrieb TEO in jenem Bereich auch Kanäle sanieren will, „sind wir terminlich etwas abhängig von der TEO“, denn man wolle den Boden ja nicht zweimal aufreißen, so Schumacher.

Im Übrigen beschäftigte sich der Ausschuss in seiner ersten Sitzung, in der André Gerbermann zum Vorsitzenden gewählt wurde, mit den Alverskirchener Positionen im Haushaltsentwurf der Gemeinde für 2021. Zu denen gehört unter anderem der Brückenneubau über die Angel in der Bauerschaft Evener. Das vorhandene Bauwerk steht mittlerweile auf tönernen Füßen. „Wir müssen die Brücke jetzt ernsthaft angehen. Sie ist nicht mehr tragfähig für Fahrzeuge“, zeigte Schumacher auf. Die Suche nach einer alternativen Lösung zu dem mit 180 000 Euro kostspieligen Neubau ist ohne verwertbares Ergebnis geblieben. Die Brücke wird nämlich lediglich von einem Nutzer überfahren, um Ackerflächen zu erreichen. Der Radweg an der L520, die weitere Renaturierung der Angel, der Ausbau des Lärmschutzwalls am Sportplatz und die Planungskosten für ein Raumkonzept des Feuerwehrgerätehauses waren weitere, fünfstellige investive Hausnummern. Beim Beschluss zu den Alverskirchener Haushaltspositionen stimmten CDU, Grüne und FDP dafür, die SPD enthielt sich.

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