Krippen-Werk von Bildhauer Stefan Lutterbeck in NRW-Landesvertretung
Schon zum siebten Mal in Berlin

Everswinkel -

„Berlin, Berlin. Wir fahren nach Berlin!“ Ein bekannter Freudengesang von Fußballfans, wenn ihr Verein es ins jährliche DFB-Pokalfinale im Berliner Olympia-Stadion geschafft hat. Stefan Lutterbeck fährt schon seit Jahren nach Berlin. Er steht dort in einem besonderen „Finale“. In diesem Jahr zum siebten Mal. Selbst Ministerpräsident Armin Laschet zeigte sich jetzt von Lutterbecks Leistung beeindruckt.

Freitag, 04.12.2020, 09:18 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 09:20 Uhr
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet begutachtete die Krippendarstellung von Stefan Lutterbeck eingehend nach dem Aufstellen in der NRW-Landesvertretung.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet begutachtete die Krippendarstellung von Stefan Lutterbeck eingehend nach dem Aufstellen in der NRW-Landesvertretung. Foto: Michael Setzpfandt

„Berlin, Berlin. Wir fahren nach Berlin!“ Ein bekannter Freudengesang von Fußballfans, wenn ihr Verein es ins jährliche DFB-Pokalfinale im Berliner Olympia-Stadion geschafft hat. Stefan Lutterbeck fährt schon seit Jahren nach Berlin. Er steht dort in einem besonderen „Finale“. In diesem Jahr zum siebten Mal. Selbst Ministerpräsident Armin Laschet zeigte sich jetzt von Lutterbecks Leistung beeindruckt.

„Auf der Suche“ lautet der Titel des schweren steinernen Werks, das für die Dauer der Advents- und Weihnachtszeit seinen Platz in der nordrhein-westfälischen Landesvertretung in Berlin gefunden hat. Steinbildhauermeister Lutterbeck konnte dem NRW-Ministerpräsidenten, der die Skulptur von allen Seiten begutachtete, im persönlichen Gespräch die Intention der Darstellung erläutern. Sie zeigt die drei Weisen aus dem Morgenland mit goldenen Kronen und Gaben auf dem Weg zur Krippe. Eine Skulptur aus Dolomitstein, der aus einem Steinbruch bei Anröchte stammt. Lutterbeck fertigte diesen Krippenstein im vergangenen Jahr und stellte ihn in der Telgter Krippenausstellung 2019 im Museum Religio aus.

Über das Religio entstand auch seinerzeit der Kontakt zur NRW-Landesvertretung. „Die Landesvertretung suchte eine Krippendarstellung für das Foyer des Gebäudes. Da ich vorwiegend großformatige Skulpturen erstelle, entschied man sich für eine Arbeit von mir. Seitdem fragt die NRW Vertretung jedes Jahr bei mir an“, berichtet Lutterbeck gegenüber den WN. Laschet freut sich über diese Natursteine in Berlin.

Für mich ist es natürlich reizvoll an diesem Standort meine Arbeit zu präsentieren.

Stefan Lutterbeck

Der Aufwand für den Everswinkeler Bildhauer ist nicht gerade gering. Der tonnenschwere Stein wird auf den Pritschenwagen des Betriebes gehievt, und dann geht‘s auf die Fahrt in die Bundeshauptstadt. Ein Honorar gibt‘s dafür zwar nicht, aber die Kosten für den Transport und die Übernachtung Lutterbecks werden von der Landesvertretung übernommen. „Beim Aufbau stehen mir zwei Mitarbeiter der Haustechnik zur Verfügung. Bei ganz schweren Objekten hat auch schon mal der Koch geholfen“, schmunzelt Lutterbeck.

Für den Everswinkeler Künstler ist die Präsenz in der NRW Landesvertretung natürlich eine willkommene Visitenkarte. „Für mich ist es reizvoll, an diesem Standort meine Arbeit zu präsentieren.“ Als Landesinnungsmeister des Steinmetz und Steinbildhauerhandwerks NRW sei es für ihn darüber hinaus auch eine willkommene Gelegenheit, das Handwerk vorzustellen und an höchster politischer Stelle ins Gespräch zu bringen. Dafür biete sich normalerweise auch eine gute Gelegenheit beim Weihnachtskonzert mit anschließendem Empfang, bei dem auch Lutterbeck zu den Gästen zählt. Im Corona-Jahr 2020 ist dieses Event allerdings abgesagt worden.

Mit diesen beiden Werken ist Bildhauer Stefan Lutterbeck in diesem Jahr an der Telgter Krippenausstellung beteiligt.

Mit diesen beiden Werken ist Bildhauer Stefan Lutterbeck in diesem Jahr an der Telgter Krippenausstellung beteiligt. Foto: Stephan Kube

Die Serie der Beteiligungen an der Telgter Krippenschau reißt auch in diesem Jahr nicht ab. Lutterbeck ist diesmal wieder mit zwei Werken vertreten. Einmal mehr hat er einen Anröchter Dolomitstein bearbeitet und in der Mitte mit einem Element aus Baumberger Sandstein kombiniert. Während die behauene, gesägte und geschliffene Dolomit-Platte fast schon einen bedrohlich wirkenden Rahmen bildet, zeigt das Sandstein-Element ein strampelndes, unschuldiges Neugeborenes. „Von dem Kind geht ein Strahlen aus, das auf die Umgebung teilweise überspringt“, beschreibt der Künstler die Darstellung. Das Strahlen findet seinen Widerhall in kleinen goldenen Stellen auf dem dunklen Dolomit.

Die zweite Arbeit ist überraschenderweise nicht aus einem Stein, sondern aus Eichenholz gefertigt, die stark stilisiert die Anbetung der Könige zeigt. Das Holz wurde dazu geschnitzt, gebrannt und teilweise mit Blattgold belegt. Leider sind diese und die anderen Werke derzeit nicht zu sehen, weil auch das Museum Religio aufgrund der Schutzverfügungen zur Corona-Pandemie geschlossen ist.

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