SC DJK und Gemeinde erhoffen sich „Win-Win-Effekt“
Anbau mit Millionen-Zuschuss?

Everswinkel -

Der SC DJK ist seinem Ziel, seine zentrale Sportstätte zu erweitern, ein Stück näher gerückt. Der Schul-, Sport- und Kulturausschuss segnete am Dienstagabend den vom Verein gewünschten Anbau fürs Vitus-Sportcenter ab. Voraussetzung ist allerdings, dass das Projekt mit ins nordrhein-westfälische Zuschussprogramm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ rutscht. Dann wäre die Tür offen für einen Landeszuschuss von rund einer Million Euro.

Donnerstag, 10.12.2020, 08:36 Uhr aktualisiert: 10.12.2020, 08:40 Uhr
Blick auf die winterlichen Tennisplätze des SC DJK. Die beiden hinteren würde der Sportverein an die Gemeinde abtreten, wenn sich das Anbau-Projekt und die Verlagerung der restlichen drei Tennisfelder auf die Grünfläche vor dem Vitus-Saunadorf realisieren lässt.
Blick auf die winterlichen Tennisplätze des SC DJK. Die beiden hinteren würde der Sportverein an die Gemeinde abtreten, wenn sich das Anbau-Projekt und die Verlagerung der restlichen drei Tennisfelder auf die Grünfläche vor dem Vitus-Saunadorf realisieren lässt. Foto: Klaus Meyer

„Wir haben mit dem Sportverein schon seit längerem einen Dialog“, erinnerte Bürgermeister Sebastian Seidel an die Vorgeschichte und die Entwicklung in den vergangenen Monaten. Ursprünglich hatte der SC DJK den angepeilten multifunktionalen Anbau, in dem auch der Schießstand der Schießgruppe Platz finden soll, aus Eigen- sowie Fördermitteln des NRW-Programms „Moderne Sportstätten 2022“ stemmen wollen. Der Gemeinderat hatte im Dezember 2019 einen Investitionskostenzuschuss von 110 000 Euro für die Fluchtlichtanlage im Sportpark Wester im Haushalt 2020 genehmigt, wenn die besagten Mittel aus jenem Programm fließen.

Für den Anbau benötigt der Verein einen Teil der gemeindlichen Grünfläche vor dem Vitus-Saunadorf, die mal als Standort für ein mögliches Hotel im Bebauungsplan verankert wurde („Sondergebiet Hotel“). Dafür will der Verein die zwei westlichen der insgesamt fünf Tennisplätze an die Gemeinde abgeben. Ein Bereich, den Seidel jetzt als „eine der letzten Filet-Flächen in unserer Gemeinde“ bezeichnete. Die Anfang des Jahres hatte es einige Gespräche zwischen Vereinsführung, Gemeindevertretern und den Vorsitzenden der vier Ratsfraktionen gegeben, bei dem die rechtlichen und finanziellen Details geklärt wurden inklusive der Anpassung des Pachtvertrages zwischen SC DJK und Gemeinde. Die politischen Gremien sollten nachfolgend entscheiden. Dann kamen Corona, der Wechsel an der Vereinsspitze und eine Zwangspause im Prozess.

Das ist eine große Summe, die wir uns sichern könnten.

Bürgermeister Sebastian Seidel

Inzwischen ist die Förderfrage „Moderne Sportstätten 2022“ beantwortet: Die drei Sportvereine SC DJK, DJK Rot-Weiß Alverskirchen und der Reiterverein erhalten insgesamt 300 000 Euro und teilen sich sich die Summe. Der SC DJK will seinen Anteil aber nicht mehr für den Anbau einsetzen, sondern für die Flutlichtanlage – die 110 000 Euro, die die Gemeinde eingestellt hat, wären „frei“. Denn: Seit Juli gibt es den „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“. Der „winkt“ mit einer Förderquote von 90 Prozent bei den zuwendungsfähigen Ausgaben (Höchstgrenze bei Hochbau-Projekten: 1,5 Mio. Euro, bei Tiefbau-Projekten 750 000 Euro). Die voraussichtlichen Kosten für den Multifunktions-Anbau des SC DJK und die Verlagerung der drei restlichen Tennisplätze ebenfalls auf die „Hotel-Fläche“ belaufen sich auf etwa 1,2 Millionen Euro – bliebe ein Gemeinde- Anteil von 120 000 Euro.

„Das ist eine große Summe, die wir uns sichern könnten“, frohlockte Seidel. Eine einmalige Chance auf eine siebenstellige Fördersumme. Zudem sichere sich die Gemeinde eine Fläche von hohem Interesse (Tennisfelder) und die „Flutlicht-Gelder“ von 110 000 Euro seien frei. Für das Projekt muss allerdings der Bebauungsplan geändert werden; die Kosten wollen sich Gemeinde und Verein teilen. Ferner sieht der nun von CDU, Grünen und SPD gefasste Beschluss vor, dass die Verwaltung beauftragt wird, „im Falle einer Förderzusage für das Projekt in Everswinkel auch im Ortsteil Alverskirchen im Sinne einer nachhaltigen Anpassung nicht mehr benötigter Sportinfrastruktur an die künftigen Bedarfe des Sports und unter dem Aspekt der Multifunktionalität von Sportstätten gemeinsam mit der DJK Rot-Weiß Alverskirchen künftige Fördermöglichkeiten zu prüfen.“

Die FDP enthielt sich der Stimme. Mit Grund. Jan Hoyer erinnerte daran, dass die Gemeinde mit Sportstätten bestens ausgestattet sei, wie auch gutachterlich bescheinigt. Deshalb habe der Rat ja auch vor zwei Jahren beschlossen, bestehende Sportstätten instandzuhalten, aber gemeindlich keine neuen Sportstätten oder Erweiterungen mitzufinanzieren. „Wir haben den Alverskirchenern recht große Fesseln angelegt“, verwies er auf den vom Verein allein zu stemmenden Sportlerheim-Anbau. Nun agiere man gegen den eigenen Ratsbeschluss. Das wollten Dirk Folker (CDU) und Bernd Wesbuer (SPD) sowie auch Andreas Franitza (Grüne) so nicht stehen lassen. Man habe es mit einer besonderen Situation zu tun, bei der auch die Gemeinde profitiere (eine „Win-Win-Situation“, so Folker), und die Sportstätten-Gesamtfläche ja auch reduziert (zwei Tennisplätze, Schießstand Bergstraße). Auch Heinz Steinhoff vom SC DJK gab an, „es gibt eine breite Zustimmung dafür im Verein“ und man sei jetzt „gut zufrieden“.

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